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Red mit mir

Tanztheater – ab 8 Jahren

Drei Personen auf der Bühne
Foto: Pfister Peter
Drei Personen liegen auf der Bühne
Foto: Pfister Peter

Gerda passiert ein Missgeschick und ihre Schwester Julia hat es gesehen. Und jetzt? Was machen wir denn nun? Wer soll davon berichten gehen? Wem zuerst, wann am besten und warum überhaupt? Und was, wenn dadurch noch anderes zur Sprache kommt und Verschwiegenes auf einmal zu hören ist?

Mit Bewegungen und Worten erzählen Tina Beyeler, Angie Müller, Jeanne Devos und Kathrin Veith der Theatergruppe Kumpane mit Tanz, Artistik und Schauspiel von Lust und Last des Drüber-Redens und machen die Last und Lust des Nicht-Erzählen-Könnens auf eine ungewöhnliche Art sichtbar. Kumpane arbeitet an der Schnittstelle von modernem Tanz und Sprechtheater. Hier gehen Tanz und Text eine eigenwillige Verbindung ein. Gedachtes wird gesagt, Verschwiegenes in Bewegung gesetzt, Getanztes spricht.

Spielorte

Odeon Brugg – für 4. bis 6. Klasse

DatumZeitAnzahl Plätze
Montag, 8. November10:00 Uhrausgebucht
Dienstag, 9. November10:00Uhr40

Roter Teppich

Montag, 1. November – 18:00 Uhr

Adresse

Odeon Brugg, Bahnhofplatz 11, 5200 Brugg

Kosten

Fr. 10.– pro Schülerin oder Schüler

Kontakt

Judith Fuchs, , Tel. 056 441 19 16, www.odeon-brugg.ch (öffnet in einem neuen Fenster), Kontaktaufnahme bitte per E-Mail

ThiK Theater im Kornhaus Baden – für 3. und 5. Klasse

DatumZeitAnzahl Plätze
Mittwoch, 1. Dezember10:00 Uhr37
Donnerstag, 2. Dezember10:00 Uhr75

Roter Teppich

Montag, 22. November – 18:00 Uhr

Adresse

ThiK Theater im Kornhaus Baden, Kronengasse 10, 5400 Baden

Kosten

Fr. 10.– pro Schülerin oder Schüler (kein Impulsgesuch nötig, Ticketkosten bereits unterstützt)

Kontakt

Nadine Tobler, , Tel. 056 209 01 33, www.thik.ch (öffnet in einem neuen Fenster)

Kurzeinführung in der Klasse

Zur Vorbereitung auf den Theaterbesuch bietet die Theaterleiterin Nadine Tobler für die Vorstellungen im Thik halbstündige Stückeinführungen im Klassenzimmer an. Dabei wird der Stückinhalt thematisiert, aber auch die Entstehung der Inszenierung und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler werden vorgestellt. Zudem werden die Schülerinnen und Schüler auf den Theaterbesuch im Allgemeinen vorbereitet und erhalten Anregungen für das Nachgespräch. Die Reservation kann direkt mit der Buchung des Theaterbesuchs gemacht werden.

Roter Teppich für Lehrpersonen

Die Choreografin Tina Beyeler erzählt, wie Kumpane – ausgehend vom Thema Kommunikation – die Geschichte von Gerda, Julia und ihrer Mutter erst entwickelt und anschliessend in Tanz übersetzt hat. Sie lädt dazu ein, gemeinsam Tanz-Spiele und choreografische Bausteine auszuprobieren, die mit der Klasse als Vor- oder Nachbereitung wiederholt werden können.

  • Odeon Brugg – Montag, 1. November – 18:00 Uhr
  • ThiK Theater im Kornhaus Baden – Montag, 22. November – 18:00 Uhr

Theaterpädagogisches Begleitmaterial "Red mit mir" (PDF, 8 Seiten, 713 KB)

Hintergrundbericht von Nadine Tobler

Frau mit braunem Haar lächelt Bild vergrössern
© Yasser John

Nadine Tobler ist Co-Leiterin des ThiK Theater im Kornhaus Baden und Seiltänzerin. Sie hat das Studium der Theaterwissenschaft mit Schwerpunkt Tanz abgeschlossen.

Gedachtes wird gesagt, Verschwiegenes in Bewegung gesetzt, Getanztes spricht.

Andri Beyeler, Autor und Dramaturg von Kumpane

Sag' ich’s oder sag' ich's lieber nicht?

Wann ist der richtige Zeitpunkt? Was passiert, wenn ich etwas "ausplaudere"? Verrate ich jemanden? Oder ist es nichts als fair und schützt es vielleicht sogar jemanden? Was sind die richtigen Worte? Werde ich verstanden, oder schaffe ich mir nur selber Probleme damit? Um diese Fragen kreist das Tanzstück "Red mit mir", das demnächst im ThiK Theater im Kornhaus Baden und im Odeon in Brugg gastiert. In der Geschichte, die in diesem Stück erzählt wird, wird klar, dass diese Fragen nicht nur die zwei Kinder, sondern auch ihre Mutter beschäftigen.

Mehr als 1'000 Worte

Die Truppe "Kumpane" um die Choreographin Tina Beyeler kombiniert seit mehreren Jahren zeitgenössischen Tanz mit Texten. Auch in ihrem neuesten Stück verflicht sie Text und Tanz gekonnt miteinander. Mit Bewegungen und Worten erzählen zwei Tänzerinnen und eine Schauspielerin von Lust und Last des Drüber-Redens und Nicht-Erzählen-Könnens. Passend ist diese Verflechtung und der Wechsel von Körpersprache und mündlichem Ausdruck nur schon wegen des Themas des Unausgesprochenen.

Mit dem Körper sprechen

Das neue Stück von Beyelers "Kumpanen" rückt ins Zentrum, was unseren Alltag bestimmt. Bei der Begegnung mit anderen nehmen wir ganz intuitiv die Körpersprache wahr, wir lesen und interpretieren. Wir alle sprechen – bewusst oder unbewusst – mit unserem Körper und dieser sagt sehr oft etwas ganz anderes als unsere gesprochenen Worte. Man wird im Gesicht rot, man zuckt zusammen, man macht sich klein oder gross. Wir alle kennen das. Auf der Bühne von "Red mit mir" wird genau damit gespielt. Viele Bewegungen und Körperhaltungen können sehr eindeutig gelesen und eingeordnet werden, andere erscheinen uns vielleicht willkürlich oder abstrakt. Oder nicht unbedingt "schön" und "leicht", sondern eher alltäglich oder sogar unpassend. Die Sprache des Tanzes ist vielschichtig und lässt einen grossen Spielraum in der Deutung zu. Im Gegensatz zur gesprochenen Sprache ist er kein abgeschlossenes Zeichensystem.

Das ist gut so und macht die grosse Faszination des zeitgenössischen Tanzes aus. Es gibt kein Richtig, es gibt kein Falsch. Alle haben andere Assoziationen, Erinnerungen und Gefühle, die geweckt werden. Wir müssen nicht jede Bewegung im eigentlichen Sinn "verstehen". Aber wir dürfen schauen. Die Freiheit, zu sehen und vor allem zu empfinden, ist oft eine grosse persönliche Herausforderung. Im Anschluss an eine Aufführung darüber zu sprechen, ist daher anspruchsvoll, aber auch sehr spannend.

Keine Angst!

Das Beste was passieren kann, ist den Schülerinnen und Schülern die Furcht zu nehmen, dass man etwas nur auf eine Art verstehen kann. Wir dürfen einfach an einer eigenen Geschichte spinnen und wir dürfen geniessen, während wir zusehen, wie sich jemand bewegt. Wir dürfen bewundern und staunen, was die Tänzerinnen und Tänzer mit ihren Körpern alles machen können. Und wir dürfen die Lust verspüren, selbst einmal wieder zu tanzen.

Text: Nadine Tobler

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