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Blickwechsel

Zimmermannhaus – Visuelle Kunst – alle Stufen

Jugendlicher schaut ein Objekt an Bild vergrössern
© Sandra Senn

In jährlich vier Ausstellungen bietet das Zimmermannhaus Kunst & Musik einem breiten Publikum Zugang zu zeitgenössischer Kunst mit vielfältigen Ansätzen und spannungsreichen Positionen. "Blickwechsel" fokussiert auf die jeweilige Ausstellung und deren Schwerpunkt. In dialogischen Führungen werden die Schülerinnen und Schüler an die künstlerischen Arbeiten und mögliche Lesarten herangeführt. Sie erfahren Hintergrundinformationen zu den Kunstschaffenden, deren künstlerischer Position und Arbeitsweisen. Einblicke in die Ausstellungsplanung und den Ausstellungsbetrieb erlauben auf Wunsch auch den Blick hinter die Kulissen.

Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern ein lustvolles, tiefgründiges, mehrschichtiges Eintauchen in die Welt des zeitgenössischen schweizerischen Kunstschaffens und der Kunst zu ermöglichen.

Detailinformationen

OrtZimmermannhaus Kunst & Musik, Brugg
Datennach Vereinbarung
Kosten/Dauer
  • Fr. 120.– für 60 Minuten (mit Impulskredit Fr. 60.–)
  • Fr. 150.– für 75 Minuten (mit Impulskredit Fr. 75.–)
  • Fr. 180.– für 90 Minuten (mit Impulskredit Fr. 90.–)
FahrtkostenBeteiligung möglich
Gruppengrösseeine Schulklasse
KontaktAndrea Gsell,
Webseitewww.zimmermannhaus.ch (öffnet in einem neuen Fenster)

Interview mit Andrea Gsell, Leiterin Zimmermannhaus Brugg Kunst&Musik

Im Interview gibt Andrea Gsell Einblicke in das Programm und die Ausstellungen des Zimmermannhauses. Sie stellt zudem das neue Angebot Blickwechsel für Schulen vor, das den Schülerinnen und Schülern eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Ausstellungen ermöglicht.

Frau mit Brille vor blauem Hintergrund Bild vergrössern
© Nici Jost

Aufgrund von vielfältigen Erfahrungen an der Schnittstelle zwischen Kunst und Schule bin ich überzeugt davon, dass eine nachhaltige und gezielte Auseinandersetzung mit künstlerischen Denk- und Handlungsweisen im Schulalltag ein enormes, oft noch ungenutztes Potential beinhaltet.

Andrea Gsell

Seit 2017 leiten Sie das Zimmermannhaus. Wie ist es dazu gekommen?

2013 stellte ich als Kunstschaffende im Duo île flottante | Nica Giuliani & Andrea Gsell selbst im Zimmermannhaus aus. Im Nachgang dieser Ausstellung moderierte ich die Künstlergespräche zu den jeweiligen Ausstellungen und war dadurch mit dem Haus verbunden. Anlässlich der Pensionierung der damaligen Leiterin Drahu Kohout wurde ich angefragt, mich für ihre Nachfolge zu bewerben. Bewogen dazu hat mich nebst anderem vor allem auch der Wunsch, das kulturelle Angebot meines Lebensumfeldes mitzugestalten und weiterhin in einer Stadt mit einem qualitativ hochstehenden Kunstangebot daheim zu sein. Das Zimmermannhaus war mir bereits aus Kindheitstagen ein Begriff, da ich in der Region aufgewachsen bin.

Was zeichnet das Zimmermannhaus aus?

Das Zimmermannhaus veranstaltet bereits seit 1984 als städtisches Engagement für Kunst und Musik Ausstellungen und Kammermusikkonzerte unter einem Dach. Jährlich vier Kunstausstellungen eröffnen einem breiten Publikum den Zugang zu professioneller zeitgenössischer Kunst mit vielfältigen Ansätzen und spannungsreichen Positionen. Kunstschaffende, Musikerinnen und Musiker sowie Publikum schätzen den intimen, persönlichen Rahmen unseres Hauses. Als offener, einladender Ort möchten wir Kunst-, Musik- und überhaupt interessierten Menschen ein facettenreiches, hochkarätiges Programm bieten und zur Bereicherung des kulturellen Lebens in unserer Region und darüber hinaus beitragen.

Welche neuen Projekte und Aktivitäten sind in Planung?

Im Frühling zeigen wir eine audiovisuelle Installation. Diese lässt Ölbilder und räumliche Installationen der Malerin Silva Reichwein und klangliche Inszenierungen, installative Settings und Musikperformances des Schlagzeugers und Komponisten Martin Lorenz in einer temporären Verbindung auf unterschiedlichen Ebenen visuell und akustisch aufeinandertreffen.

Für die Sommerausstellung planen wir eine Ausstellung, die verschiedene sonst unerschlossene Orte wie leerstehende Häuser, Estriche, Kellerräume, Wohnungen und Innenhöfe in der Altstadt mit dafür konzipierten künstlerischen Arbeiten bespielt und diese so der Brugger Bevölkerung, Kunstinteressierten und Auswärtigen für zwei Wochen zugänglich macht.

Mit verschiedenen Vermittlungs- und Veranstaltungsgefässen möchten wir bei allen Ausstellungen unterschiedliche und auch niederschwellige Zugänge zu Kunst ermöglichen. Aktuell ist auch ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit einer Schule in Entwicklung, das der Frage nachgeht, wie wir mit Lehrpersonen Prozesse anstossen können, die über die Kunst hinauswirken und einen ganzheitlichen Zugang zur Welt schaffen.

Neu bieten Sie im Rahmen des Programms von "Kultur macht Schule" das Angebot Blickwechsel an. Welchen Mehrwert für die Schülerinnen und Schüler sehen Sie in diesem Angebot?

Wie der Titel anklingen lässt, stehen Perspektivenwechsel und Austausch im Fokus. In dialogischen Führungen werden die Schülerinnen und Schüler an die künstlerischen Arbeiten und mögliche Lesarten herangeführt. Sie erfahren Hintergrundinformationen zu den Kunstschaffenden, deren künstlerischen Position und Arbeitsweisen. Einblicke in die Ausstellungsplanung und den Ausstellungsbetrieb erlauben auf Wunsch auch den Blick hinter die Kulissen.

Dabei geht es darum, Vertrauen in die eigene Wahrnehmung zu entwickeln und sich gleichzeitig in Offenheit zu üben, sich auf etwas einzulassen, mehrmals hinzuschauen und auch Uneindeutigkeiten auszuhalten.

Aufgrund von vielfältigen Erfahrungen an der Schnittstelle zwischen Kunst und Schule bin ich überzeugt davon, dass eine nachhaltige und gezielte Auseinandersetzung mit künstlerischen Denk- und Handlungsweisen im Schulalltag ein enormes, oft noch ungenutztes Potential beinhaltet.

Welche Ziele des neuen Lehrplans können im Rahmen des Angebots erarbeitet werden?

Nebst den vielfältigen Möglichkeiten rund um die Fachbereiche Gestaltung und Medien sowie je nach Ausstellungsschwerpunkt konkreten Themenfeldern aus NMG ermöglicht das Angebot je nach Fokus auch den Erwerb von überfachlichen Kompetenzen des neuen Aargauer Lehrplans wie Selbstreflexion, Sprachfähigkeit, Umgang mit Vielfalt sowie die Entwicklung von Kreativität, Kommunikationsfähigkeit, Problemlösungsstrategien und innovativem, reflektiertem, kritischem Denken.

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