Navigation

Sprunglinks

Klimakompass

Der Klimakompass zeigt auf, in welchen Bereichen der Regierungsrat Schwerpunkte in Bezug auf den Klimawandel setzt und konkrete Umsetzungsmassnahmen angesiedelt werden sollen.

Je sieben Handlungsfelder für Klimaschutz und Klimaanpassung zeigen, in welchen Bereichen Massnahmen und Vorhaben prioritär umgesetzt werden sollen. Sie beziehen sich auf die wichtigsten "Hotspots" im Kanton Aargau, beziehungsweise entsprechen einem Themencluster, welcher aktuell eine grosse Herausforderung wie auch eine Chance bei der Bewältigung des Klimawandels für den Kanton Aargau darstellt. Auf der Ebene der Handlungsfelder wird zudem aufgezeigt, welcher zusätzliche Nutzen generiert werden kann und wo Schnittstellen zu Fachstrategien und Massnahmenplänen auf Kantons- und Bundesebene bestehen.

Je zwei bis vier Stossrichtungen pro Handlungsfeld zeigen auf, in welche Richtung die Massnahmen und Vorhaben zielen sollen und was konkrete Handlungsmöglichkeiten des Kantons sind. Zudem werden pro Stossrichtung mögliche Synergien und/oder Konflikte auf kantonaler Ebene erwähnt, die bei der Konkretisierung von Massnahmen berücksichtigt werden sollen – zum Beispiel zu anderen Handlungsfeldern oder Stossrichtungen des Klimakompasses, zu bereits laufenden Projekten und weiteren Aufgaben des Kantons.

Handlungsfelder im Bereich Klimaschutz

Gemäss der Strategie "Klimaschutz und Klimaanpassung für Innovationen nutzen" im Entwicklungsleitbild (ELB) 2021–2030 des Regierungsrats unterstützt der Kanton Aargau im Rahmen seiner Kompetenzen die Ziele des Bundesrats im Klimaschutz: Ab dem Jahr 2050 soll die Schweiz nicht mehr Treibhausgase ausstossen, als natürliche und technische Speicher aufnehmen können (Netto-Null-Ziel bis 2050). Aktuell wird ein Drittel der Treibhausgasemissionen in der Schweiz vom Verkehr verursacht. Knapp ein Viertel entsteht bei der Beheizung von Gebäuden, über ein Fünftel stammt aus dem Industriesektor. Treibhausgase verursachen auch die Landwirtschaft (13,6 Prozent) sowie die Verbrennung und Ablagerung von Abfall (7,4 Prozent) Bundesamt für Umwelt (öffnet in einem neuen Fenster) aufzeigt. Für den Kanton Aargau wird von einer analogen Verteilung ausgegangen.

Anteil der einzelnen Sektoren an den Treibhausgasemissionen der Schweiz (Quelle: BAFU )

Die fünft Sektoren und Ihre Treibhausgasemmissionen in Prozent:

  • Verkehr: 33.3 Prozent
  • Gebäude 24.4 Prozent
  • Industrie: 21.4 Prozent
  • Landwirtschaft: 13.6 Prozent
  • Abfall: 7.4 Prozent

Die Handlungsfelder im Klimaschutz setzen deshalb bei den wichtigsten Treibhausgasemittenten an: beim Verkehr, bei den Gebäuden, in Industrie, Gewerbe und Abfallwirtschaft sowie in der Landwirtschaft. Gleichzeitig werden weitere Handlungsfelder aufgezeigt, welche den Ausstoss oder die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre beeinflussen können: von natürlichen Kohlenstoffspeichern wie Holz oder landwirtschaftlich genutzte Böden über das hohe Innovationspotenzial der Aargauer Wirtschaft und das eigenverantwortliche Handeln von Bevölkerung und Wirtschaft bis hin zur Vorbildfunktion des Staates. Überall dort, wo der Kanton als Eigentümer, Arbeitgeber oder Beschaffer auftritt, kann er mit Partnern auf Augenhöhe innovative und nachhaltige Lösungen ausarbeiten.

Beim Klimaschutz konzentriert der Kanton Aargau seine Massnahmen auf folgende sieben Handlungsfelder:

Handlungsfelder im Bereich Klimaanpassung

Aufgrund der Trägheit des Klimasystems wird der Klimawandel auch bei einer starken Reduktion der Treibhausgasemissionen weiter voranschreiten. Somit sind – ergänzend zu Klimaschutzmassnahmen – auch Massnahmen zur Anpassung an die unvermeidbaren Auswirkungen des Klimawandels notwendig. Basierend auf den im Aktionsplan 2020–2025 des Bundes (öffnet in einem neuen Fenster) publizierten Herausforderungen stufen die Fachleute der kantonalen Verwaltung für den Kanton Aargau folgende als relevant ein :

  • die zunehmende Hitzebelastung
  • die zunehmende Sommertrockenheit
  • das zunehmende Hochwasserrisiko
  • die Beeinträchtigung der Wasser-, Boden- und Luftqualität
  • die Veränderung der Lebensräume, Artenzusammensetzung und der Landschaft
  • die Verbreitung von Schadorganismen, Krankheiten und gebietsfremden Arten

Das Ziel in Bezug auf die Klimaanpassung besteht darin, die klimabedingten Risiken zu minimieren, die Chancen des Klimawandels zu nutzen und die Anpassungsfähigkeit von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt zu erhöhen. In den folgenden sieben Handlungsfeldern trägt der Kanton Aargau dazu bei, negative Folgen des Klimawandels zu minimieren, bzw. sich ergebende Chancen zu nutzen:

Umsetzung

Zielvorgaben

Der Regierungsrat setzt sich mit seiner Klimastrategie im Bereich Klimaschutz das Ziel, bis 2050 Netto-Null Treibhausgaemissionen zu erreichen. Die Kosten für die Vermeidung einer Tonne CO₂ heute sind wesentlich tiefer, als wenn diese zu einem späteren Zeitpunkt durch hohen technischen Aufwand wieder aus der Atmosphäre entnommen werden muss, beziehungsweise die Schäden eines ungebremsten Klimawandels behoben werden müssen. Zwischenziele werden keine definiert, dennoch ist die Richtung klar, und der Fortschritt kann jeweils in Relation zum linearen Absenkpfad ausgewiesen werden.

Bei der Klimaanpassung ist die Zielsetzung qualitativ. Es geht darum, mit geeigneten Massnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern die Risiken des Klimawandels zu mindern beziehungsweise sich ergebende Chancen für Innovationen zu nutzen.

Umsetzung von Massnahmen

Aufbauend auf den Handlungsfeldern und Stossrichtungen des vorliegenden Klimakompasses setzt der Kanton wirkungsvolle und wirtschaftliche Massnahmen im Klimaschutz und in der Klimaanpassung um. Diese werden im Massnahmenplan, dem zweiten Teil der Klimastrategie, dokumentiert (erste Erarbeitung im zweiten Halbjahr 2021). Für die Finanzierung von Klimamassnahmen des Kantons bestehen folgende Instrumente:

  • Planbare Massnahmen und Projekte durchlaufen wie bisher den ordentlichen Budgetierungsprozess und werden im Aufgaben- und Finanzplan (AFP) ausgewiesen (inkl. Mittel Dritte, z.B. Förderprogramme Bund).
  • Besonders innovative, interdisziplinäre Vorhaben aus den Departementen sollen rasch und unbürokratisch umgesetzt werden können. Dazu hat der Regierungsrat die Möglichkeit einer Anschubfinanzierung geschaffen. Für die Jahre 2021–2024 stehen insgesamt 10 Millionen Franken zur Verfügung. Parallel zur Umsetzung konkreter Projekte und Massnahmen sollen in einem weiteren Schritt die kantonalen Fachstrategien auf ihre Betroffenheit zum Klimawandel und ihre Schnittstellen zum Klimakompass überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Einbezug der verschiedenen Anspruchsgruppen

Für wirksamen Klimaschutz und vorausschauendes Handeln zur Klimaanpassung braucht es den Austausch und die Zusammenarbeit mit verschiedensten Akteuren. Der Kanton arbeitet für die Umsetzung der Klimastrategie partnerschaftlich mit den Gemeinden, der Wirtschaft und weiteren Anspruchsgruppen zusammen, um optimale Lösungen zu finden und Chancen zu nutzen.

Um die Umsetzung der Klimastrategie voranzutreiben, werden deshalb betroffene Akteure mittels Dialog eingebunden. Dabei werden die Verantwortungs- und Kompetenzbereiche, Bedürfnisse und mögliche Beiträge der Akteure erhoben. Die Ergebnisse fliessen letztlich auch in die Weiterentwicklung der Klimastrategie ein.

Berichterstattung

Mit dem Bericht "Nachhaltige Entwicklung 2020" zeigt der Kanton Aargau bereits zum fünften Mal mit einem Fachbericht umfassend auf, wo er aus Sicht der nachhaltigen Entwicklung steht. Künftig soll die Klimathematik im Nachhaltigkeitsbericht stärker verankert werden.

Der Massnahmenplan Klima dokumentiert, welche Projekte der Kanton im Klimaschutz und in der Klimaanpassung umsetzt (erstmalige Erarbeitung im zweiten Halbjahr 2021). Er wird künftig jährlich nachgeführt. Mit der Klima-Metrik (in Erarbeitung) wird ab 2022 regelmässig überprüft, inwiefern sich die Klimastrategie auf Zielkurs befindet. In jedem Handlungsfeld wird mit einem oder mehreren Indikatoren der jährliche Fortschritt gemessen. Die Resultate fliessen in die Überprüfung des Klimakompasses ein und können bei Bedarf Anpassungen und Optimierungen an den einzelnen Handlungsfeldern oder Stossrichtungen beziehungsweise deren Umsetzung auslösen. Über den Fortschritt wird ab 2022 jährlich auf der Webseite www.ag.ch/klimawandel berichtet. Somit wird gegenüber der Öffentlichkeit und Politik Rechenschaft über die Aktivitäten in der Klimapolitik abgelegt.

UNO Agenda 2030

Die UNO Agenda 2030 ist der globale Referenzrahmen für nachhaltige Entwicklung und der Bezugspunkt für die Nachhaltigkeitspolitik der Schweiz.

Kernbestandteil sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Die Klimastrategie des Regierungsrats trägt namentlich zur Erfüllung folgender Ziele bei:

  • Ziel 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
  • Ziel 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
  • Ziel 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern
  • Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
  • Ziel 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern
  • Ziel 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
  • Ziel 9: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
  • Ziel 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen
  • Ziel 12: Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen
  • Ziel 13: Umgehend Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen
  • Ziel 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern
  • Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

Mehr zum Thema

Impressum

Herausgeber Regierungsrat des Kantons Aargau
Leitung und Realisation Departement Bau, Verkehr und Umwelt
Sabine Reichen und Nana von Felten
Interdepartementales Steuerorgan Maurus Büsser, Departement Bau, Verkehr und Umwelt (Vorsitz)
Sven Brüschweiler, Departement Bildung, Kultur und Sport
Philip Gehri, Departement Volkswirtschaft und Inneres
Norbert Kräuchi, Departement Bau, Verkehr und Umwelt
Matthias Müller, Departement Finanzen und Ressourcen
Sybille Müller, Departement Gesundheit und Soziales
Vincenza Trivigno, Staatskanzlei
Inhaltliche Beiträge Staatskanzlei: Susanna Bohnenblust
Departement Volkswirtschaft und Inneres: Florian Gautschi
Departement Bildung, Kultur und Sport: Aysegül Avcik, Frédéric Voisard
Departement Finanzen und Ressourcen: Samuel Bänziger, Josef Burri, Urs Heimgartner, Hans-Heinrich Isler, Daniel Müller, Philipp Ruh, Claudio von Felten, Christian Wohler
Departement Gesundheit und Soziales: Nathalie Aellig, Yvonne Hummel, Irina Nüesch, Esther Schatzmann, Patrick Smit
Departement Bau, Verkehr und Umwelt: Peter Barmet, Fabian Dietiker, Simon Egger, Stephan Kämpfen, Lars Kistler, Daniel Kolb, Peter Kuhn, Boris Krey, Marcel Murri, Hans Ruedi Rihs, Daniel Schaub, Martin Schneider, Katrin Schönenberger, Silvio Zanola, Markus Zumsteg
Aargauische Gebäudeversicherung: Frank Weingardt
Hightech Zentrum Aargau: Peter Morf
Lektorat Giovanni Leardini, Departement Bau, Verkehr und Umwelt
Patricia Stehlin, Departement Bau, Verkehr und Umwelt
Grafische Gestaltung visàvis AG, Baden

Kontakt Departement Bau, Verkehr und Umwelt, Entfelderstrasse 22, 5001 Aarau
Tel. 062 835 34 50 / esp_klima@ag.ch

Handlungsfelder