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fanfaluca – Jugend Theater Festival Schweiz

fanfaluca – Jugend Theater Festival Schweiz – Theater & Tanz – 7. bis 9. Klasse, Sekundarstufe II

Jugendliche im Freien in verschiedenen spielerischen Posen Bild vergrössern
© Kalena Leo

Die sechste Ausgabe des Festivals vom 10. bis 15. September 2019 präsentiert ein hochwertiges Programm der Schweizer Jugendtheaterszene und bildet die aktuelle Vielfalt künstlerischer Theaterarbeiten von und mit jugendlichen Darstellerinnen und Darstellern ab. Schülerinnen und Schüler setzen sich als Zuschauende oder in Workshops zur Inszenierung mit der Ästhetik und den Inhalten des Gesehenen ihrer eigenen Generation auseinander.

Detailinformation

OrtAarau, diverse Orte
DatenWorkshops (öffnet in einem neuen Fenster): 12. August bis 9. September 2019
Vorstellungen (öffnet in einem neuen Fenster): 10. bis 15. September 2019
Kosten/Dauer
  • Workshop Fr. 200.– für 90 Minuten (mit Impulskredit Fr. 100.–)
  • Vorstellung Fr. 15.– pro Person (mit Impulskredit Fr. 7.50)
Kontakt, www.fanfaluca.ch (öffnet in einem neuen Fenster)

Interview mit Beat Knaus, Jury-Leiter

Im Interview gibt Beat Knaus einen exklusiven Einblick in den diesjährigen Jurierungsprozess des fanfaluca – Jugend Theater Festivals Schweiz.

Lachender Mann vor grünen Gebüschen Bild vergrössern
© Beat Knaus

Beeindruckend ist dabei das enorme Engagement und der Mut, mit dem sich die jungen Menschen an die uralte Kunstform des Theaters wagen.

Herr Knaus, Sie haben den diesjährigen Jurierungsprozess der sechsten Ausgabe des fanfaluca – Jugend Theater Festivals Schweiz geleitet. Wie beurteilen Sie das Auswahlverfahren rückblickend?

Die Arbeit in der Jury war äusserst inspirierend. Zurückzuführen ist dies einerseits auf den Witz und die Expertise der in dieser Gruppe versammelten Fachleute. Darüber hinaus lag die Bereicherung aber in der Qualität und der Diversität der eingereichten Arbeiten begründet. Nicht nur haben sich die unterschiedlichsten Gruppen aus allen Landesteilen angemeldet, von Aarau bis Zuoz, von der Westschweiz bis ins Tessin. Auch waren alle Spielformen des modernen Theaters vertreten, von der Klassiker-Inszenierung über partizipative Textexperimente bis hin zu reinen Tanztheaterproduktionen. Beeindruckend ist dabei das enorme Engagement und der Mut, mit dem sich die jungen Menschen an die uralte Kunstform des Theaters wagen.

Was macht für Sie eine gute Inszenierung aus?

Das ist ein weites Feld… Wie viele Stunden Zeit haben Sie? Spass beiseite: Was für mich persönlich eine gute Inszenierung ausmacht, ist für diese Arbeit gottlob nicht relevant. Gut ist eine fanfaluca-Inszenierung dann, wenn sie eine Schulklasse zu begeistern vermag. Das reicht in der Regel vollauf, um auch mich zu begeistern.

Fanfaluca präsentiert Theater- und Tanzinszenierungen von Jugendlichen für Jugendliche. Wie geht die Jury bei der Beurteilung der Eingaben vor? Nach welchen Kriterien wird entschieden?

Die am Ende ausgewählten Stücke sind weniger Gewinner als beispielhafte Stellvertreter, die die aktuelle Jugendtheaterszene exemplarisch repräsentieren sollen. Bei unserer Auswahl wenden wir fünf genau umschriebene Kriterien an. Eines davon ist die ästhetische und inszenatorische Qualität. Daneben ist es indessen zentral, dass die Stücke auf jugendliche Perspektiven fokussiert sind, und zwar auf der Produktions- wie auf der Rezeptionsseite. Darüber hinaus sollen die ausgewählten Stücke auf der einen Seite die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Schweiz, auf der anderen Seite die in institutioneller Hinsicht heterogene Jugendtheaterszene repräsentieren. Neben den Jugendclubs, die von grossen Theaterhäusern unterstützt werden, sollen so auch das Schultheater und die freie Szene am Festival vertreten sein. Und schliesslich geht es darum, dass die sieben Produktionen ein stimmiges, ausgewogenes und logistisch realisierbares Festivalprogramm ergeben.

Mit welchen Herausforderungen sieht sich die Jury dabei konfrontiert?

Nicht alle Produktionen haben zum Zeitpunkt der ersten Jurysitzung ihre Premiere bereits hinter sich. Viele müssen sich zu einem Zeitpunkt bewerben, da die Probearbeit noch lange nicht abgeschlossen ist. Aus Live-Besuchen und Mitschnitten von Proben abzuschätzen, in welche Richtung sich eine Inszenierung entwickeln kann, ist nicht immer ganz einfach. Daneben ist auch der logistische Aufwand kein geringer: Es gilt in einer kurzen Zeitspanne Stücke und Proben in allen Landesteilen und Sprachen zu besuchen (bzw. die entsprechenden Filmmitschnitte zu visionieren) und das Gespräch mit den Jugendlichen und Verantwortlichen zu suchen. Darüber hinaus muss man sich auch in einer mehrsprachigen Jury verständigen und eine gemeinsame Sprache finden.

Welche Inszenierungen dürfen wir dieses Jahr erwarten und welche eignen sich für Schulen?

Wenn ich die zweite Frage rundweg mit "Alle!" beantworte, ist das hoffentlich keine Betriebsblindheit. Unser höchstes Kriterium bei der Auswahl ist es ja gerade, dass sich die Stücke für Jugendliche eignen. Deshalb ist es uns eine besondere Ehre, dass wir mit dem Grips-Theater aus Berlin eines der renommiertesten Jugendtheater-Ensembles aus Deutschland einladen dürfen. Sie kehren buchstäblich ihr Innerstes nach außen und zeigen: das Monster in mir. Darüber hinaus zeigt das junge theater basel mit "Pool Position" einen theatralischen Roadmovie durch die Themen des Erwachsenwerdens. Auch die Produktion des Jungen Theaters Willisau bietet eine Initiation in ein Thema, das Jugendliche umtreibt: den Rausch. Wer dagegen einen Klassiker mit brandaktuellen Bezügen sehen will, sieht sich die Bündner "Antigone" oder das Aarauer "Andorra" an. Und wem gar nicht nach Worten zumute ist, kann in der Arbeit des Jungen Schauspielhauses Zürich sehen, was elf Körper ausdrücken können, wenn sie nicht sprechen…

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