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Gesellschaft

Bauen und Wohnen

Im Bereich Bauen und Wohnen finden sich Kennzahlen zum Bestand und zur Entwicklung der leer stehenden Wohnungen, zu Umfang und Entwicklung der Bauinvestitionen, zur Wohnbautätigkeit und zum Wohnungsbestand im Kanton Aargau. Ergänzend sind Daten zu Handänderungen sowie zu den bei der Gebäudeversicherung gemeldeten Schadenfälle enthalten.

Bauen und Wohnen im Aargau stehen im Spannungsfeld eines wachsenden Wohnungsbestands, steigender Bauausgaben und einer je nach Bausparte schwankender Bautätigkeit. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse der Leerwohnungszählung seit 2020 sinkende Leerstände, was auf einen enger werdenden Wohnungsmarkt hinweist.

Bautätigkeit und Wohnungsbestand

Die Gebäude- und Wohnungsstatistik ist eine jährliche Vollerhebung des Bundesamts für Statistik (BFS). Sie zeigt, wie viel im Kanton gebaut wird, wie sich die Bautätigkeit entwickelt und wie sich der Wohnungsbestand verändert. Grundlage für die Baustatistik und den Wohnungsbestand ist das eidgenössische Gebäude- und Wohnungsregister.

4'405 Millionen Franken betrugen 2023 die Bauausgaben im Kanton Aargau.
4'193 neue Wohnungen entstanden 2023.
+1 % stieg die Anzahl Wohnungen im Aargau zwischen 2023 und 2024.

Wohnungsbestand im Kanton Aargau erreicht 2024 348'656 Wohneinheiten

Im Jahr 2023 beliefen sich die Bauausgaben für private und öffentliche Bauten im Kanton Aargau auf insgesamt 4'405,1 Millionen Franken. Das sind 66,4 Millionen Franken mehr als im Vorjahr. Von diesen Gesamtausgaben stammen 1'196,7 Millionen Franken oder 27,2 Prozent von öffentlichen Auftraggebern (Bund, Kanton und Gemeinden) und 3'208,4 Millionen Franken oder 72,8 Prozent von privaten Aufraggebern.

Die untenstehende Grafik zeigt die Entwicklung der Bauausgaben zwischen 1990 und 2023 im Kanton Aargau, unterteilt in vier Kategorien: öffentlicher Tiefbau, öffentlicher Hochbau, privater Wohnungsbau sowie Industrie-, Gewerbe- und übriger privater Bau.

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Von den öffentlichen Investitionen entfielen 60,8 Prozent auf den Tiefbau und 39,2 Prozent auf den Hochbau. Im Privatbau wurden 66,9 Prozent der Ausgaben in den Wohnungsbau, 17,3 Prozent in den Industrie- und Gewerbebau und 15,8 Prozent in den übrigen privaten Bau investiert.

Weitere Informationen:

Leer stehende Wohnungen – Bestand und Entwicklung

Die Leerwohnungszählung ist eine jährliche Erhebung des BFS, bei der alle leer stehenden Wohnungen im Kanton erfasst werden, die für mindestens drei Monate zur Miete (auch als Ferien- oder Zweitwohnung) oder zum Kauf angeboten werden. Erfasst werden bewohnbare bauliche Einheiten mit eigener Kocheinrichtung.

Die Gemeindeverwaltungen melden die Leerwohnungen in ihrem Gebiet. Dafür können sie verschiedene Informationsquellen nutzen, zum Beispiel Register, Auskünfte anderer Amtsstellen, Rückmeldungen von Liegenschaftsverwaltungen, Aufrufe, Daten der Elektrizitätswerke, Inserate in Zeitungen oder Recherchen im Internet.

3'685 Wohnungen standen leer im Kanton per 1. Juni 2026.
–10,2 % leer stehende Wohnungen im Jahr 2026 gegenüber 2025.
1,05 beträgt 2026 die Aargauer Leerwohnungsziffer.

Zahl der leer stehenden Wohneinheiten 2026 das sechste Mal in Folge gesunken

Gegenüber dem Vorjahr sank der Leerwohnungsbestand per 1. Juni 2026 um 417 Einheiten (–10,2 %) auf 3‘685 Einheiten. Seit dem Höchststand von 8'733 leer stehenden Wohnungen im Jahr 2020 ist dies der sechste jährliche Rückgang in Folge. Auch die Leerwohnungsziffer, welche den Anteil der leer stehenden Wohneinheiten per 1. Juni am Wohnungsbestand per 31. Dezember des Vorjahrs misst, sank von 1,18 auf 1,05. Der massgebende Wohnungsbestand im Kanton Aargau umfasste 352'556 Einheiten. Im Bezirk Baden stehen mit 663 Einheiten am meisten Wohneinheiten leer. Den kleinsten Leerwohnungsbestand weist der Bezirk Muri mit 103 Einheiten aus.

Leerwohnungsbestand seit 2020 mehr als halbiert

Die untenstehende Grafik zeigt die Entwicklung der leer stehenden Wohneinheiten nach Zimmerzahl zwischen 1995 und 2026.

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Obwohl sich der Leerwohnungsbestand in den vergangenen sechs Jahren mehr als halbiert hat, lag er mit 3‘685 Einheiten im Beobachtungszeitraum seit 1995 weiterhin über den Werten der Jahre 1995, 2002 bis 2005 sowie 2009. Im Jahr 2026 fiel der Rückgang etwas stärker aus als 2025. Am deutlichsten nahmen die Leerstände gegenüber dem Vorjahr bei den 3- bis 4-Zimmerwohnungen ab (– 205 Einheiten), gefolgt von den 1- bis 2-Zimmerwohnungen (– 122 Einheiten).

Leerwohnungsziffern der Aargauer Bezirke

Die untenstehende Grafik zeigt die Entwicklung sowohl der kantonalen Leerwohnungsziffer als auch der Aargauer Bezirke zwischen 2002 und 2026.

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Im Jahr 2026 lag die Leerwohnungsziffer für den Kanton Aargau sowie sechs der elf Bezirke deutlich tiefer als im Jahr zuvor. Die kantonale Leerwohnungsziffer von 1,05 entspricht einer Abnahme um 0,13 Anteilspunkten gegenüber dem Vorjahr. Den stärksten Rückgang verzeichnete der Bezirk Zofingen. In den Bezirken Kulm und Lenzburg stieg die Leerwohnungsziffer hingegen. Die höchste Leerwohnungsziffer weist 2026 der Bezirk Kulm mit 2,43 auf, gefolgt vom Bezirk Zofingen mit 1,57. Ebenfalls über dem Kantonswert von 1,05 liegen die Bezirke Brugg (1,20) und Rheinfelden (1,10). Die tiefsten Leerwohnungsziffern verzeichnen die Bezirke Muri (0,56), Aarau (0,68) und Lenzburg (0,77). Unter der kantonalen Leerwohnungsziffer liegen zudem die Bezirke Bremgarten (0,80), Baden (0,90), Laufenburg (0.96) und Zurzach (0,98).

Leerwohnungsziffern in den Aargauer Gemeinden

Die untenstehende Karte zeigt die Leerwohnungsziffern der Aargauer Gemeinden per 1. Juni 2026.

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Die Leerwohnungsziffern unterscheiden sich stark nach Gemeinde. Im Jahr 2026 verzeichnen Menziken (5,19), Oberkulm (4,76), Mülligen (4,62), Obermumpf (4,32) und Schöftland (4,20) die höchsten Leerwohnungsziffern im Kanton Aargau. Keine leer stehenden Wohnungen meldeten dagegen die Gemeinden Fisibach, Kaisten, Mägenwil, Rottenschwil, Rüfenach und Wiliberg. Die Mehrheit der Gemeinden (109) weist Leerwohnungsziffern von 0,01 bis 0,99 auf, gefolgt von 58 Gemeinden mit Leerwohnungsziffern zwischen 1,00 und 1,99. Die übrigen 18 Gemeinden verzeichnen Leerwohnungsziffern zwischen 2,00 und 3,99.

Weitere Informationen:

Handänderungen und Gebäudeversicherung

In den Daten zu den Handänderungen wird gezeigt, wie sich die Handänderungen von Gebäuden und Grundstücken über die Zeit entwickelt haben. Sie stammen von der Abteilung Register und Personalplanung des Departements Volkswirtschaft und Inneres. Im Jahr 2025 wechselten 18'742 Grundstücke und 6'950 Gebäude den Eigentümer.

Die Daten zu versicherten Gebäuden, Schadenfällen und Prämien stammen von der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV). Im Jahr 2024 waren 237'574 Gebäude feuer- und elementarversichert. Es wurden insgesamt 769 Feuerschäden an Gebäuden registriert, die eine Schadensumme von 22 Millionen Franken verursachten.

Miet- und Baupreisindizes

Miet- und Baupreisindizes zeigen, wie sich Mieten, Immobilienpreise und Baukosten über die Zeit entwickeln und ermöglichen damit Vergleiche von Preisniveau und Preisveränderungen im Wohnungs- und Bausektor.

Erläuterungen

Leerwohnungszählung

Per 1. Juni werden jährlich leer stehende Wohneinheiten (bewohnbare bauliche Einheiten mit einer Kocheinrichtung) erfasst, die zur dauernden Miete von mindestens drei Monaten (auch Ferien- und Zweitwohnungen) oder zum Kauf angeboten werden. Es wird erhoben, wie viele Zimmer die Wohneinheiten umfassen und ob sie sich in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus befinden. Zudem wird erfasst, ob es sich um einen Neu- oder Altbau (Erklärung siehe Begriffe) handelt und ob die Wohneinheiten zu vermieten oder zu verkaufen sind.

Die Gemeindeverwaltungen erfassen die Daten für ihr jeweiliges Gebiet. Für die Erhebung dürfen sie unterschiedliche Datengrundlagen verwenden. Die Daten werden zum Beispiel anhand von Registern, Auskünften amtlicher Stellen, Rundschreiben an die Liegenschaftsverwaltungen, Aufrufen, Daten von Elektrizitätswerken, Inseraten in Printmedien oder mit Hilfe von Recherchen im Internet erhoben.

Begriffsdefinitionen

Arbeitsvorräte

Arbeitsvorräte sind Ausgaben, die im Folgejahr für Projekte getätigt werden, die sich bereits im Bau befinden.

Bauausgaben

Zu den Bauausgaben zählen sämtliche Ausgaben, die bei der Realisierung eines Bauwerks entstehen (Bauinvestitionen). Dazu zählen auch öffentliche Unterhaltsarbeiten.

Leerwohnungsziffer

Die Leerwohnungsziffer beschreibt den Anteil an leer stehenden Wohneinheiten per 1. Juni gemessen am Gesamtwohnungsbestand per 31. Dezember des Vorjahrs.

Reinzugang an Wohnungen

Der Reinzugang an Wohnungen ergibt sich aus der Differenz des Wohnungsbestands per 31. Dezember des Jahres X minus dem Wohnungsbestand des Jahres X – 1 (d. h. des Vorjahrs von X).

Wohnungsbestand

Der Wohnungsbestand bezieht sich auf die Anzahl Wohnungen in bestehenden Gebäuden mit Wohnnutzung per 31. Dezember des Referenzjahrs.

Frühere Publikationen