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Gesellschaft

Gesundheit

Im Bereich Gesundheit finden sich aktuelle Entwicklungen und zentrale Kennzahlen zur Gesundheitsversorgung im Kanton Aargau. Die Statistiken zeigen unter anderem, wie viele Personen in Spitälern, in Alters- und Pflegeheimen und durch die Spitex betreut werden und wie sich Personalbestand, Kosten und Inanspruchnahme medizinischer Leistungen entwickeln.

In den Aargauer Spitälern nehmen die stationären Behandlungsfälle zu und auch der Personalbedarf steigt. Gleichzeitig bleiben die Kosten pro Pflegetag seit 2020 stabil, und der Betriebsaufwand der Spitäler ging 2024 erstmals seit Beginn der Messreihe zurück. In der Langzeitpflege wächst besonders der ambulante Bereich (Spitex) weiterhin stark, während in Alters- und Pflegeheimen sowohl der Pflegebedarf als auch die Betriebskosten weiter zunehmen.

Spitäler und Kliniken

Die Statistik zeigt die wichtigsten Kennzahlen zur Tätigkeit der Aargauer Spitäler und Kliniken. Abgebildet werden unter anderem Anzahl Hospitalisierungen und Pflegetage, häufige Diagnosegruppen, Personalbestand sowie Kosten und Betriebsaufwand. So lässt sich nachvollziehen, wie sich die Spitallandschaft im Kanton Aargau entwickelt und welche Bedeutung die verschiedenen Spitaltypen (Akut-, Rehabilitations- und psychiatrische Kliniken) für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung haben.

Die Auswertungen basieren auf den kantonalen Daten der Krankenhausstatistik und der Erhebung Spitalstationäre Gesundheitsversorgung (SpiGes) des Bundesamts für Statistik (BFS) und wird jährlich erhoben.

119‘957 Behandlungsfälle von hospitalisierten Personen wurden 2024 abgeschlossen.
2,68 Milliarden Franken betrug 2024 der Betriebsaufwand der 22 Aargauer Kliniken.
14'266 Vollzeitstellen waren 2024 an den Aargauer Spitälern besetzt.

Stationäre Kosten pro Pflegetag steigen moderat

Im Jahr 2024 verzeichneten die 22 Aargauer Kliniken mit stationärem Angebot – darunter Akutspitäler, psychiatrische Kliniken, Rehabilitationskliniken und Spezialkliniken – insgesamt 119'957 Austritte von hospitalisierten Personen. Das entspricht einem Anstieg von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 87 Prozent der Patientinnen und Patienten in Akutkliniken und psychiatrischen Kliniken hatten ihren Wohnsitz im Kanton Aargau. In den Rehabilitationskliniken betrug der Anteil knapp 40 Prozent; etwa die Hälfte der dort behandelten Personen stammten aus einem Nachbarkanton. Auch die Anzahl Pflegetage nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent zu und die Zahl der Mitarbeitenden in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) stieg um 3,1 Prozent.

Die durchschnittlichen stationären Kosten pro Pflegetag erhöhten sich 2024 moderat um 17 Franken auf 1'328 Franken. Je nach Kliniktyp zeigen sich deutliche Unterschiede: In den Akutspitälern stiegen die Kosten pro Pflegetag um 0,7 Prozent auf knapp unter 2'000 Franken. Auch in den Rehabilitationskliniken nahmen die Kosten leicht zu (+1,6 %). Bei den psychiatrischen Kliniken hingegen gingen die Kosten zurück und beliefen sich 2024 auf 751 Franken pro Pflegetag – das entspricht einer Abnahme um 1,6 Prozent (13 Franken).

Die untenstehende Grafik zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen stationären Kosten von Akutspitälern, psychiatrischen Kliniken, Rehabilitationskliniken und anderen Spezialkliniken zwischen 2015 und 2024.

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Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer unterscheidet sich ebenfalls deutlich je nach Kliniktyp: In Akutspitälern betrug sie 2024 5,5 Tage, während Patientinnen und Patienten in psychiatrischen Kliniken durchschnittlich rund 40 Tage blieben.

Die 22 Kliniken verzeichneten im Jahr 2024 einen gesamten Betriebsaufwand, der neben stationären auch ambulante sowie weitere Kosten umfasst, von rund 2,68 Milliarden Franken. Das entspricht einem Rückgang von rund 109 Millionen Franken beziehungsweise 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und stellt den ersten Rückgang des Betriebsaufwands der Spitäler im Aargau seit Beginn der Erfassung im Jahr 1999 dar.

Weitere Informationen:

Langzeitpflege

Die Statistik der Langzeitpflege bietet einen umfassenden Einblick in die Leistungen der Aargauer Alters- und Pflegeheime und Spitex-Dienste. Die Auswertungen basieren auf den kantonalen Daten der Statistik der sozialmedizinischen Institutionen sowie der Spitex-Statistik des Bundesamts für Statistik (BFS). Sie werden jährlich veröffentlicht.

35'815 Spitex-Klientinnen und -Klienten wurden 2024 im Aargau betreut.
6'823 Beherbergungsplätze gab es 2024 in Aargauer Alters- und Pflegeheimen.
+16 % verrechnete Stunden bei der Spitex 2024 im Vergleich zu 2023.

Deutliches Wachstum bei der Spitex

Das Wachstum im Bereich der spitalexternen Pflege (Spitex) setzte sich auch 2024 fort: Insgesamt wurden 35'815 Klientinnen und Klienten betreut, davon 57,2 Prozent Frauen und 42,8 Prozent Männer. Das entspricht einer Zunahme von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders markant ist der Anstieg der verrechneten Stunden, die um 16,0 Prozent zunahmen – der höchste Jahresanstieg der letzten zehn Jahre. Als "verrechnete Stunden" gelten dabei die Arbeitsstunden, welche die Spitex den Klientinnen und Klienten in Rechnung stellt.

Die untenstehende Grafik zeigt in zwei Grafiken die Entwicklung der verrechneten Spitex-Stunden zwischen 2007 und 2024, einerseits der pflegerischen Leistungen andererseits der hauswirtschaftlichen und sozial-betreuerischen Leistungen nach Altersklasse der Klientinnen und Klienten.

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Das Wachstum ist in erster Linie auf die pflegerischen Leistungen nach Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) zurückzuführen. Dazu zählen Leistungen wie Abklärung und Beratung, Behandlungspflege sowie Grundpflege. In diesem Bereich ist die Anzahl der verrechneten Stunden um rund 250'000 Stunden beziehungsweise 18,7 Prozent gestiegen. Rund die Hälfte der gesamthaft verrechneten Stunden im Bereich Pflege, Hauswirtschaft und Sozialbetreuung entfiel auf Personen über 80 Jahre, etwa ein Viertel auf Menschen unter 65 Jahren. Parallel dazu sind auch die Anzahl der Mitarbeitenden (+16,1 %) sowie die Betriebskosten (+12,9 %) deutlich gestiegen. Insbesondere das Wachstum der Spitex im Bereich der erwerbswirtschaftlichen Organisationen spielte hierbei eine Rolle: Die Anzahl dieser Betriebe stieg im letzten Jahr um 20 auf 79.

Ende 2024 lebten 6'632 Personen in den Aargauer Alters- und Pflegeheimen – davon 67,2 Prozent Frauen und 32,8 Prozent Männer. Das entspricht einer Steigerung um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch hier ist die Zahl der Beschäftigten angestiegen (in Vollzeitäquivalenten [VZÄ], +3,4 %), ebenso die Anzahl fakturierter Pflegetage (+2,0 %). Das stärkste Wachstum verzeichneten die Betriebskosten: Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent auf rund 784 Millionen Franken. Die Kosten pro verrechnetem Pflegetag erhöhten sich um 4,3 Prozent auf rund 331 Franken. Neben den Kosten zeigt sich auch beim Pflegebedarf ein anhaltender Anstieg: Seit 2016 ist der durchschnittliche Pflegebedarf von 91 auf 104 Minuten pro Tag gestiegen. Das verdeutlicht, dass die Pflegeeinrichtungen nicht nur mehr Menschen betreuen, sondern auch einen intensiveren Unterstützungsbedarf abdecken müssen.

Weitere Informationen:

Lebenserwartung und Todesursachen

Die Daten im Statistikportal bieten einen Überblick über die Todesfälle und häufigsten Todesursachen der Aargauerinnen und Aargauer seit 1977. Das Bundesamt für Statistik stellt Kennzahlen zur durchschnittlichen Lebenserwartung in der Schweiz zur Verfügung.

2023 waren bei Aargauerinnen und Aargauern Erkrankungen des Kreislaufsystems die häufigste Todesursache, gefolgt von bösartigen Tumoren. Bei den Frauen war der Abstand zwischen diesen beiden Todesursachen deutlich grösser (877 beziehungsweise 529 Todesfälle), bei den Männern lagen die Zahlen nahe beieinander (719 beziehungsweise 675 Todesfälle).

Krankenversicherung

Die Statistik der obligatorischen Krankenversicherung wird vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) herausgegeben und bietet einen umfassenden zahlenmässigen Überblick über die vom Bund anerkannten Krankenversicherer. Ergänzend dazu berechnet das Bundesamt für Statistik (BFS) jedes Jahr den Krankenversicherungsprämien-Index (KVPI). Mit Hilfe dieses Index lässt sich abschätzen, wie sich die Entwicklung der Krankenkassenprämien auf das Wachstum des verfügbaren Einkommens auswirkt.

Die kantonale mittlere Prämie der obligatorischen Krankenpflegeversicherung liegt im Kanton Aargau im Jahr 2026 sowohl bei Erwachsenen ab 26 Jahren als auch bei jungen Erwachsenen und Kindern unter dem Schweizer Wert. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahr beträgt zwischen 4,8 Prozent bei Erwachsenen ab 26 Jahren und 5,3 Prozent bei den Prämien für Kinder.

Erläuterungen

Datengrundlage

Mit dem Projekt "Spitalstationäre Gesundheitsversorgung" (SpiGes) wird die Erhebung und Nutzung von Daten im Bereich der spitalstationären Gesundheitsversorgung vereinfacht. Die SpiGes-Daten ersetzen die bisherigen Datenquellen der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser, der Fallkostenstatistik sowie der Kosten- und Erlösträgerrechnung der Krankenhausstatistik. Die Einführung von SpiGes erfolgte im Frühjahr 2025 für die Daten des Jahres 2024. Aufgrund der neuen Erhebung erscheint die Publikation zu den Spitälern unter neuem Namen, inhaltlich bleibt sie jedoch weitgehend unverändert.

Begriffsdefinitionen

Hospitalisierung

Eine Hospitalisierung ist definiert als Behandlung eines Patienten mit einer bestimmten Hauptdiagnose im selben Krankenhaus. Eine Person kann folglich mehrmals hospitalisiert werden. Grundgesamtheit sind alle stationären Behandlungsfälle, welche komplett oder teilweise ins jeweilige Datenjahr fallen.

Pflegebedarf

Um zu erfassen, wie viel Pflege eine Person benötigt, kommen verschiedene Pflegeerfassungs-Systeme zum Einsatz. Seit 2012 sind sie so aufeinander abgestimmt, dass eine einheitliche 12-stufige Skala errechnet werden kann. Damit wird der Aufwand für die Pflege zwischen den einzelnen Institutionen vergleichbar.

Vollzeitäquivalente

Um die Ressourcen an Arbeitskraft darzustellen, werden Teilzeitstellen aufsummiert und in Vollzeitstellen umgerechnet. Beispiel: Zwei 50%-Stellen und eine 30%-Stellen ergeben 1,3 Vollzeitäquivalente. Damit werden die Arbeitsleistungen unabhängig vom Arbeitspensum der einzelnen Mitarbeitenden zwischen den Institutionen vergleichbar.

Frühere Publikationen