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Geschichten erzählen

Jonathan Wuest - digitales Angebot – Medienkunst & Film – 4. bis 9. Klasse, Sekundarstufe II

Ob Film, Buch, Theater oder Game, mit einer guten Geschichte steht oder fällt das Ganze. Aus langjähriger Erfahrung als Animationsfilmer und der Auseinandersetzung mit Geschichten verschiedenster Art zeigt Jonathan Wüst, wie Geschichten aufgebaut sind. Hilfreiche Tipps unterstützen die Schülerinnen und Schüler beim Generieren von Ideen. Diese bauen sie nach einer einfachen Anleitung zu einer Geschichte mit allen dafür wichtigen Elementen zusammen. Die Art der Umsetzung steht den Schülerinnen und Schülern offen: Mit Zeichnungen, Spielfiguren oder als Schauspiel. Vorerst geht es nicht um die Darstellung, sondern wie spannend eine Geschichte aufgebaut ist.

Detailinformationen

Datenab 25. Mai 2020, nach Vereinbarung
Technische VoraussetzungenKonferenztool für Klassenchat, Computer, Internet
Kosten / DauerFr. 500.– für einen Halbtag (mit Impulskredit Fr. 250.–)
Fr. 700.– für einen Tag (mit Impulskredit Fr. 350.–)
Gruppengrösseeine Schulklasse
KontaktJonathan Wuest, Tel. 077 421 61 06,
Webseitewww.jotha.org (öffnet in einem neuen Fenster)

Interview

ein junger Mann mit Brille hät einen Bleistift Bild vergrössern
© Karin Grace

Jonathan Wuest erzählt im Interview, was Schülerinnen und Schüler in seinem digitalen Workshops erwartet und welchen Mehrwert dieser dem Unterricht bietet.

Zum anderen sind ein Spannungsbogen und ein dramaturgischer Aufbau, die in einer Geschichte praktisch spürbar werden, ebenso in einem Vortrag und in jedem Text wichtig.

Jonathan Wuest

In Ihrem Angebot "Geschichten erzählen" zeigen Sie auf, wie Geschichten aufgebaut sind. Schülerin-nen und Schüler lernen dabei, Geschichten zu erzählen. Wie gehen Sie dabei vor, wie gestalten Sie den Ablauf dieses Workshops?

An der Basis fast jeder Geschichte steht erst einmal ein Protagonist. Dessen Fähigkeiten als auch Unfähigkeiten sowie seine Träume, Ängste und weitere Motive entscheiden über die Art und Verlauf einer Geschichte. Zuerst denkt sich also jeder eine Figur aus. Meistens beginnt dies mit einer kleinen, einfachen Idee. Diese wird dann ergänzt und weiter ausgebaut, bis eine schillernde, spannende Figur vor einem steht. Dabei müssen das überhaupt nicht nur Heldinnen und Helden oder Übermenschen sein. Oft machen gerade auch die Schwächen einer Figur sie spannend. Der nächste Schritt ist dann nur noch zu zeigen, dass die Geschichte bereits in dieser Figur geschrieben steht. Man muss nur herauslesen, was sie will und was sie tun wird.

Diesen Workshop bieten Sie über das Internet an, welche Online-Tools verwenden Sie?

Die Resultate werden auf einem Blog gesammelt und miteinander geteilt. Dort ist der Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler auch später noch die eigenen Ergebnisse und die der anderen anschauen können. Die Auseinandersetzung mit eigenen selbst erschaffenen Inhalten bietet eine gesündere Alternative für die Freizeitbeschäftigung als die blosse passive Konsumation von Fernsehen und anderen Videos und Inhalten des Webs. Für den Videochat wird Microsoft Teams verwendet.

Welchen Mehrwert für die Schülerinnen und Schüler sehen Sie in Ihrem Online-Angebot?

Geschichten zu erzählen ist eine wichtige Kommunikationsform mit dem Gegenüber und ist ein wundervolles Übungsgebiet für viele andere Arten der Kommunikation. Demnach schärft das Geschichtenerzählen die kommunikativen Fähigkeiten ausserhalb der Raster von Schulfächern. Man kann jede noch so fantastische Idee haben, die man will, aber sie muss auch eine für andere verständliche Form finden. Zum anderen sind ein Spannungsbogen und ein dramaturgischer Aufbau, die in einer Geschichte praktisch spürbar werden, ebenso in einem Vortrag und in jedem Text wichtig. Wenn mit dem Erzählen einer Geschichte also diese Fähigkeiten geübt und geschleift werden, kann dies einen Vorteil in vielen anderen Gebieten bringen.

Welche Ziele des neuen Lehrplans können im Rahmen des Angebots erarbeitet werden?

Im Workshop können Schülerinnen und Schüler sich alle ihnen zur Verfügung stehenden Medien zunutze machen. Teilweise müssen sie dies natürlich auch. Eine Kamera ist ja ohnehin notwendig, dann kann man auch gleich Ideen mit ihr festhalten. Und auch wenn Zeichnungen gemacht werden, müssen sie am Ende in irgendeiner Form digitalisiert werden, um sie mit den anderen zu teilen. Die Kommunikation wird auf drei Ebenen geübt: Auf der gestalterisch-kreativen, indem sie ihren Ideen Form geben; auf technisch-digitaler, weil ihre Gedanken und Ideen in digitaler Form verpackt werden; und auf zwischenmenschlicher Ebene, weil sie sich zusammen mit anderen auf einer gemeinsamen digitalen Plattform den Platz für Aussprache und Zuhören teilen müssen. Ein weiterer Aspekt ist die Kompetenz, Geschichten richtig lesen, interpretieren und hinterfragen zu können. Gerade heute mit Fake-Nachrichten ist es wertvoll, die Entstehung einer Geschichte verstehen, die Motivation dahinter lesen und den relevanten Kontext erkennen zu können. All das findet natürlich auf einer sehr spielerischen Ebene statt, aber alle nötigen Kompetenzen werden angeeignet, die später genau dazu verwendet werden können.

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