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Ausbau des öffentlichen Verkehrs (öV)

Mit den Ausbauten der letzten Jahre verkehren die meisten S-Bahnen im Kanton Aargau im Halbstundentakt. Bis ins Jahr 2035 wird der öffentliche Verkehr im Kanton Aargau schrittweise weiterentwickelt. Die Grundlage für die Planung ist das Mehrjahresprogramm öV 2020.

Das Mehrjahresprogramm öV 2020 ist eine Gesamtplanung für den öffentlichen Verkehr im Kanton Aargau. Dieses Programm gibt einen Überblick über den Ausbau des öV bis ins Jahr 2035.

Mehrjahresprogramm öV 2020 (PDF, 68 Seiten, 5.9 MB)

Mit der Zustimmung der Schweizer Stimmbevölkerung zur Vorlage Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) im Jahr 2014 erfolgt der Ausbau des Bahnnetzes im Rahmen des Strategischen Entwicklungsprogramms Bahninfrastruktur (STEP). Beschlossen sind die Ausbauschritte STEP 2025 und STEP 2035. Zusammen mit der kantonalen Vorlage S-Bahn Aargau 2016 ff. werden bis ins Jahr 2035 zahlreiche Verbesserungen beim Bahnangebot möglich. Auf die Ausbauten der Bahn und die Nachfrageentwicklung abgestimmt wird auch das Busangebot verdichtet.

S-Bahn Aargau 2016 ff.: Durchgehender 30-Minuten-Takt auf den meisten S-Bahnlinien im Kanton

Mit der S-Bahn Aargau 2016 ff. wird das Bahnangebot bis ins Jahr 2021 ausgebaut. Abgestimmt auf die Inbetriebnahme des Vierspurausbaus Olten–Aarau (Eppenberg) und weiterer Infrastrukturelemente wird das Aargauer S-Bahnangebot seit Dezember 2015 schrittweise verbessert und auf zahlreichen S-Bahnlinien der durchgehende 30-Minuten-Takt eingeführt.

Folgende Angebotsverbesserungen werden auf Dezember 2021 realisiert:

  • 30-Minuten-Takt S29 Zofingen–Olten–Aarau–Turgi ohne Halt zwischen Olten und Aarau.

Folgende Ausbauten wurden bereits eingeführt:

  • 30-Minuten-Takt in den Spitzenzeiten am Morgen und Abend auf der S11 Aarau–Dietikon–Zürich. Neu können Züge mit 300 Meter Länge eingesetzt werden.
  • Neue S19 im 60-Minuten-Takt Koblenz–Baden–Dietikon–Zürich in den Hauptverkehrszeiten.
  • Durchgehender 30-Minuten-Takt S28 Zofingen–Lenzburg bis 20 Uhr.
  • Die Direktzüge Freiamt–Zürich fahren neu als S42 häufiger und in beide Richtungen.
  • Neue S-Bahnlinie S25 Brugg–Muri im Stundentakt ergänzt das stündliche S23-Angebot im Birrfeld zu einem ungefähren 20-/40-Minuten-Takt.
  • 30-Minuten-Takt S23/S26 auf dem Abschnitt Aarau–Olten mit allen Zwischenhalten durch Verlängerung der S26 von Aarau nach Olten.

Botschaft an den Grossen Rat S-Bahn Aargau 2016 ff. (öffnet in einem neuen Fenster)
Übersicht Ausbauten S-Bahn Aargau 2016 ff. (PDF, 281 KB)

STEP Ausbauschritt 2025: Zusätzliche Fernverkehrshalte im Aargau sowie durchgehender 30-Minuten-Takt auf der S11

Mit der Zustimmung zur Vorlage Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) ist der Ausbauschritt 2025 beschlossen worden. Der Ausbauschritt umfasst Investitionen in das Schweizer Bahnnetz von 6,4 Milliarden Franken.

Im Kanton Aargau sind folgende Angebotsverbesserungen bei der S-Bahn auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2023 geplant:

  • Durchgehender 30-Minuten-Takt S11 Aarau–Lenzburg–Dietikon–Zürich.

Im Fernverkehr sollen mit STEP 2025 folgende Ausbauten und Anpassungen umgesetzt werden:

  • In den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend zusätzliche IC Bern–Zürich im 30-Minuten-Takt mit Halt in Aarau.
  • Zusätzliche Halte in Stein-Säckingen und Möhlin auf den IR Basel–Brugg–Zürich HB (–Zürich Flughafen).
  • Die IR Luzern–Zofingen–Bern werden zum Halbstundentakt verdichtet. Gleichzeitig verkehren die IR Basel–Olten–Luzern nur noch bis Zofingen.
  • Der genaue Umsetzungszeitpunkt dieser Angebotsverbesserungen ist noch nicht bekannt.

Bundesamt für Verkehr: Ausbauschritt 2025 (öffnet in einem neuen Fenster)
Angebotskonzept Ausbauschritt 2025 (Netzgrafik) (öffnet in einem neuen Fenster)

STEP Ausbauschritt 2035: Zahlreiche Taktverdichtungen zum Viertelstundentakt im Fernverkehr

Mit STEP 2035 ist vorgesehen, die Kapazität im Mittelland mit der sogenannten Systematisierung des Bahnangebots zu erhöhen. Mit einer Systematisierung kann der Fernverkehr auf den Hauptachsen zum durchgehenden 15-Minuten-Takt verdichtet und dem Güterverkehr die notwendigen Trassen zur Verfügung gestellt werden. Zusätzliche Züge und mehr Plätze in den Zügen sind nötig, um die stark steigende Nachfrage auf den Ost-West-Hauptlinien im Aargau bewältigen zu können.
Die Systematisierung hat grosse Auswirkungen auf das Fahrplangefüge und die möglichen Direktverbindungen. Grundsätzlich sollen alle Züge halbstündlich und immer an die gleichen Endpunkte verkehren. Durch die halbstündlich gleiche Fahrplanstruktur lässt sich die vorhandene Infrastruktur wesentlich besser ausnutzen. Zahlreiche Verbindungen funktionieren neu halbstündlich ohne Umsteigen und es entstehen durch die Taktverdichtungen neue, attraktive Direktverbindungen. Einzelne Direktverbindungen, die heute nur stündlich bestehen, können mit der Systematisierung nicht mehr angeboten werden und werden durch Umsteigeverbindungen alle 30 Minuten oder teilweise alle 15 Minuten ersetzt. Der Kanton Aargau fordert im Rahmen der Planungen zu STEP 2035 vom Bund, dass möglichst viele Direktverbindungen angeboten werden.

Mit der Umsetzung des STEP 2035 profitiert der Aargau von wesentlichen Angebotsverdichtungen im Fernverkehr auf wichtigen Streckenabschnitten. Er muss, gemäss aktuellen Vorstellungen des Bundes, im Gegenzug aber Veränderungen bei den Durchbindungen hinnehmen:

  • 15-Minuten-Takt Aarau–Lenzburg–Zürich durch Kombination von zwei halbstündlichen Zügen aus Basel–Liestal und Solothurn–Oensingen nach Aarau–Lenzburg–Zürich.
  • 15-Minuten-Takt Brugg–Baden–Zürich durch Kombination von zwei halbstündlichen Zügen aus Basel–Rheinfelden und Aarau nach Brugg–Baden–Zürich mit zusätzlichen Halten im Limmattal.
  • 15-Minuten-Takt Baden–Brugg–Aarau mit halbstündlichen Anschlüssen in Aarau nach Bern und halbstündlichen Anschlüssen in Olten nach Liestal–Basel, Bern–Interlaken/Brig, Luzern, Solothurn und Biel–Genf.
  • Ganztägiger Halt der IC Ostschweiz–Zürich–Bern in Aarau im 30-Minuten-Takt.
  • Halbstündliche Verbindungen aus verschiedenen Aargauer Regionen an den Flughafen Zürich und in die Ostschweiz.

Mit STEP 2035 kann das S-Bahnnetz im Aargau, ohne Neubaustrecke östlich von Aarau, nicht mehr wesentlich ausgebaut werden. Um die Kapazitäten für den Personen- und Güterverkehr zu erhöhen, wird auch das gesamte S-Bahnangebot vollständig systematisiert. Nach den aktuellen Planungen von STEP 2035 ergeben sich vor allem in den Räumen Baden/Brugg und Olten/Zofingen sowie im Einzugsbereich der Heitersberglinie/Freiamt grössere Änderungen.

Bundesamt für Verkehr: Ausbauschritt 2035 (öffnet in einem neuen Fenster)

Rückblick: Planungsablauf STEP 2035

Zusammen mit den Kantonen Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Jura und Solothurn hat der Kanton Aargau die Angebotsziele 2030 in der Planungsregion Nordwestschweiz entwickelt. Die Planungsregion hat im November 2014 ihre Angebotsvorstellungen beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eingereicht.

Die Angebotskonzepte des Fern-, Regional- und Güterverkehrs wurden durch das Bundesamt für Verkehr beurteilt und die prioritären Angebotsausbauten daraus abgeleitet. Von Ende 2017 bis Anfang 2018 hat die Vernehmlassung des Bundes zum STEP Ausbauschritt 2035 stattgefunden. Mehr Informationen zur Vernehmlassung finden Sie hier:

Nach der Vernehmlassung wurden die Angebotskonzepte weiterentwickelt und optimiert. Im Herbst 2018 hat der Bundesrat die Botschaft verabschiedet. Die Medienmitteilung des Kantons Aargau mit der Einschätzung der Vorlage finden Sie hier:

Medienmitteilung vom 31. Oktober 2018

Entwicklung Busangebot: Ausgerichtet auf das Bahnangebot und die Nachfrage

Das Busangebot im Kanton Aargau wird, abgestimmt auf die Veränderungen im Fernverkehr und bei den S-Bahnen, weiterentwickelt. Die Hauptstossrichtungen der zukünftigen Entwicklungen und Optimierungen im Busverkehr lassen sich aus der Strategie mobilitätAARGAU ableiten:

  • In den Kernstädten und urbanen Entwicklungsräumen werden dicht besiedelte Gebiete mit einer guten Angebotsdichte erschlossen. Gute Busangebote im städtischen Raum leisten einen wichtigen Beitrag zur Abwicklung der Mobilitätsbedürfnisse.
  • Gemeinden im engeren Einzugsbereich von ländlichen Entwicklungsachsen profitieren mit Anschlussbuslinien indirekt auch vom guten S-Bahnangebot. Dies verbessert die Wirtschaftlichkeit der S-Bahnen und erhöht den öV-Anteil am Gesamtverkehr.
  • Gemeinden im Einzugsbereich der Metropolitanräume Zürich und Basel sind mit den Zentren entweder durch direkte Buslinien oder mit guten Zubringerlinien auf die Zürcher S-Bahn beziehungsweise die trinationale S-Bahn Basel zu erschliessen.
  • Der Kanton Aargau stellt im ländlichen Entwicklungsraum eine Basiserschliessung sicher. Dabei stehen das Optimieren des bestehenden Angebots und alternative Erschliessungslösungen im Vordergrund.

Anpassungen im Busnetz werden meistens den aktuellen Bedürfnissen entsprechend und relativ kurzfristig vorgenommen. Dies im Gegensatz zu den Entwicklungen auf den Bahnlinien, die in vielen Fällen langfristig vorbereitet und teilweise erst nach grösseren Anpassungen bei der Bahninfrastruktur realisiert werden können.