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Siedlungsgebiet

Das Siedlungsgebiet im Richtplan bezeichnet die Gebiete, in denen die bauliche Entwicklung stattfinden darf. Der Richtplan legt fest, wie gross die Siedlungsfläche insgesamt sein soll und wie sie im Kanton verteilt wird.

Im Richtplan sind 21'950 Hektaren als Siedlungsgebiet festgesetzt. Das festgesetzte Siedlungsgebiet darf nicht vergrössert werden. Der Richtplan bezeichnet im Kapitel S 1.2 jedoch verschiedene Möglich­keiten zur räumlichen Veränderung des Siedlungsgebiets. Unten stehend werden diese Regelungen erläutert und die räumlichen Veränderungen des Siedlungsgebiets ausgewiesen.

Ausgangslage: Kantonale Siedlungsgebietsreserve

Im Richtplan sind 21'950 Hektaren als Siedlungs­gebiet fest­gesetzt. Davon sind 125 Hektaren in der Richtplan-Gesamtkarte nicht dargestellt. Diese Flächen bilden die Kantonalen Töpfe. Diese Siedlungs­gebiets­reserven stehen gemäss Richtplan­kapitel S 1.2, Planungs­grundsatz B, für Einzonungen wie folgt zur Verfügung:

  • 70 Hektaren für Arbeitszonen,
  • 44 Hektaren für Wohnschwerpunkte,
  • 11 Hektaren für öffentliche Nutzungen.

Möglichkeiten zur räumlichen Veränderung des Siedlungsgebiets

Entsprechend dem Grund­auftrag des revidierten Raumplanungs­gesetzes (RPG; Siedlungs­entwicklung nach innen) ist vor Neu­einzonungen zunächst zu prüfen, ob der Bauland­bedarf unter Verwendung der rechtskräftigen Bau­zonen oder des in der Richtplan­karte festgesetzten Siedlungs­gebiets gedeckt werden kann.

Fehlen bei ausgewiesenem Bauland­bedarf Lösungs­möglichkeiten vor Ort (bspw. durch Um- oder Auf­zonung, Mobilisierung von Bauzonen­reserven etc.), können die Gemeinden das Siedlungs­gebiet anders anordnen. Dabei sind gemäss Richtplan­kapitel S 1.2, Planungs­anweisung (PA) 1.2 Umlagerungen ohne gesamt­hafte Vergrösserung des räumlich fest­gesetzten Siedlungs­gebiets möglich.

Sind die oben genannten Möglichkeiten aus­geschöpft, steht unter Umständen für Erweiterungen jenes Siedlungs­gebiet der Region zur Verfügung, das zu einem früheren Zeit­punkt durch Aus­zonung als Reserve in einen Regionalen Topf aufgenommen wurde (RP S 1.2, PA 4.2). Auf diese Weise sind Ver­schiebungen des Siedlungs­gebiets über die Gemeinde hinaus möglich.

Die Fest­setzung von Siedlungs­gebiet aus den Kantonalen Töpfen schliesslich setzt voraus, dass alle oben genannten Möglichkeiten aus­geschöpft sind und die weiteren Kriterien gemäss Richtplan­kapitel S 1.2, PA 1.3 bis PA 1.5 erfüllt werden.

Übersicht Kantonale und Regionale Töpfe

Kantonale Siedlungsgebietsreserven (Kantonale Töpfe)

Teile der Siedlungs­gebiets­reserven im Kantonalen Topf für öffentliche Nutzungen und im Kantonalen Topf für Arbeits­zonen wurden bereits beansprucht. Aus dem Kantonalen Topf für Wohn­schwer­punkte erfolgten bisher keine Flächen­bezüge.

Regionale Siedlungsgebietsreserven (Regionale Töpfe)

Zehn von zwölf regionalen Planungs­verbänden haben bisher Regionale Töpfe gebildet. Aus den Regionalen Töpfen der Planungs­verbände "aargauSüd impuls" und "Suhrental" wurden 0.9 bzw. 0.2 Hektaren bezogen. Weitere Flächen­bezüge aus Regionalen Töpfen fanden nicht statt.

Planungswegweiser Kapitel 7 und Werkzeugkasten 7: Siedlungsgebietsmanagement und Arbeitszonenbewirtschaftung

Der haus­hälterische Umgang mit der begrenzten Ressource Boden ist das über­geordnete Ziel der Raum­entwicklung. Das Kapitel 7 des Planungs­wegweisers enthält weiter­führende Informationen zu den Voraus­setzungen und Verfahren für die räumliche Veränderung des Siedlungs­gebiets im Richt­plan.

Im Werkzeug­kasten 7 sind Empfehlungen zur Arbeitszonen­bewirtschaftung und der Ergebnis­bericht für den Handlungs­leitfaden zum regionalen Siedlungs­gebiets­management zu finden.

Richtplan-Gesamtkarte im Geoportal

Ein Ausschnitt aus der Richtplan-Gesamtkarte.
© Kanton Aargau

Die Richtplan-Gesamtkarte mit dem räumlich festgesetzten Siedlungsgebiet steht als Online-Karte im Geoportal zur Verfügung.