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Ein neues historisches Gasthaus

Dass ein historisches Gebäude neue Arbeitsplätze in einem Dorf generiert, ist etwas Besonderes. In Oberlunkhofen ist das geschehen. Aus einem bäuerlichen Wohnhaus mit – seit 2011 geschlossenem – Restaurant wurde ein historisches Gasthaus mit acht Zimmern. Oberlunkhofen erhielt mit der Wiedereröffnung des Restaurants 2016 einen traditionellen Treffpunkt zurück. Die Umnutzung war nur dank zukunftsweisender Kompromisse möglich. Denn obwohl der Hotelbetrieb Neuerungen wie beispielsweise einen Lift und Brandschutzmassnahmen erforderte, galt es zugleich, die historische Bausubstanz möglichst zu erhalten.

Gasthaus zum Bauernhof in Oberlunkhofen

1925 wurde durch eine Änderung der Strassenführung die heutige Eingangsseite zur Hauptfassade und erhielt einen Portalvorbau mit Freitreppe. Ansonsten ist die spätklassizistische Fassade von 1846 fast unverändert erhalten.
Teile des historischen Biedermeierinterieurs waren im ganzen Haus noch erhalten und werden nun wieder genutzt. Die alte Stube mit dem Kachelofen wurde möglichst originalgetreu renoviert.
Die neue Gaststube führt eine lange Tradition fort: Von 1854 bis 2011 wurde in diesem Haus eine Gastwirtschaft betrieben, anfangs ausschliesslich mit "Eigengewächsen" vom zugehörigen Hof. 2016 wurde das Restaurant wiedereröffnet.
Neu ist die Nutzung des historischen Gebäudes als Hotel. Acht Gästezimmer wurden im Obergeschoss dafür eingerichtet – im ehemaligen Wohnbereich. Ein Lift erschliesst sie von der Gebäuderückseite aus.

"S Schribers" sind legendär in Oberlunkhofen. Bis heute nennt man die Nachkommen von Gemeindeschreiber Johann Hagenbuch so. Für ihn wurde das heutige "Gasthaus zum Bauernhof" 1846 erbaut. 1854 entstand im Erdgeschoss des bäuerlichen Wohnhauses eine einfache Wirtschaft, die nach und nach zum Speiserestaurant wurde. 2011 wurde das traditionsreiche Restaurant geschlossen. 2016 nahm die Familie Hagenbuch den Faden wieder auf. Mit Risikobereitschaft und Begeisterung haben sie nicht nur das sanierungsbedürftige historische Gebäude, das Restaurant und den Geist der "Schribers" wiederbelebt, sondern auch den Betrieb mit Gästezimmern, Hühnerhaltung und einem Hofladen erweitert.

Die Sanierung des spätklassizistischen Bauernhauses mit seiner nüchternen Ausstrahlung, den streng axialen Fassaden und markanten Quergiebeln war anspruchsvoll: Um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen, mussten neue Nutzungen in die historische Bausubstanz integriert werden. "Die Auflagen für den Hotelbetrieb mit denen des Denkmalschutzes und unseren Bedürfnissen abzustimmen, war kompliziert, es waren viele Amtsstellen involviert. Hilfreich war, dass die Kantonale Denkmalpflege und die Fachstelle Siedlungsentwicklung und Ortsbild den Blick für das Ganze und den Willen, dem Haus eine Zukunft zu geben, nie verloren haben", so die Besitzer.

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Blick in eines der acht neuen Gästezimmer. Trotz erforderlicher Neuerungen blieb die historische Baustruktur erhalten.

Das Restaurant im Erdgeschoss mit Stube, Saal und Küche wurde wiederhergestellt und teilweise modernisiert. Der alte Gewölbekeller wurde ausgebaut und bietet zusätzlichen Raum für Anlässe wie Apéros oder Bankette. Im Obergeschoss entstanden unter Berücksichtigung der historischen Baustrukturen acht neue Hotelzimmer und eine Wohnung. Der Lift zu den Gästezimmern ist in einem Anbau auf der Gebäuderückseite untergebracht, so dass die Vorderfassade unverändert erhalten werden konnte.

Der Familienbetrieb kann mit einem neuen Konzept weitergehen. Oberlunkhofen hat nicht nur ein gesellschaftliches Zentrum und den Blickfang am Dorfeingang zurück-, sondern auch einige Arbeitsplätze hinzugewonnen.

Gasthaus zum Bauernhof in Oberlunkhofen

Baujahr 1846
Nutzung Restaurant und Hotel
Renovation Umbau 2015–2016
Realisierung Schaufelbühl Architekten GmbH, Bremgarten
Bauherrschaft Hans und Marlis Hagenbuch-Spillmann, Oberlunkhofen
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