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Auswirkungen des Klimawandels

Der Klimawandel trifft die Schweiz und damit auch den Kanton Aargau voraussichtlich überdurchschnittlich stark – mit entsprechenden Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.

Selbst wenn es gelingt, die weltweiten Treibhausgasemissionen stark zu senken, wird sich das Klima in den kommenden Jahrzehnten weiter ändern.

Anpassungen an die Auswirkungen des Klimawandels werden deshalb immer wichtiger.

Als typischer Mittellandkanton stehen im Aargau folgende Auswirkungen des Klimawandels im Vordergrund, auf die reagiert werden muss

Auswirkungen des Klimawandels

Grössere Hitzebelastung

Die zunehmende Sommerhitze macht sich vor allem in städtisch geprägten Gebieten unangenehm bemerkbar. Und hier wohnt, arbeitet und erholt sich rund 85 Prozent der Aargauer Bevölkerung. In stark bebauten Siedlungsgebieten steigen die Temperaturen im Vergleich zum Umland künftig besonders an. Die vergrösserte Oberfläche durch Häuser, Mauern und Strassen kann mehr Sonneneinstrahlung einfangen. Asphalt, Beton und Stein speichern zudem diese Wärmeenergie besonders gut und geben sie nur sehr langsam wieder ab. Man spricht auch von einem Wärmeinsel-Effekt. Die zunehmende Hitze kann sich auf die Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung auswirken. Besonders gefährdet sind alte und pflegebedürftige Personen, sowie Kinder. Die Hitzebelastung am Arbeitsplatz kann zudem die Leistungsfähigkeit verringern und sich so auf die Wirtschaft auswirken.

Die bodennahe Lufttemperatur in der Schweiz hat in den letzten 150 Jahren um etwa 2 Grad Celsius zugenommen. Diese Erwärmung ist deutlich stärker als im globalen Durchschnitt (0,9 Grad Celsius).

Abweichung der Jahrestemperatur in der Nordschweiz unterhalb 1'000 m ü. M vom Durchschnitt der Periode 1961–1990. Im Jahr 1980 lag die Temperatur zum Beispiel 0,7 °C unter dem Mittel, im Jahr 2000 um 1,6 °C darüber. (© MeteoSchweiz)

Die Grafik kann auf der Webseite des Bundesamts für Meteorologie und Klimalogie (MeteoSchweiz) abgerufen werden. Bitte wenden Sie sich für Informationen zur Datengrundlage direkt an MeteoSchweiz: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klimawandel-schweiz/temperatur-und-niederschlagsentwicklung.html?filters=ths200m0_northlow_year_1864-smoother (öffnet in einem neuen Fenster)

Zunehmende Trockenheit

Künftig muss im Aargau häufiger mit tiefen Wasserständen in Flüssen und Bächen gerechnet werden. Das verbleibende Wasser ist zudem oft zu warm, was das Überleben von Fischen und anderen Wasserlebewesen gefährdet. Wasserentnahmen für die notwendige Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen können problematisch werden. Der Wassermangel kann in der Landwirtschaft zu Ernteeinbussen führen.

Ereignisdokumentation Trockenheit 2018/2019 (PDF, 28 Seiten, 5.4 MB)

Steigendes Hochwasserrisiko

Häufigere Starkniederschläge erhöhen das Überschwemmungsrisiko. Grosse Sachschäden an Gebäuden, Strassen und Schienen können schliesslich die Folge sein, wenn das Wasser über die Ufer tritt.

Hochwasserschutz Kanton Aargau

Veränderungen der Lebensräume und der Tier- und Pflanzenwelt

Durch veränderte Standortbedingungen, wie beispielsweise mehr Trockenheit und erhöhte Wassertemperatur in Feuchtgebieten und Gewässer, können bereits heute seltene Tier- und Pflanzenarten ihre Lebensgrundlage verlieren. Für feuchte und nasse Lebensgemeinschaften trägt der Aargau "als Wasserkanton" eine besondere Verantwortung. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität sind komplex und machen sich nur langsam bemerkbar. Neben "Verliererarten" kann es aber auch "Gewinner" geben. So können trockenheitsliebende Tier- und Pflanzenarten vom Klimawandel profitieren und andere verdrängen.

Fallstudie zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Kanton Aargau

Mit einer ersten Fallstudie hat das BAFU (2013) am Beispiel des Kantons Aargau die Auswirkungen des Klimawandels auf das schweizerische Mittelland untersucht. Die quantitativen und qualitativen Ergebnisse zeigen, dass die negativen Auswirkungen im Kanton Aargau in den Bereichen Gesundheit und Biodiversität besonders relevant sind.