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Coronavirus – Informationen für Unternehmen

Welche Betriebe und Läden müssen schliessen, welche bleiben geöffnet? Antworten auf diese Fragen sowie zur Kurzarbeitsentschädigung und wirtschaftlichen Soforthilfe finden Sie hier.

Die Schweiz befindet sich im Notstand, der alle betrifft. Es geht vor allem darum, die Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) rasch einzudämmen. Aus diesem Grund müssen einige Läden und Unternehmen ihren Betrieb einstellen. Bund und Kantone versuchen, den betroffenen Firmen so schnell wie möglich zu helfen.

Wirtschaftliche Soforthilfe des Kantons

Der Regierungsrat hat am 25. März 2020 ein kantonales Massnahmenpaket in der Höhe von 300 Millionen Franken beschlossen, das die Bundesmassnahmen ergänzt. Der Fokus liegt auf der kurzfristigen Nothilfe sowie Liquiditätssicherung. Folgende Stossrichtungen werden verfolgt:

  • Beiträge an kleinere Unternehmen, deren Überleben trotz Soforthilfe des Bundes nicht gesichert ist,
  • Ergänzung der Kreditausfallgarantien des Bundes für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU),
  • individuelle Unterstützung von KMU, deren Situation zusätzliche Kredite oder Beiträge erfordert, die sonst nicht abgedeckt sind.

Nothilfegesuche in Härtefällen

Stark von der Coronavirus-Pandemie betroffene Unternehmen, Gewerbebetriebe, selbständig Erwerbenden, Kulturinstitutionen usw. können beim Bund Unterstützung beantragen. In Härtefällen, in denen dies nicht möglich ist, können Nothilfe-Anträge über das Hightech Zentrum Aargau eingereicht werden über die E-Mail-Adresse coronasupport@hightechzentrum.ch oder direkt über die Webseite unter www.hightechzentrum.ch/support (öffnet in einem neuen Fenster).

Wirtschaftliche Soforthilfe des Bundes

Der Bundesrat hat am 20. März verschiedene Massnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft beschlossen. Insgesamt sollen 42 Milliarden Franken zur Verfügung stehen. Ziel ist es, die Beschäftigung zu erhalten, Löhne zu sichern und Selbständige aufzufangen.

Da das eidgenössische Parlament sein Einverständnis zum Massnahmenpaket geben muss, wird die Finanzdelegation anfangs nächster Woche darüber befinden. Danach werden die Massnahmen unmittelbar umgesetzt.

Ausweitung von Kurzarbeitsentschädigung

Ausdehnung auf weitere Personengruppen

  • Neu kann die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden. Ebenfalls soll diese auch für Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, anrechenbar werden.
  • Ausserdem kann Kurzarbeitsentschädigung neu auch für arbeitgeberähnliche Angestellte ausgerichtet werden. Als arbeitgeberähnliche Angestellte gelten z.B. Gesellschafter einer Gmbh, welche als Angestellte gegen Entlohnung im Betrieb arbeiten. Personen, die im Betrieb des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners mitarbeiten, können nun auch von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren
  • Entschädigung bei Erwerbsausfällen für Selbständige (vgl. Entschädigungen bei Erwerbsausfällen für Selbstständige via AHV-Ausgleichskassen)

Vereinfachung der Kurzarbeitsentschädigung

  • Die bereits gesenkte Karenzfrist (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigungen wird aufgehoben. Damit entfällt die Beteiligung der Arbeitgeber an den Arbeitsausfällen.
  • Neu müssen Arbeitnehmer nicht mehr zuerst ihre Überstunden abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können.
  • Vereinfachung in der Abwicklung der Gesuche und der Zahlungen: Damit wird bspw. eine Bevorschussung von fälligen Lohnzahlungen via KAE möglich.

Entschädigungen bei Erwerbsausfällen für Selbstständige

Selbständig Erwerbende, die wegen behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Erwerbsausfälle erleiden, werden entschädigt, sofern nicht bereits eine Entschädigung oder Versicherungsleistung besteht. Eine Entschädigung ist für folgende Fälle vorgesehen:

  • Schulschliessungen
  • Ärztlich verordnete Quarantäne
  • Schliessung eines selbstständig geführten öffentlich zugänglichen Betriebes

Die Regelung gilt auch für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, die einen Erwerbsunterbruch erleiden. Die Entschädigungen werden als Taggelder über die AHV-Ausgleichskasse ausgerichtet und betragen 80 Prozent des Einkommens sowie höchstens 196 Franken pro Tag.

Die Anzahl Taggelder für Selbstständige in Quarantäne oder mit Betreuungsaufgaben ist auf 10, respektive 30 Tage befristet. Die AHV-Ausgleichskassen prüfen den Anspruch und nehmen die Auszahlungen der Leistungen vor.

Bitte melden Sie sich bei Ihrer Ausgleichskasse, bei der Sie AHV-Beiträge bezahlen und abrechnen. Diese informiert Sie darüber, wie Sie Entschädigung für Erwerbsausfälle aufgrund des Coronavirus' beantragen können.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Verbandsausgleichskassen (öffnet in einem neuen Fenster).

Entschädigung bei Erwerbsausfällen für Angestellte

Anspruch auf Entschädigung haben Eltern, die ihre Erwerbsarbeit aufgrund von Schulschliessungen unterbrechen müssen, um ihre Kinder zu betreuen. Ebenfalls Anspruch gibt es bei einem Erwerbsunterbruch aufgrund von einer durch einen Arzt verordneten Quarantäne.

Arbeitgebende können die Entschädigung für sie bei ihrer AHV-Ausgleichskasse einfordern. Wie für die Selbstständigen werden die Erwerbsausfälle über die Erwerbsersatzordnung als Taggeld bezahlt. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag. Die Entschädigung ist auf 10 Taggelder für Personen in Quarantänemassnahmen begrenzt.

Soforthilfe mittels verbürgten COVID-Überbrückungskrediten

Damit betroffene KMUs (Einzelunternehmen, Personengesellschaften, juristische Personen) Überbrückungskredite von den Banken erhalten, schafft der Bund ein Garantieprogramm im Umfang von 20 Milliarden Franken. Dieses Programm soll auf bestehenden Strukturen der Bürgschaftsorganisationen aufbauen. Betroffene Unternehmen sollen rasch und unkompliziert Kreditbeträge bis zu 10 Prozent des Umsatzes oder maximal 20 Millionen Franken erhalten

Mehr dazu finden Sie im Merkblatt des Bundes "Spezialregime Bürgschaftswesen" (PDF, 1 Seite, 95 KB).

Zahlungsaufschub bei Sozialversicherungsbeiträgen

Den von der Krise betroffenen Unternehmen kann ein vorübergehender, zinsloser Zahlungsaufschub für die Beiträge an die Sozialversicherungen (AHV/IV/EO/ALV) gewährt werden. Die Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, die Höhe der regelmässigen Akontobeiträge an die AHV/IV/EO/ALV anpassen zu lassen, wenn die Summe ihrer Löhne wesentlich gesunken ist. Dasselbe gilt für Selbstständige, deren Umsätze eingebrochen sind. Zuständig für die Prüfung der Zahlungsaufschübe und der Reduktion der Akontobeiträge sind die AHV-Ausgleichskassen

Liquiditätspuffer im Steuerbereich

Unternehmen sollen die Möglichkeit haben, die Zahlungsfristen zu erstrecken, ohne Verzugszins zahlen zu müssen. Aus diesem Grund wird für die Mehrwertsteuer, für Zölle, für besondere Verbrauchssteuern und für Lenkungsabgaben in der Zeit vom 21. März 2020 bis 31. Dezember 2020 der Zinssatz auf 0,0 Prozent gesenkt. Es werden in dieser Zeitspanne keine Verzugszinsen in Rechnung gestellt. Für die Direkte Bundessteuer gilt dieselbe Regelung ab dem 1. März 2020 bis zum 31. Dezember 2020.

Zusätzliche Hilfe für Kultur, Sport und Tourismus

Kultur und Sport

Auch die Bereiche Kultur und Sport werden unterstützt.

  • 280 Millionen Franken Soforthilfe und Ausfallentschädigungen hat der Bundesrat zugunsten des Kulturbereichs gesprochen.
  • 100 Millionen Franken sind für Sportorganisationen vorgesehen.

Wie die Bereiche Kultur und Sport entschädigt werden, erfahren Sie auf dieser Seite im Detail.

Tourismus

  • Im Rahmen der tourismuspolitischen Förderinstrumente werden bereits seit Februar 2020 Sofortmassnahmen umgesetzt. Im Vordergrund stehen Informations- und Beratungsaktivitäten sowie Massnahmen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen.
  • Im Rahmen der Regionalpolitik sind zurzeit Bundesdarlehen in der Höhe von rund 530 Mio. Franken in Projekte investiert, davon rund 60 Prozent im Tourismusbereich. Die Administration der Bundesdarlehen ist gesetzlich den Kantonen übertragen. Um die Liquidität der Darlehensnehmer zu stärken, erlaubt der Bund den Kantonen, die Stundungsmöglichkeiten flexibler zu handhaben und teilweise auf fällige Rückzahlungen und Darlehen zu verzichten.
  • Mehr dazu finden Sie auf der Webseite des Bundes (öffnet in einem neuen Fenster).

Hygienemassnahmen und Social Distancing für Arbeitgebende

Bei Unternehmen, die nicht von der Schliessung betroffen sind, zum Beispiel das Bauhaupt- und -nebengewerbe und die Industrie, sind die Arbeitgebenden verpflichtet, die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) betreffend Hygiene und sozialer Distanz einzuhalten.

Hier finden Sie die Massnahmen für Betriebe und Baustellen im Detail.

Empfehlungen zu den Hygienemassnahmen finden Sie auf der Webseite des BAG:

Welche Betriebe können offenbleiben, welche müssen schliessen?

Betriebe, die schliessen müssen

Der Bund hat am 16. März 2020 einschneidende Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus' beschlossen. Dazu gehört auch die Schliessung diverser Betriebe. Neu sind öffentlich zugängliche Einrichtungen für die Bevölkerung geschlossen. Das betrifft Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzert- und Theaterhäuser, Sportzentren, Schwimmbäder und Skigebiete. Ebenso werden Betriebe geschlossen, in denen das Abstand halten nicht eingehalten werden kann, wie Coiffeursalons, Massagesalons oder Kosmetikstudios.

Betriebe, die offen bleiben dürfen

Die Versorgung der gesamten Bevölkerung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Waren des täglichen Gebrauchs ist sichergestellt. Lebensmittelläden, Take-aways, Betriebskantinen, Lieferdienste für Mahlzeiten und Apotheken bleiben geöffnet, ebenso Tankstellen, Bahnhöfe, Banken, Poststellen, Hotels, die öffentliche Verwaltung und soziale Einrichtungen. Auch Werkstätten für Transportmittel, können geöffnet bleiben. Alle diese Einrichtungen müssen die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit zum Abstand halten und zur Hygiene einhalten.

Spitäler, Kliniken und Arztpraxen bleiben geöffnet, müssen aber auf nicht dringend angezeigte medizinische Eingriffe und Therapien verzichten. Besonders gefährdete Personen erledigen ihre Arbeit zu Hause. Ist dies nicht möglich, werden sie vom Arbeitgeber beurlaubt. Ihren Lohn erhalten sie weiterhin.

Unternehmen in der Baubranche und in anderen Branchen, die nicht von der Schliessung betroffen sind, sollen solange wie möglich weiter funktionieren können. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit betreffend Hygiene und sozialer Distanz einzuhalten. Die zuständigen kantonalen Behörden können einzelne Betriebe oder Baustellen schliessen, falls diese ihrer Verpflichtung zum Schutz der Angestellten und anderen Personen im Unternehmen nicht nachkommen.

Sind Sie unsicher, ob Sie Ihr Geschäft schliessen müssen oder nicht?

Welche Betriebe von einer Schliessung betroffen sind, können Sie in der Verordnung 2 und den Erläuterungen nachlesen. Diese werden laufend präzisiert und aktualisiert. Falls Sie keine eindeutige Antwort finden, schreiben Sie bitte an die Mail-Adresse coronavirus@ag.ch. Wir werden Ihre Anfrage so schnell wie möglich beantworten.

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