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Verschuldung

Die Bruttoschulden entsprechen im Wesentlichen der Summe aller Ansprüche von Dritten an den Kanton. Das heisst, sie entsprechen allen bilanzierten Verbindlichkeiten (laufende Verbindlichkeiten, kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten) oder – anders formuliert – dem Fremdkapital ohne Berücksichtigung der Rechnungsabgrenzungen, der Rückstellungen und der Verpflichtungen gegenüber Spezialfinanzierungen im Fremdkapital.

Aus Sicht des Kantons als Schuldner hingegen ist die Nettoschuld relevant. Denn den bilanzierten Verbindlichkeiten stehen in der Bilanz Aktivpositionen gegenüber. Relevant ist dabei das Finanzvermögen. Dabei handelt es sich definitionsgemäss um jene Aktiva, die nicht unmittelbar für die Leistungserstellung benötigt werden. So könnten beispielsweise die vorhandenen flüssigen Mittel oder Finanzanlagen dazu verwendet werden, die Verbindlichkeiten zu reduzieren. Die verbleibende tatsächliche Schuldenlast entspricht der Nettoschuld.

Dabei gibt es eine weitere und eine engere Definition: Die Nettoschuld I definiert sich im Wesentlichen als Fremdkapital minus Finanzvermögen. Bei der Nettoschuld II werden vom Fremdkapital zusätzlich die im Verwaltungsvermögen bilanzierten Darlehen und Beteiligungen abgezogen. Dies ist insofern sachgerecht, als die Darlehen und Beteiligungen nicht (planmässig) abgeschrieben werden und in der Regel – wie typischerweise das Finanzvermögen – Erträge generieren.

Brutto- und Nettoschuld

Brutto- und Nettoschuld 2015–2019 Bild vergrössern
Brutto- und Nettoschuld 2015–2019. © Kanton Aargau

Sowohl die Brutto- als auch die Nettoschuld sind in den Jahren 2015 und 2016 gestiegen. Seither sind die beiden Schuldengrössen wieder rückläufig. Im Jahr 2019 betrugen die Bruttoschulden noch 1,8 Milliarden Franken, während ein Nettovermögen von 125 Millionen resultierte.

Nettoschuld II pro Einwohner/in und Nettoverschuldungsquotient

Die Nettoschuld II pro Einwohner bzw. Einwohnerin zeigt die Pro-Kopf-Verschuldung nach Abzug des Finanzvermögens. Der Nettoverschuldungsquotient gibt an, welcher Anteil der Fiskalerträge erforderlich wäre, um die Nettoschulden abzubauen.

Nettoschuld in Franken und Nettoverschuldungsquotient 2015–2019 Bild vergrössern
Nettoschuld in Franken und Nettoverschuldungsquotient 2015–2019. © Kanton Aargau

2015 lag die Nettoschuld pro Kopf bei 908 Franken und stieg 2016 auf 1‘090 Franken an. In den Folgejahren sank sie 2018 bis auf 156 Franken, und 2019 resultierte ein Nettovermögen von 185 Franken pro Kopf. Die gleiche Entwicklung lässt sich folglich auch beim Nettoverschuldungsquotienten beobachten.

Aargauer Verschuldungsgrössen

Das Aargauer Finanzrecht kennt drei wesentliche Schuldengrössen:

  • Fehlbeträge der Finanzierungsrechnung: Ergibt sich mit Abschluss der Jahresrechnung ein Fehlbetrag der Finanzierungsrechnung, sind Budgetjahr und Planjahre ab dem übernächsten Jahr so auszugestalten, dass der Fehlbetrag in Raten von mindestens 20 Prozent vom ursprünglichen Betrag abgetragen wird.
  • Bisherige Fehlbeträge: Die bis im Jahr 2013 aufgelaufenen Fehlbeträge werden jährlich um 3,8 Prozent abgetragen.
  • Spezialfinanzierung Sonderlasten: Zurückzuführen ist diese Schuld insbesondere auf die Ausfinanzierung der Pensionskassen sowie auf die Sondermülldeponie Kölliken. Diese Schuld wird mit verschiedenen Erträgen (v.a. aus Beteiligungen) abgetragen.

Schuldengrössen des Aargauer Finanzrechts

In Millionen Franken201420152016201720182019
Neue Fehlbeträge der Finanzierungsrechnung (§ 20 Abs. 2 GAF)65.565.5157.8144.7110.576.3
Bisherige Fehlbeträge (§ 51 GAF)278.8268.2258248.2163.7157.5
Schuld Spezialfinanzierung Sonderlasten (G Sonderlasten)967.8960.9925.9881.5668.4638.8
Total1'312.11'294.51'341.71'274.4942.6872.6
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