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Bauplanung

Bereits beim Kauf eines Grundstückes müssen für die spätere, energetische Optimierung einige Vorüberlegungen zur Grundstückslage, zu topographischen Gegebenheiten aber auch zur Beschattung und Nebelhäufigkeit gemacht werden. Für eine nachhaltige energetische Betrachtung zählen neben gebäuderelevanten Faktoren auch Fragen nach der Distanz zum Arbeitsplatz, der Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten.

Vorabklärungen

  • Überprüfen der Wind- und Nebelverhältnisse
  • Klären eventueller Beschattungen durch Berghänge, Bewuchs oder Nachbargebäude in den Wintermonaten mit Hilfe von Diagrammen des Sonnenstandverlaufs oder am besten durch Befragung der zukünftigen Nachbarn
  • Zusammenstellen der Wegstrecken zu Schule, Arbeitsplatz, Einkaufsmöglichkeiten und Haltestellen des öffentlichen Verkehrs

Exponierte Grundstücklagen

Exponierte Grundstücklagen bedeuten vor allem, dass das Objekt stärker dem Wind und Niederschlägen ausgesetzt ist.

Südhanglagen

Solche Grundstücke gelten als idealer Bauplatz. Die Sonneneinstrahlung ist bis zu 30% intensiver im Vergleich zum Nordhang bei gleichem Klima.

Tal und Kessellagen

Diese Standorte gelten als problematisch. Niedrige Sonnenstände in den Wintermonaten, Beschattung und häufig auftretender Nebel verringern die solare Einstrahlung erheblich.

  • Die längere Seite des Gebäudes sollte nach Süden ausgerichtet sein.
  • In Morgennebellagen ist eine Abweichung nach Südwesten von Vorteill.
  • Bei aktiver und passiver Nutzung der Sonnenenergie sind Abweichungen von +/- 20 Grad belanglos.
  • Südseitige Bepflanzung durch Laubbäume verhindert die sommerliche Überhitzung der Südfassade.

Die Wahl eines Energiestandards eventuell mit Zertifizierung sollte so früh wie möglich getroffen werden, damit die Anforderungen von Anfang an in die Planung einfliessen können.

Weitere Informationen finden Sie unter Bau- und Energiestandards.

Die mögliche Nutzung des Hauses kann variabel gestaltet werden: Offenes Wohnen, teilweise veränderbare Raumaufteilung und Raumnutzung.

Eine sympathische Architektur, die Sinnes- und Wohnerfahrungen der Benutzenden beflügelt, ist Voraussetzung für eine hohe Lebensqualität.

Es sollten umweltverträgliche Baumaterialien verwendet werden, die der Gesundheit nicht schaden.

Alle Massnahmen wie Energiekonzept, Dämmung, Heizung, Lüftung und Wasserrecycling müssen fachgerecht aufeinander abgestimmt sein.

Grundsatzentscheide

Die wichtigsten Entscheide zugunsten eines tiefen Energieverbrauchs fallen zu Beginn der Planung. Eine frühzeitige, kompetente Unterstützung durch die Energieberatung bzw. Architektinnen und Architekten sowie Planerinnen und Planer ist deshalb sehr wichtig.

Gebäudehülle

© Trägerschaft Energie Schweiz

Eine kompakte Gebäudeform ist energetisch vorteilhaft. Das Verhältnis von Aussenbauteilen (Dach, Aussenwände) und beheiztem Volumen, das Oberflächen/-Volumen-Verhältnis ist eine wesentliche Kenngrösse für den Wärmeverlust eines Gebäudes.

© Trägerschaft Energie Schweiz

Die Wärmedämmung muss das beheizte Volumen lückenlos umschliessen (geschlossener Dämmperimeter). Auch nur zeitweise beheizte Räume (z.B. Bastelräume im Keller oder Wintergarten) sind gegen aussen, gegenüber dem Erdreich oder gegen andere unbeheizte Räume mit einer Wärmedämmung zu versehen.

Die verglasten Flächen sollten nach Möglichkeit Richtung Süden ausgerichtet werden. Dies ermöglicht die passive Nutzung der Sonnenenergie.

Haustechnik

  • Heizungssysteme mit niedriger Betriebstemperatur wählen
  • CO2-freie Wärmeerzeugung einsetzen
  • Solarwärme in Gebäudeteile einspeichern
  • Die Sonnenenergie durch passive und - falls wirtschaftlich vertretbar – zusätzliche aktive Massnahmen nutzen, z.B. Sonnenkollektoren für Brauchwarmwasseraufbereitung

CO2-Emissionen entstehen bei der Verbrennung fossiler Energie (Erdölprodukte, Erdgas, Kohle) sowie bei der Verbrennung von Biomasse.

Da die Luftdichtigkeit bei den heutigen Gebäuden sehr gut ist, ist das richtige Lüften sehr wichtig geworden. Der Einsatz einer kontrollierten Wohnraumlüftung ist daher zu prüfen.

  • Regenwasser kann für die WC-Spülung und im Garten verwendet werden, um damit den Trinkwasserverbrauch zu senken.
  • Es sollte darauf geachtet werden, dass sanitäre Einrichtungen mit tiefem Wasserverbrauch eingesetzt werden.

Bei der Auswahl von Haushaltgeräten sollte auf die Energieetikette geachtet werden. Die Geräte mit der Effizienzklasse A (gemäss EU-Klassierung) sollten verwendet werden. Die Geräte der Klassen D bis G brauchen oft doppelt so viel Strom wie ein A-Gerät.

Mehr zum Thema

Ausführlichere Informationen finden Sie in den Broschüren.