Urkunden sind Dokumente mit einer rechtlichen Verbindlichkeit, entsprechend hart wurden Fälscher bestraft. Und doch gibt es zahlreiche prominente Beispiele für mehr oder weniger geschickte Fälschungen.
Biblia Sacra aus dem Besitz des Klosters Wettingen, 13. Jh., Aargauer Kantonsbibliothek Sign. MsWettF 11
Urkunden sind Dokumente mit einer rechtlichen Verbindlichkeit, entsprechend hart wurden Fälscher bestraft. Und doch gibt es zahlreiche prominente Beispiele für mehr oder weniger geschickte Fälschungen, von der Konstantinischen Schenkung bis zur Emser Depesche von Bismarck. Gelegentlich spricht man bei Klöstern sogar von "Fälscherwerkstätten", weil dort angeblich mit grosser Fertigkeit unechte Dokumente fabriziert worden sind. Sogar der Bundesbrief von 1291 steht seit einiger Zeit im Verdacht, eine Fälschung oder zumindest eine später hergestellte Urkunde zu sein.
Die Grenzen der "Echtheit" sind nicht immer eindeutig, und oft beruht der scheinbare Nachweis von Fälschungen auf einem Indizienprozess, wo der abschliessende Beweis fehlt. Fälschungen sind deshalb nicht immer Fälschungen. Das zweifelhafte Testament von Bischof Werner von 1027, das am Anfang der tausendjährigen Geschichte des Klosters Muri steht, dient als Aufhänger für einen Vortrag, der Beispiele von Fälschungen oder eben Schriftstücken mit offener Zuweisung auch aus dem Aargau vorstellt.
Peter Niederhäuser ist freischaffender Historiker in Winterthur, Spezialist für die mittelalterliche Geschichte und Co-Autor der neuen Klostergeschichte von Muri. Er hat sich im Rahmen seiner Forschungen zur Adels- und Klostergeschichte immer wieder mit der Frage von Fälschungen auseinandergesetzt.
Die Kantonsbibliothek ist mit dem Rollstuhl über eine Rampe und die Toiletten sind über einen Lift zugänglich. Mehr Infos finden Sie auf der Zugänglichkeits-Plattform ginto. Fragen bezüglich Zugang gerne per E-Mail an kantonsbibliothek@ag.ch oder per Telefon: +41 (0)62 835 23 62.
Hinweis:Im Fokus 2026: Wahrheit und Lüge
Diese Veranstaltung findet im Rahmen des diesjährigen Fokusthemas "Wahrheit und Lüge" von Bibliothek und Archiv Aargau statt. In den frühen Jahren des Kantons Aargau war staatliche Zensur ein zulässiges Mitte, um den öffentlichen Diskurs zu lenken. Heute schreiben Algorithmen Geschichten, Bots produzieren Bilder und Fake News verbreiten sich schneller als je zuvor. Wie gelingt uns die Unterscheidung zwischen Fakten und Verzerrung? Und wer bestimmt, was Wahrheit ist?