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Wirtschaft und Arbeit

Wirtschaft und Unternehmen

Die Wirtschaft im Kanton Aargau ist vielfältig und breit abgestützt. Der Bereich Wirtschaft und Unternehmen bietet einen Überblick über Aargauer Unternehmen, Arbeitsstätten und Beschäftigte, aufgeschlüsselt nach den drei Wirtschaftssektoren Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen. Ergänzend dazu finden sich Angaben zu Betreibungen sowie weiterführende Informationen zur Aussenhandelsstatistik und zu Preisen und Preisindizes.

Der Wirtschaftsstandort Aargau ist geprägt von vielen kleinen Betrieben und wenigen grossen Arbeitgebern: Ende 2024 gab es 47'193 aktive Arbeitsstätten, die Beschäftigungszahlen stiegen weiter an, jedoch deutlich langsamer als in den Vorjahren, und fast jede/r Zweite arbeitete in einem Mikrobetrieb mit weniger als 10 Beschäftigten. Sowohl Handelsregister- und Gründungsdaten als auch Betreibungs- und Konkurszahlen zeigen, wie dynamisch sich die Unternehmenslandschaft im Aargau verändert – bei einer stetig zunehmenden Anzahl von Firmen sowie steigenden Konkurs- und Betreibungsverfahren.

Unternehmen: Arbeitsstätten und Beschäftigte

Der Kanton Aargau ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort der Schweiz: Dank seiner zentralen Lage und einer vielseitigen Branchenstruktur hat er sich zu einem dynamischen Unternehmensstandort entwickelt. Die Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) des Bundesamts für Statistik (BFS) liefert Angaben zur Anzahl Unternehmen, Arbeitsstätten und Beschäftigten. Diese können unter anderem nach Wirtschaftszweigen (Stichwort NOGA) und räumlichen Einheiten aufgeschlüsselt werden. Damit zeichnet die STATENT ein umfassendes Bild der Wirtschaftslandschaft. Sie wird jährlich erstellt. Es werden alle Unternehmen erfasst, die ab einer Lohnsumme von 2'300 Franken im Referenzmonat Dezember AHV-Beiträge für ihre Beschäftigten bezahlt haben. Die Publikation erfolgt 20 Monate nach dem Referenzmonat.

6,4 % der Schweizer Beschäftigten befanden sich 2024 im Aargau.
47'193 Arbeitsstätten zählte der Aargau per Ende 2024.
0,75 war 2024 der Standortquotient der Öffentlichen Verwaltung im Kanton Aargau.

Beschäftigungswachstum 2024 im Kanton Aargau kleiner als in den Vorjahren

Der Kanton Aargau zählte Ende 2024 42'051 Unternehmen, 47'193 Arbeitsstätten und 364'295 Beschäftigte. Das entspricht 280'717 Vollzeitäquivalenten (VZÄ). Gegenüber dem Vorjahr nahm die Beschäftigung um 0,3 Prozent zu; ein Plus von 1'007 Arbeitsplätzen. Die Anzahl Unternehmen stieg um 0,8 Prozent (+332), die Anzahl der Arbeitsstätten um 0,6 Prozent (+303).

Der grösste Teil der Beschäftigten arbeitete im Dienstleistungssektor (71,8 %). Im Industriesektor befand sich jeder vierte Arbeitsplatz (25,4 %). Der Landwirtschaftssektor kam auf 2,8 Prozent der Arbeitsplätze.

Mikrobetriebe dominieren

Die nachfolgende Grafik zeigt für den Kanton Aargau die Verteilung von Arbeitsstätten und Beschäftigten im Jahr 2024 nach Betriebsgrössen insgesamt sowie in den drei Sektoren. Mit 32,0 Prozent war der grösste Teil der Aargauer Beschäftigten in Betrieben mit weniger als 10 Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) tätig.

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Auch bei der Zahl der Arbeitsstätten dominieren die Mikrobetriebe: Neun von zehn Betrieben im Kanton Aargau (90,3 %) sind Mikrobetriebe mit weniger als 10 Beschäftigten in VZÄ. 9,5 Prozent zählen zu den kleinen oder mittleren Betrieben mit 10 bis 249 Beschäftigten in VZÄ. Nur 0,2 Prozent der Betriebe haben 250 oder mehr Beschäftigte in VZÄ. Diese Grossbetriebe vereinen jedoch 16,9 Prozent der Arbeitsplätze im Aargau auf sich. Je nach Sektor unterscheidet sich die Betriebsstruktur deutlich. Im Industriesektor entfällt mehr als die Hälfte der Beschäftigung auf mittlere (30,9 %) und grosse Betriebe (25,1 %). Im Landwirtschafts- und im Dienstleistungssektor arbeiten anteilsmässig die meisten Beschäftigten in Mikrobetrieben, nämlich 88,5 beziehungsweise 34,8 Prozent.

Verarbeitendes Gewerbe: Aargau spezialisiert, Beschäftigung langfristig rückläufig

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Beschäftigung in verschiedenen Branchen im Aargau seit 2011. Zusätzlich gibt der Standortquotient an, in welchen Branchen der Aargau 2024 im Vergleich zur Schweiz besonders stark spezialisiert ist. Ein Wert über 1 bedeutet, dass eine Branche im Aargau ein grösseres Gewicht hat als im Schweizer Durchschnitt.

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Ende 2024 lag die Beschäftigung im Aargau um 12,7 Prozent höher als Ende 2011, was einem durchschnittlichen jährlichen Beschäftigungswachstum von etwas mehr als 0,9 Prozent entspricht. In den meisten Branchen nahm die Beschäftigung zu. Im verarbeitenden Gewerbe ging sie hingegen seit 2011 um durchschnittlich etwas mehr als 0,9 Prozent pro Jahr zurück. Gerade für den Aargau ist diese Entwicklung besonders bedeutsam, weil einerseits das verarbeitende Gewerbe die grösste Branche des Kantons ist und andererseits der Kanton im schweizweiten Vergleich überdurchschnittlich stark darauf spezialisiert ist. Der Standortquotient lag 2024 bei 1,34.

Auch im Handel, der drittgrössten Branche des Kantons, fiel das Beschäftigungswachstum mit durchschnittlich 0,3 Prozent pro Jahr seit 2011 gering aus. Auch diese Branche ist im Aargau überdurchschnittlich stark vertreten (Standortquotient: 1,24). Das Gesundheitswesen ist seit 2011 der wichtigste Treiber des Beschäftigungswachstums im Kanton. Dort nahm die Beschäftigung jährlich um durchschnittlich 2,9 Prozent zu. 41,5 Prozent aller seit 2011 im Aargau neu entstandenen Arbeitsplätze entfielen auf diese Branche. Der Standortquotient lag 2024 bei 1,00; das Gesundheitswesen war im Aargau also ähnlich stark vertreten wie in der Schweiz insgesamt.

Die stärkste Spezialisierung weist der Aargau in der Energieversorgung auf. 2024 betrug der Standortquotient 2,31, die Beschäftigung nahm seit 2011 jährlich um durchschnittlich 1,8 Prozent zu. Am anderen Ende des Spektrums lag die Finanz- und Versicherungsbranche mit einem Standortquotienten von 0,51; ihr Beschäftigungsanteil ist im Aargau nur etwa halb so gross wie im Schweizer Durchschnitt.

Weitere Informationen:

Handelsregister Aargau: Betriebe und Rechtsformen im Überblick

Im Handelsregister des Kantons Aargau werden die wichtigsten Informationen zu Unternehmen eingetragen, wie etwa Firma, Sitz, Zweck, zeichnungsberechtigte Personen, Gesellschaftskapital und rechtliche Verhältnisse.

Am 1. Januar 2025 gab es im Kanton Aargau insgesamt 46'239 im Handelsregister eingetragene Betriebe, darunter 17'058 Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHs), 13'142 Aktiengesellschaften sowie 12'791 Einzelunternehmen. Seit 1990 nimmt die Anzahl GmbHs stetig zu, seit 2019 machen sie sogar die Mehrheit aller im Handelsregister eingetragenen Betriebe aus, noch vor den Aktiengesellschaften und Einzelfirmen.

Unternehmen: Neugründungen, Betreibungen und Konkursverfahren

Die Statistik der Neugründungen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigt auf, wo und in welchen Branchen neue Firmen entstehen. Die Betreibungs- und Konkursstatistik des BFS liefert Daten zu Betreibungshandlungen, Konkursverfahren und daraus resultierenden Verlusten auf Kantonsebene – sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen.

Das kantonale Bruttoinlandprodukt (BIP)

Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist eine volkswirtschaftliche Kennzahl, die angibt, wie viel Wert eine Region innerhalb einer bestimmten Zeitperiode durch Waren und Dienstleistungen neu schafft (ohne Vorleistungen). Das BFS veröffentlicht die Statistik der BIP der Kantone einmal pro Jahr jeweils Ende Oktober für das vorletzte Jahr. Sie misst die wirtschaftliche Tätigkeit der Schweizer Kantone und bietet eine Grundlage, um Veränderungen in der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Regionen zu bewerten.

Aussenhandel

Die kantonale Aussenhandelsstatistik ist ein wichtiger regionaler Wirtschaftsindikator. Sie gibt Auskunft über die Struktur und die Entwicklung der Exporte und Importe in den Kantonen und Grossregionen.

Preise

Preisstatistiken sind relevante Konjunkturindikatoren und werden in der Schweiz seit 1914 erhoben. Preise und Preisentwicklung beeinflussen als grundlegende ökonomische Variablen den Lauf der Wirtschafts-, Politik- und Sozialgeschichte und umgekehrt. Heute sind verschiedene Stellen bei Bund und Kantonen mit den Preisstatistiken beauftragt. Die aktuellen Zahlen zu Indices verschiedener Bereiche finden Sie unter folgenden Links:

Begriffsdefinitionen

Arbeitsstätte

In der STATENT ist eine Arbeitsstätte ein Unternehmen oder ein räumlich abgegrenzter Teil eines Unternehmens (Fabrik, Laden, Atelier, Büro, Hotel, Restaurant, Magazin, usw.), in dem eine oder mehrere Personen des Unternehmens eine wirtschaftliche Tätigkeit ausüben. Im primären Sektor gilt ein Landwirtschafts- respektive Forstwirtschaftsbetrieb als Erhebungseinheit. Die Begriffe "Arbeitsstätte" und "Betrieb" sind gleichwertig.

Beschäftigte

In der STATENT umfassen die Beschäftigten alle Personen (Unselbstständig- und Selbstständigerwerbende), die eine Tätigkeit ausüben, mit der sich Güter oder Dienstleistungen erzeugen lassen. Eine Person mit mehreren Arbeitsverträgen wird mehrmals als beschäftigt erfasst, sofern die Arbeitsverträge mit verschiedenen Unternehmen abgeschlossen wurden. Hat die Person hingegen mehrere Arbeitsverträge mit einem einzigen Arbeitgeber, so wird sie nur einmal als beschäftigte Person erfasst. In der STATENT werden die (unselbstständigen und selbstständigen) Beschäftigten ausgehend vom AHV-pflichtigen Lohn erhoben. Die Anzahl der Beschäftigten in der STATENT ist nicht mit der Anzahl der Erwerbstätigen (Personen) gleichzusetzen. "Beschäftigte", "Stellen" und "Arbeitsplätze" können als Synonyme verwendet werden.

Beschäftigte in Vollzeitäquivalenten

Die Beschäftigung in Vollzeitäquivalenten wird ermittelt, indem die in Stunden gemessene Arbeitsleistung sämtlicher Voll- und Teilzeitbeschäftigten durch die durchschnittliche Anzahl der Arbeitsstunden eines Vollzeitpensums geteilt wird.

Standortquotient

Der Standortquotient zeigt, wie stark eine Tätigkeit in einer bestimmten Region im Vergleich zum schweizerischen Durchschnitt konzentriert ist. Er misst das Verhältnis zwischen dem Anteil Beschäftigter einer Branche am Beschäftigtentotal einer Region und dem gesamtschweizerischen Beschäftigtenanteil dieser Branche am Beschäftigtentotal der Schweiz (Definition des Bundesamts für Statistik).

Ein Standortquotient mit einem Wert von über 1 zeigt, dass die Branche in der Region verhältnismässig mehr Beschäftigte hat als in der Gesamtschweiz. Bei einem Wert von unter 1 ist die Branche im Rest der Schweiz stärker vertreten.

Unternehmen

In der STATENT und darauf basierenden Statistiken wird ein Unternehmen als eine rechtlich unabhängige Einheit definiert, die über Entscheidungsautonomie verfügt. Dies bedeutet beispielsweise, dass ein Unternehmen selbst strategische Entscheide fällt, dass es Immobilien kaufen und verkaufen kann oder es die Personen, mit denen es einen Arbeitsvertrag abgeschlossen hat, selbst bezahlt. Eine Einheit wird statistisch als Unternehmen erfasst, sobald sie für ihre Beschäftigten AHV-Beiträge bezahlt. Alle wirtschaftlichen Akteure (natürliche oder juristische Personen), die AHV-Beiträge ab der Einkommensschwelle von jährlich 2'300 Franken abrechnen, werden in der STATENT als produktive Einheiten ("Unternehmen") definiert.

Von diesem Unternehmensbegriff ist der Eintrag im Handelsregister zu unterscheiden. Das Handelsregister ist ein öffentliches Verzeichnis zur Identifikation von Rechtseinheiten, die ein Gewerbe betreiben, und dient der Schaffung von Rechtssicherheit im Wirtschaftsverkehr. Eingetragen werden Rechtseinheiten nach den gesetzlichen Bestimmungen, wobei für gewisse Rechtsformen – etwa Aktiengesellschaften, GmbHs, Genossenschaften oder Stiftungen – der Eintrag grundsätzlich vorgeschrieben ist. Andere Einheiten wie Einzelunternehmen oder Vereine sind nur unter bestimmten Voraussetzungen eintragungspflichtig. Zudem werden nicht alle wirtschaftlich aktiven Einheiten im Handelsregister erfasst, etwa Einzelunternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 100'000 Franken oder Unternehmen des öffentlichen Rechts.

Der Unternehmensbestand der STATENT und jener des Handelsregisters sind deshalb nicht deckungsgleich. Die STATENT erfasst produktive wirtschaftliche Einheiten auf Basis ihrer AHV-Abrechnung, während das Handelsregister Rechtseinheiten nach rechtlichen Kriterien und Eintragungspflichten abbildet.

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