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1804 / 1919

Die schockierende Aussage Napoléons hat lange nachgehallt: 1919 trägt Elisabeth Flühmann ihren bekannten Aufsatz "Zur Frauenstimmrechtsfrage" vor und setzt zu einem historischen Rundumschlag an. Dabei kommt auch Napoléon nicht gerade glimpflich davon.

Zitat auf Lila: Die Frau kwurde dem Mann gegeben, um Kinder zu machen.
© Kanton Aargau
Zitat auf Lila: Die neuen Zeiten werden den Frauen neue Aufgaben bringen, uns Türen zur VOllbürgerlichkeit öffnen, zum Saal, wo man des Landes Wohl berät, Gesetze annimmt oder ablehnt.
© Kanton Aargau
© Staatsarchiv Aargau

Kontext

Die Frau wurde dem Mann gegeben, um Kinder zu machen. / La femme est donnée à l'homme pour qu'elle fasse des enfants.

Napoléon BonaparteFranzösischer General und Kaiser

Die neuen Zeiten werden den Frauen neue Aufgaben bringen, uns die Türen zur Vollbürgerlichkeit öffnen, zum Saal, wo man des Landes Wohl berät, Gesetze annimmt oder ablehnt; […]

Elisabeth FlühmannLehrerin und Frauenrechtlerin

Elisabeth Flühmann (1851–1929) wurde 1880 ans Lehrerinnenseminar Aarau für die Fächer Geschichte, Kirchengeschichte, Geographie, Turnen und Italienisch gewählt. Sie spielte 1888 bei der Gründung des Vereins Aargauischer Lehrerinnen eine zentrale Rolle. Nach der Pensionierung 1915 verstärkte Flühmann ihren Einsatz in der Frauenbewegung. Sie war eine der treibenden Kräfte in der aargauischen Frauenstimmrechtskampagne von 1919. Mit ihrer publizistischen Arbeit sowie ihrer Aktivität in zahlreichen Vereinen war sie eine Schlüsselfigur der Schweizer Frauenbewegung. In "Wissen und Leben 1919, XII. Jahrgang, Heft 17/18" veröffentlichte Flühmann ihren Aufsatz "Zur Frauenstimmrechtsfrage", den sie erstmals im Januar 1919 im Rahmen einer Frauenveranstaltung in Aarau präsentierte. Er stiess sofort auf sehr grosses Interesse und wurde – mit Varianten – in mehreren aargauischen Städten wiederholt gehalten. Im Juni 1919 erschien er als erweiterter Sonderabdruck aus "Wissen und Leben", und Anfang Oktober 1919 als zweite Auflage bei Orell Füssli in Zürich. Flühmann beschrieb in ihrem Aufsatz die gesellschaftliche Stellung der Frau von Babylon über Ägypten, Griechenland und Rom bis in die Neuzeit (1919).

Flühmann und Napoléon

Flühmann geisselt in ihrem Aufsatz besonders Napoléon, weil er in der Französischen Revolution mit der Verkündung von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit bei führenden französischen Frauen Hoffnungen geweckt, diese aber mit seiner zitierten Äusserung vollständig zunichte gemacht hat. Die Frau war für Napoléon einzig und allein dazu da, seinen Armeen Kanonenfutter zu liefern.

Elisabeth Flühmanns Nachlass befindet sich im Staatsarchiv Aargau (öffnet in einem neuen Fenster)

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