Navigation

Sprunglinks

zurück

GO TELL

Junge Marie – ab 14 Jahren

Grafik Miss Helvetia
Bild: Luca Schaffer
Grafik Miss Helvetia mit Text Go Tell
Bild: Luca Schaffer

Mit GO TELL mischen sich junge Darstellerinnen Darsteller in die Schweiz und ihre Geschichte(n) ein und klopfen das Land auf seine Grundlagen, seine Klischees, seine grossen und kleinen Fehler und auf seine Möglichkeiten ab. Was für eine Schweiz wollen die jungen Menschen leben, verkünden, repräsentieren – abseits der üblichen Bergpanorama-Schoggi-Tennis-Schablonen? Taugen dieser Wilhelm Tell und seine Rütli-Herren noch als Posterfiguren für die moderne, diverse Schweiz? Was ist mit allen Frauen und den Menschen aus anderen Kulturen, die auch in diesem Land leben? Wer sind die Heldinnen und Helden, die in den Ankunftshallen von den Screens lächeln sollen? Und was will die Jugend der Schweiz schon lange mal laut und deutlich sagen? Hier, heute, jetzt?

GO TELL präsentiert Auffrischungen für die Schweiz und ihr Morgen und lässt dabei auch unbequeme Fragen und alteingesessene Muster zu. Be part and GO TELL.

Spielorte

Bühne Aarau: Tuchlaube – für 8. und 9. Klasse

DatumZeitAnzahl Plätze
Sa, 24. Oktober20:00 Uhröffentliche Vorstellung (Premiere)
Mo, 26. Oktober19:00 Uhr26
Di, 27. Oktober10:00 Uhr5
Di, 27. Oktober19:00 Uhr12
Mi, 28. Oktober20:00 Uhr23

Roter Teppich

Di, 13. Oktober – 18:00 Uhr

Adresse

Metzgergasse 18, 5000 Aarau

Kosten

Fr. 10.– pro Schülerin oder Schüler (kein Impulskreditgesuch nötig, Ticketkosten bereits unterstützt)

Kontakt

Nina Curcio, , Tel 062 834 80 40, www.buehne-aarau.ch (öffnet in einem neuen Fenster)

Kurtheater Baden – für 8. und 9. Klasse

DatenZeitAnzahl Plätze
Mo, 16. November10:00 Uhrausgebucht
Mo, 16. November19:00 Uhrausgebucht

Roter Teppich

Di, 20. Oktober – 18:00 Uhr

Adresse

Parkstrasse 20, 5401 Baden

Kosten

Fr. 10.– pro Schülerin oder Schüler (kein Impulskreditgesuch nötig, Ticketkosten bereits unterstützt)

Kontakt

Lara Albanesi, schule@kurtheater.ch, Tel. 056 222 22 44, www.kurtheater.ch (öffnet in einem neuen Fenster)

Roter Teppich für Lehrpersonen

Zu Gast am Roten Teppich ist Rebecca Etter, Vermittlerin vom Ensemble Junge Marie. Der Rote Teppich gibt in einem informellen Rahmen Einblick in die Entstehung und Recherchearbeit der Inszenierung GO TELL und zeigt mögliche Vorbereitungsideen und Diskussionspunkte für den Unterricht auf.

  • Bühne Aarau: Tuchlaube – Di, 13. Oktober – 18:00 Uhr
  • Kurtheater Baden – Di, 20. Oktober – 18:00 Uhr

Theaterpädagogisches Begleitmaterial "GO TELL" folgt.

Einführungs-Workshop im Kurtheater

GO TELL denkt gemeinsam mit jungen Menschen über die aktuelle und zukünftige Schweiz nach. Nach einem kurzen Rundgang durch das Kurtheater Baden erforschen und diskutieren die Schülerinnen und Schüler im spielerischen Einführungsworkshop eigene Zukunftsvisionen für die Schweiz, über Klischees und Heldenfiguren. Sie reflektieren ihre Erfahrungen und erproben eigene Handlungsmöglichkeiten im Spiel.

Weitere Infos & Anmeldung siehe: www.kurtheater.ch (öffnet in einem neuen Fenster) oder Tel. 056 222 22 44

Kurzeinführung in der Klasse

Zur Vorbereitung auf den Theaterbesuch bietet die Theaterpädagogin Nina Curcio für die Vorstellungen der Bühne Aarau halbstündige Stückeinführungen im Klassenzimmer an. Dabei wird der Stückinhalt thematisiert, aber auch die Entstehung der Inszenierung und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler vorgestellt. Zudem werden die Schülerinnen und Schüler auf den Theaterbesuch im Allgemeinen vorbereitet und erhalten Anregungen für das Nachgespräch. Die Reservation kann direkt mit der Buchung des Theaterbesuchs gemacht werden.

Vier Fragen an Regisseurin Julia Haenni

Junge Frau mit braunem Haar Bild vergrössern
Foto: Mali Lazell

Julia Haenni gibt im Interview Einblick in ihre Produktion GO TELL.

Man darf sich also auf einen radikal neuen Wilhelm Tell freuen, auf eine zeitgemässe Repräsentation der Schweiz – ohne das ganze Bergpanorama-Schoggi-heile-Welt-Klischee.

Julia Haenni

GO TELL beschäftigt sich mit dem Thema "In was für einer Schweiz möchten wir gerne leben?" Welche Geschichte erwartet das Publikum?

GO TELL sind sechs junge Frauen, die sich an der Schweiz und ihren Klischees, Fehlern und Möglichkeiten abarbeiten. Und damit eben auch an den Geschichten der Schweiz. Eine von diesen Geschichten ist natürlich die von Wilhelm Tell, die ja noch immer sowas wie der Urmythos der Schweiz ist, aber vielen nichts mehr sagt. Oder auf den ersten Blick nicht mehr so viel mit der Schweiz hier und heute und den Lebensrealitäten von jungen Frauen und Männern mit ihren Fragen zu tun hat. In GO TELL machen diese jungen Frauen dann eben ihre eigene Version draus und erschaffen sich ihre Schweiz, wie sie sie gerne in Zukunft hätten. Man darf sich also auf einen radikal neuen Wilhelm Tell freuen, auf eine zeitgemässe Repräsentation der Schweiz – ohne das ganze Bergpanorama-Schoggi-heile-Welt-Klischee, dass von konservativer Seite so gerne bemüht wird. Und das Ganze aus weiblicher Perspektive. Schon das allein enthält ja so einiges an Sprengkraft in der Schweiz. Noch immer.

Mit welchen Impulsen und Schwerpunkten wird das junge Publikum konfrontiert, um das eigene Bild der Schweiz zu reflektieren?

Wir haben uns mit vielen aktuellen und historischen Aspekten beschäftigt, die auf verschiedene Arten in den Text und in die Inszenierung eingeflossen sind. Wir haben auch viele Interviews mit jungen Menschen geführt, nicht nur teamintern. Mit der Zeit haben sich einige zentrale Dinge herauskristallisiert. Ein grosses Thema ist natürlich die "Neutralität" der Schweiz, die es eben nicht gibt und nie gab. Und damit verbunden die einen oder anderen Hinweise auf Konstellationen, in denen die Schweiz durchaus einiges an Dreck am Stecken hat(te) und dies eben auch zum Reichtum, den wir hier haben, beiträgt. Ja, dass die Schweiz eben international vernetzt ist und das auch braucht und sehr, sehr viele Menschen hier leben und unsere Gesellschaft mitstützen, die nicht "schon immer" hier waren. Es ist darum auch nicht so simpel, dass man dann von hier und dort sprechen kann, von "denen" und "uns", von "richtigen" Schweizerinnen und Schweizern und "nicht richtigen" und dann nur die "Richtigen" hier mitbestimmen können. Das Demokratiedefizit, das wir hier haben, das ist also auch Thema. Ein weiterer zentraler Aspekt ist – wie man bereits in der Besetzung erkennen kann – der Feminismus; sprich die Frage nach der Gleichberechtigung aller Menschen, unabhängig ihres Geschlechts. Da läuft in der Schweiz unserer Meinung nach nicht alles so glatt, wie es im reichsten Land der Welt laufen könnte.

Wie lässt sich das Thema in den Unterricht einbeziehen? Zu welchen Unterrichtsfächern können Bezüge geschaffen werden?

Das Thema lässt sich von verschiedenen Seiten beleuchten. Einerseits kann man im Deutschunterricht den Originalstoff von Schiller lesen, der ja wunderbar viele zentrale gesellschaftspolitische Fragen enthält, die heute noch immer gelten. Andererseits ist es ein Thema für den Geschichtsunterricht oder für Fächer, in denen politische Bildung von statten geht. Falls es die schon gibt – was sich viele junge Menschen, die wir getroffen haben, wünschen. Ein weiterer zentraler Aspekt ist natürlich – wie man bereits in der Besetzung erkennen kann – der Feminismus; sprich die Frage nach der Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig ihres Geschlechts.

Weshalb ist das Stück unbedingt Empfehlenswert?

Das Stück fordert auf seine Umwelt, das Land oder die Umgebung in der man lebt wahrzunehmen und sich zu fragen, was man daran gut findet und was eben vielleicht nicht. Es fordert auf aktiv zu werden, sich politisch einzumischen und sich mutig für das einzusetzen, woran man glaubt. Zum Beispiel eine gerechtere Zukunft. Dass Veränderungen eben möglich sind und möglich sein müssen. Und dass das cool sein kann, Spass macht und nichts mit grauen alten Gewändern und Büchern zu tun haben muss. Dies scheint uns in Zeiten, in denen die ganze Welt in Aufruhr ist und an vielen Orten demokratische Errungenschaften und der Kampf um Gleichberechtigung für alle Menschen wieder unterminiert wird, eine wichtige Sache. Und eben, let`s rock it. Das macht Spass und ist berührend und witzig, farbig und laut.

zurück