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Neues Herz im alten Kern

Die charmante historische Kleinstadt Klingnau ist weithin als markante Silhouette sichtbar, liegt sie doch zwischen offenen Rebhängen und dem blauen Band der Aare. Ungewöhnlich wie der Ort ist auch der Neubau, der im alten Ortskern an der Stelle zweier alter Scheunen enstand: Was im Innern ein zusammenhängendes Gebäude ist, das acht attraktive neue Wohnungen umfasst, erscheint von aussen wie drei aneinandergebaute Einzelhäuser. Dank dieser Struktur – aber auch dank vieler Details, die alte Bautechniken und -elemente neu interpretieren, gliedert sich der Neubau stimmig in das kleinteilige Stadtbild ein.

Altstadthaus in Klingnau

Ein Gebäude, das von aussen wie eine Gruppe aus drei aneinandergebauten Häusern wirkt: Dank dieses Kunstgriffs wirkt der Neubau im kleinteiligen Altstadtumfeld zugehörig.
Traditionelle bauliche Elemente wurden neu interpretiert. Loggias statt Balkonen – Lebensqualität, die das Bild der geschlossenen Altstadtfassaden nicht stört.
Die Fassade aus Sichtbeton gliedert sich zurückhaltend in das Umfeld ein. Die Firstrichtung der asymmetrischen Giebeldächer macht den Neubau als Teil der Hinterhauszeile erkennbar.
Während sich die Gebäuderiegel im Vordergrund deutlich vom Stadtbild abheben, wird das neue Altstadthaus im Hintergrund auch aus der Ferne zu einem Teil der historischen Stadtsilhouette.

Neubauten in Altstädten sind selten und erfordern planerisches Feingefühl. Denn sie müssen mit den architektonischen Mitteln unserer Zeit Antworten auf die Formen, Elemente und Dimensionen der historischen Umgebung finden, um sich stimmig einzugliedern. In Klingnau kam die Herausforderung des geschützten Ortsbilds mit der sensiblen Silhouette hinzu.

Zwei Scheunen aus dem frühen 20. Jahrhundert wollte die Bauherrschaft durch einen Wohnbau ersetzen. Weil sie in der gut sichtbaren, zum Rebhang ausgerichteten Hinterhauszeile der Altstadt standen, wurden vom Ortsbildschutz eine Silhouette und Gebäudekörper mit ähnlicher Wirkung gefordert: Gemäss der für Klingnau typischen Gliederung in Vorder- und Hinterhaus sollte sich der Neubau optisch dem Vorderhaus unterordnen. Zudem sollte der Eindruck von mehreren Hinterhausgebäuden erhalten bleiben. Der besondere Anspruch lag darin, über die Anordnung und die Staffelung des Baukörpers, über Grössenverhältnisse, Dachform und -neigung eine Lösung zu finden, die diesen Anforderungen genügt und doch die gewünschte Wohnfläche und Lebensqualität bietet.

Die anspruchsvolle Bauaufgabe wurde elegant und selbstbewusst gelöst: Der Neubau wurde in drei zusammenhängende Teilkörper mit je einem Giebeldach untergliedert. Statt Balkonen, die das geschlossene Fassadenbild der Altstadt gestört hätten, erhielt jede Wohnung eine Loggia. Details, die gewohnte Bilder in neuem Licht zeigen, bringen Alt und Neu in Einklang. So gliedert sich die Fassade aus Sichtbeton eigenständig, doch zurückhaltend in das Umfeld ein. Die leicht asymmetrischen Giebeldächer ohne Vordach und mit geringer Neigung interpretieren das klassische Satteldach neu. Und historische Elemente der Umgebung wie Fensterläden oder Gewände wurden beispielsweise mit neuartigen Fenstern und Schiebeläden wiederaufgenommen.

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Das neue Altstadthaus in der historischen Silhouette der Altstadt.

Das Gebäude fügt sich nahtlos in die Silhouette und die Atmosphäre des alten Zentrums von Klingnau ein. Es wertet dank der Kraft und der Differenziertheit des Fassadenbilds einen wichtigen Altstadtzugang auf. Es verbindet Neubaukomfort mit Altstadtcharme.

Altstadthaus in Klingnau

Baujahr 2017
Nutzung Wohnhaus
Realisierung Max Müller Architekt BSA/SWB, Baden
Bauherrschaft Herbert und Wilfried Kaufmann
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