Navigation

Sprunglinks

Kantonale Härtefallmassnahmen für Unternehmen

Unternehmen, die stark unter den Folgen der Covid-19-Pandemie leiden, können beim Kanton Wirtschaftshilfe beantragen.

Aargauer Unternehmen können auf dieser Seite ein Gesuch für Härtefallhilfe stellen, um die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern. Der Regierungsrat hat für Härtefallmassnahmen einen Kredit von 125 Millionen Franken bewilligt, der vom Grossen Rat einstimmig genehmigt wurde. Der Bund beteiligt sich ebenfalls an der Finanzierung.

Als Härtefall gilt ein Unternehmen, wenn es betroffen ist von

  • einer Betriebsschliessung. Der Betrieb musste behördlich angeordnet während mindestens 40 Tagen seit 1. November 2020 schliessen. Es kann somit ein Gesuch auf einen Fixkostenbeitrag stellen.
  • einem Umsatzverlust von mindestens 25 Prozent im Jahr 2020 gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2018/2019. Es kann Liquiditätshilfe beantragen.

Der Antrag für einen Fixkostenbeitrag oder eine Liquiditätshilfe erfolgt in beiden Fällen über den blauen Balken "Formular Wirtschaftshilfe einreichen" weiter unten.

Antrag auf Härtefallhilfe stellen

Antrag auf Härtefallhilfe für Unternehmen stellen

Über den untenstehendem blauen Balken "Formular Wirtschaftshilfe einreichen" können Sie einen Antrag auf einen Fixkostenbeitrag oder auf Liquiditätshilfe stellen. Bei der Abfrage werden Sie automatisch dem richtigen Prozess zugeteilt.

Voraussetzungen

Die Unterstützung steht allen Einzelfirmen, Kollektiv- und Kommanditgesellschaften sowie allen juristischen Personen zur Verfügung, welche die Kriterien erfüllen, die im Merkblatt Kantonale Härtefallhilfe (PDF, 485 KB), im Flyer Fixkostenbeiträge (PDF, 774 KB) und im Flyer Liquiditätshilfe (PDF, 785 KB) aufgeführt sind. Ein Eintrag im Handelsregister ist nicht notwendig.

Ablauf

Es kann ein Antrag auf einen Fixkostenbeitrag oder auf Liquiditätshilfe gestellt werden. Diese Frage erfolgt gleich am Anfang des Gesuchs.

Für Unternehmen mit einem Umsatz bis zu 200'000 Franken besteht ein vereinfachter Prozess für Liquiditätshilfe. Eine Grafik zu den Abläufen finden Sie weiter oben unter Antragsprozess . Bitte halten Sie jeweils die geforderten Unterlagen bereit.

Wenn Sie alle Kriterien erfüllen und den gesamten Antragsprozess durchlaufen haben, wird Ihr Gesuch geprüft. Sie erhalten einen positiven oder negativen Entscheid in Form einer Verfügung per E-Mail zugestellt.

Bevor Sie einen Antrag stellen, empfehlen wir Ihnen, das Merkblatt Kantonale Härtefallhilfe (PDF, 485 KB) aufmerksam zu lesen.

Benötigte Unterlagen

Verschiedene Angaben und Unterlagen sind erforderlich.

Im ersten Formular des Antragsprozesses müssen Sie die Basisdaten zum Unternehmen und der antragsstellenden Person angeben:

  • UID-Nummer
  • Pass, Identitätskarte oder Ausländerausweis
  • Umsätze 2018, 2019 und 2020

Nach Abschluss des ersten Formulars erhalten Sie ein E-Mail.

Für das zweite Formular sind für Unternehmen, die von einer Betriebsschliessung betroffen sind, folgende Angaben zu machen:

  • Gewinn 2019
  • Abschlüsse 2018 und 2019 (Bilanz und Erfolgsrechnung)
  • Anzahl Vollzeitäquivalente 2018, 2019 und 2020
  • Versicherungsleistungen und Mietzinsreduktionen
  • IBAN-Nummer für Auszahlung

Für das zweite Formular sind für Unternehmen mit mindestens 25 %-Umsatzeinbusse gegenüber Vorjahren im vereinfachten Verfahren (Umsatz 2018/19 von unter 200'000 Franken) folgende Unterlagen erforderlich:

  • Auszug des Geschäftskontos
  • IBAN-Nummer für Auszahlung

Für das zweite Formular sind für Unternehmen mit Umsatz 2019/18 von über 200'000 Franken folgende Unterlagen erforderlich:

  • Jahresrechnungen 2017–2019
  • Beleg Jahresumsatz 2020
  • Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung/EO
  • Selbständige: Erwerbsersatz

Nach Abschluss des zweiten Formulars erhalten Sie ein E-Mail.

Für das dritte Formular (für Unternehmen mit Umsatz ab CHF 200'000) sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Angaben zu Einnahmen und Ausgaben für 12 Monate ab Antragsstellung. Bitte verwenden Sie dazu die folgende Vorlage (XLSX, 84 KB)
  • Liste der offenen Kreditoren und Debitoren
  • Auszug des Geschäftskontos
  • Selbstständige: Nebeneinkünfte inkl. Renten, AHV, etc.
  • Leistungen aus Versicherungen (Betriebsausfall)
  • Aktueller Betriebsregisterauszug
  • IBAN-Nummer für Auszahlung

Bitte beachten Sie, dass sich die Behandlung Ihres Gesuchs verzögert, falls die eingereichten Unterlagen unvollständig sind.

Fristen & Termine

Gesuche können bis zum 30. April 2021 online eingereicht werden.

Die Bearbeitung von Gesuchen für einen Fixkostenbeitrag dauert in der Regel drei Arbeitstage, sofern alle Angaben und Unterlagen vollständig sind.

Für Gesuche von Unternehmen mit einem Umsatz von unter 200'000 Franken dauert die Prüfung maximal eine Woche. Bei grösseren Unternehmen und grossen Beiträgen dauert die Beurteilung in der Regel 2 bis 3 Wochen.

Falls die benötigten Unterlagen nicht vollständig vorliegen und noch zusätzliche Abklärungen nötig sind, kann sich ein Entscheid verlängern. Ebenso wenn sehr viele Gesuche gleichzeitig eingehen.

Kosten

Für die Antragstellung werden Ihnen keine Kosten verrechnet.

Formulare & Online-Dienstleistungen

Wir bitten Sie, das erste Formular in untenstehendem Link vollständig auszufüllen und die notwendigen Unterlagen hochzuladen (Foto oder PDF). Nach dem Ausfüllen des ersten Formulars werden Sie einen Link für weitere Formulare erhalten.

Nach der Prüfung Ihres Gesuchs erfolgt ein positiver oder negativer Entscheid in Form einer Verfügung per E-Mail.

Klicken Sie auf den blauen Balken um ein Gesuch für einen Fixkostenbeitrag oder eine Liquiditätshilfe zu stellen.

Rechtliche Grundlagen

Regierungsrätliche Sonderverordnung 2 zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie (SonderV 20-2) vom 2. Dezember 2020 (öffnet in einem neuen Fenster)

Verordnung über Härtefallmassnahmen für Unternehmen in Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie des Bundes (Covid-19-Härtefallverordnung) (öffnet in einem neuen Fenster)

Sinn und Zweck

Mit den Härtefallmassnahmen sollen Unternehmen finanziell unterstützt werden, damit Arbeitsplätze erhalten werden. Die finanzielle Unterstützung soll Unternehmen dazu dienen, einen durch die Covid-19-Pandemie verursachten Liquiditätsengpass zu überbrücken und einen Teil der Fixkostenbeiträge zu decken. Die Härtefallhilfe ist kein Ersatz für den erlittenen Umsatzausfall.

Welche Unternehmen dürfen einen Antrag stellen?

Mindestanforderungen sind:

  • Einzelfirma, Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft oder juristische Person mit Sitz im Kanton Aargau
  • Personalkosten fallen zu mehr als 50 Prozent in der Schweiz an
  • Gründung vor dem 1. März 2020
  • Jahresumsatz mindestens 50'000 Franken (im Durchschnitt der Jahre 2018/19)
  • Entweder ist das Unternehmen von einer behördlich verordneten Betriebsschliessung betroffen, die mindestens 40 Tage seit 1. November 2020 gedauert hat oder
  • das Unternehmen hat einen Umsatzrückgang im Jahr 2020 oder in den letzten 12 Monaten von mindestens 25 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt 2018/2019 erlitten
  • Unternehmen, die vor der Pandemie wirtschaftlich solide waren und dank der Härtefallhilfe mittelfristig überlebensfähig sind (gilt nur für Antrag auf Liquiditätshilfe)

Detailliertere Informationen entnehmen Sie bitte dem Merkblatt Kantonale Härtefallmassnahmen (PDF, 485 KB).

Wie muss ich vorgehen?

Unternehmen können ein Gesuch beim Kanton Aargau einreichen. Der Antrag erfolgt elektronisch, Sie werden entsprechend angeleitet. Verschiedene Angaben und Dokumente sind erforderlich. Wir empfehlen Ihnen deshalb, die weiteren Informationen sorgfältig durchzulesen, bevor Sie den Antragsprozess starten und den blauen Balken "Formular Wirtschaftshilfe einreichen" weiter unten anklicken.

Wenn Sie bereits einen Antrag begonnen und ein erstes E-Mail erhalten haben, empfehlen wir Ihnen, diesen Antragsprozess abzuschliessen.

Welche Arten von Härtefallhilfe gibt es?

Der Kanton unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Anspruchsvoraussetzungen und den entsprechenden Härtefallhilfen wie in der Grafik dargestellt:

a) Behördlich angeordnete Betriebsschliessung:

  • Nicht rückzahlbarer Fixkostenbeitrag, abhängig von der Dauer der Schliessung und des branchenspezifischen Fixkostenanteils

b) Umsatzrückgang mindestens 25 Prozent:

  • Nicht rückzahlbarer Beitrag im vereinfachten Verfahren
  • ein vom Kanton zu 100 Prozent garantierter Kredit über die Banken,
  • ein Darlehen des Kantons oder
  • ein nicht rückzahlbarer Betrag im Standardverfahren.

Liquiditätshilfe kann in Form von Kreditausfallgarantien oder nicht rückzahlbaren Beiträgen erfolgen. Der Kanton entscheidet beim Antrag auf Liquiditätshilfe im Standardverfahren auf Grund der Kreditfähigkeit des Unternehmens über die Art der Härtefallhilfe.

Der Fixkostenbeitrag ist in jedem Fall nicht rückzahlbar.

Die maximale Leistung für eine Liquiditätshilfe ist auf 25 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes 2018/2019 sowie auf den maximal notwendigen Liquiditätsengpass begrenzt.

Bei der Liquiditätshilfe wird bei Umsätzen von 50'000 bis 100'000 Franken (im Durchschnitt der Jahre 2018/19) ausschliesslich ein nicht rückzahlbarer Betrag gewährt.

Es ist grundsätzlich möglich, verschiedene Härtefallmassnahmen zu kombinieren. Wenn Sie beispielsweise bereits Liquiditätshilfe zugesichert erhalten haben, können Sie erneut einen Antrag für einen Fixkostenbeitrag stellen.

Massnahme Soforthilfe durch Fixkostenbeitrag

Die Fixkostenbeiträge werden für die Dauer der behördlich angeordneten Schliessung ausgerichtet. Ein Gesuch kann auch bei einer Teilschliessung gestellt werden, vorausgesetzt dass der geschlossene Teil mindestens 25 Prozent des Gesamtumsatzes 2019 generierte.

Der Beitrag pro Tag bemisst sich am branchenüblichen Fixkostenanteil am ausgewiesenen Gesamtaufwand 2019. Im Maximum beläuft er sich auf 50'000 Franken im Monat. Der Gesamtaufwand wird auf der Webplattform automatisch ermittelt, indem der Unternehmensgewinn 2019 vom Umsatz 2019 abgezogen wird.

Als Fixkosten gelten Miet- und Leasingkosten, der Finanzaufwand und der sonstige Betriebsaufwand (bspw. Versicherungsaufwand, Gebühren, Heizkosten). Auch werden die Sozialversicherungsbeiträge hinzugezählt, da sie nicht vollständig von der Kurzarbeitsentschädigung gedeckt werden. Die Fixkostenanteile richten sich nach der Wertschöpfungsstatistik des Bundesamts für Statistik.

Branchenübliche Fixkostenanteile

BezeichnungFixkostenanteil
Gastronomie28,6 Prozent
Sport und Unterhaltung (Fitnesscenter, etc.)28,1 Prozent
Detailhandel16,3 Prozent
Handel mit Motorfahrzeugen10 Prozent
Übrige (Kino etc.)28,6 Prozent

Antragsprozess für Fixkostenbeitrag

Der Antrag für eine Fixkostenbeteiligung erfolgt in zwei Schritten.

Wichtig ist, dass Sie die entsprechenden Unterlagen bereithalten, sonst verzögert sich der Prozess und dauert länger als üblich.

Antragsprozess für Liquiditätshilfe

Der Antrag erfolgt in drei Schritten (vgl. Grafik). Wichtig ist, dass Sie die entsprechenden Unterlagen bereithalten, sonst verzögert sich der Prozess und dauert länger als üblich.

Einzelne Massnahmen und Höchstgrenzen

Art der FinanzhilfeHöchstgrenzen
Nicht rückzahlbarer Fixkostenbeitrag
  • Dauer der Schliessung mal branchenüblicher Fixkostenanteil mal Aufwand 2019
  • Max. 50'000 Franken pro Monat
Rückzahlbarer, vom Kanton zu 100% garantierter Kredit über die Bank
  • 25 % des Umsatzes 2018/19
  • max. 10 Millionen Franken
  • Laufzeit max. 10 Jahre
Darlehen (Kanton)analog wie bei Kredit
Nicht rückzahlbarer Betrag im vereinfachten Verfahren (Umsatz bis 200'000 Franken)

  • 10 % des Umsatzes 2018/19
  • max. 20'000 Franken
Nicht rückzahlbarer Betrag mit Einzelfallprüfung
  • 20 % des Umsatzes 2018/19
  • max. 750'000 Franken

Dauer der Gesuchseinreichung ist befristet

Gesuche können bis zum 30. April 2021 online eingereicht werden.

Merkblätter und nützliche Links

Mehr zum Thema