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Bevölkerung

Bevölkerungsprojektion

Die Bevölkerungsprojektion von Statistik Aargau zeigt, wie sich die Einwohnerzahl und -struktur des Kantons unter verschiedenen Annahmen entwickeln könnte. Die Szenarien, basierend auf den Modellen des Bundesamts für Statistik (BFS), liefern eine wichtige Grundlage für die Planung in Politik, Verwaltung und Wirtschaft – etwa in der Langzeitversorgung, der Alterspolitik oder bei Infrastruktur- und Bildungsangeboten.

Mit der 2026 aktualisierten Bevölkerungsprojektion rechnet der Kanton Aargau bis zum Jahr 2055 weiterhin mit Wachstum, wenn auch mit weniger starkem Anstieg als im Modell von 2020. Statistik Aargau stellt die Ergebnisse als Planungsgrundlage bis auf regionale und teilweise auch Gemeindeebene bereit.

Aargauer Bevölkerungsprojektionen (Modell 2025)

Statistik Aargau erstellt jedes Jahr eine modellbasierte Schätzung (Projektion) darüber, wie sich die Aargauer Bevölkerung in Zukunft entwickeln könnte. Die Projektion basiert auf den Annahmen des Bundesamts für Statistik (BFS) und schätzt insbesondere die Grösse sowie die Zusammensetzung der Bevölkerung (zum Beispiel nach verschiedenen Altersklassen) im Kanton. Die Ergebnisse werden in der kantonalen und kommunalen Verwaltung als Planungsgrundlage genutzt. Das BFS überarbeitet seine Annahmen zur zukünftigen Bevölkerungsentwicklung etwa alle fünf Jahre.

Ca. 897'000 Personen leben 2055 im Aargau gemäss Referenzszenario.
+20,6 % Wachstum der Bevölkerung bis 2055 wird projiziert.
2027 voraussichtlich erstmals mehr Aargauer/innen über 64 Jahre als unter 20 Jahre alt.

Update 2026: Neues Szenario mit abgeschwächtem Geburtentrend

Im April 2025 hat das BFS die neusten Bevölkerungsprojektionen für die Gesamtschweiz und die Kantone veröffentlicht. Die aktualisierte Version zeigt im Vergleich zum Modell von 2020 insgesamt ein geringeres Bevölkerungswachstum. Das Update 2026 enthält unter anderem ein neues Szenario des kantonalen Bevölkerungswachstums mit etwas geringeren Geburtenziffern.

Gemäss den aktualisierten Bevölkerungsprojektionen wird der Kanton Aargau im Jahr 2055 etwa 897'000 Einwohnerinnen und Einwohner zählen. Diese Zahl basiert auf dem Referenzszenario, das die Entwicklung der vergangenen Jahre fortschreibt. Das entspricht einem Zuwachs von rund 154'000 Personen, also 20,6 Prozent, in etwa 30 Jahren. Je nach getroffenen Annahmen fällt die Entwicklung unterschiedlich aus: Im wachstumsschwachen Szenario (tiefes Szenario) steigt die Bevölkerung im Kanton auf ungefähr 809'000 Personen (+65'000 Personen, +8,7 %). Im wachstumsstarken Szenario (hohen Szenario) werden hingegen knapp 987'300 Personen erwartet (+244'000 Personen, +32,7 %).

Die untenstehende Grafik zeigt die effektive Entwicklung der Aargauer Bevölkerung von 1995 bis 2025 und projiziert das Bevölkerungswachstum von 2026 bis 2055 gemäss vier Wachstumsszenarien (Referenzszenario, Referenzszenario mit tiefen Geburten, tiefes Szenario, hohes Szenario).

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Neben den drei Hauptszenarien des Bundes enthält das diesjährige Update auf Kantonsebene ein zusätzliches Szenario. Es berücksichtigt die Abweichung zwischen der Geburtenprognose des Bundesamts für Statistik (BFS) für das Referenzszenario und der seit der Covid-19‑Pandemie tieferen beobachteten Entwicklung. Die neue Variante nutzt eine zusammengefasste Geburtenziffer (durchschnittliche Kinderzahl pro Frau) von 1,5. Dieser Wert liegt exakt zwischen dem des Referenzszenarios (1,6) und dem des Szenarios mit geringem Bevölkerungswachstum (1,4). Alle übrigen Annahmen entsprechen dem Referenzszenario. Die daraus abgeleiteten jährlichen Geburten liegen im neuen Szenario im Durchschnitt bei 6'958, im Referenzszenario bei 7'271, im tiefen Szenario bei 6'261 und im hohen Szenario bei 8'341. Das neue Szenario ermöglicht somit eine realistischere Einschätzung der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung bei einem abgeschwächten Geburtentrend.

Das untenstehende Liniendiagramm zeigt die Verläufe der Jugend- und Altersquotienten im historischen Zeitraum von 1995 bis 2025 und gemäss Bevölkerungsprojektionen von 2026 bis 2055. Jeder Quotient ist für folgende Szenarien der Projektion dargestellt: Referenzszenario, Referenzszenario mit tiefen Geburten, tiefes Szenario, hohes Szenario.

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Der Jugendquotient (Personen bis 19 Jahre alt je 100 Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren) und der Altersquotient (Personen ab 65 Jahre alt je 100 Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren) nähern sich weiterhin an. Im Jahr 2027 könnte der Altersquotient gemäss Referenzszenario (2027: 34,1) erstmals leicht über dem Jugendquotienten (2027: 33,9) liegen. Das bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt im Kanton Aargau mehr Personen über 64 Jahre als Personen unter 20 Jahren leben würden. Der voraussichtliche Zeitpunkt dieses Wechsels wird durch die Szenarien nicht massgeblich beeinflusst, insbesondere der Altersquotient ist nahezu unabhängig vom Szenario.

Eine Beschreibung des Bevölkerungsmodells und eine Zusammenfassung der erwarteten demografischen Entwicklungen im Zeitraum 2025 bis 2055 sind in einem Bericht (Stand: Mai 2025) enthalten. Die zugrundeliegende Methodik wird ausführlich in einem technischen Begleitbericht erläutert. Die wichtigsten Informationen zur Aktualisierung des Aargauer Bevölkerungsprojektionsmodells sind im aktuellen Begleitbericht zum Update 2026 enthalten.

Weitere Informationen:

Begriffsdefinitionen

Bevölkerung

Der Begriff "Bevölkerung" bezieht sich auf die ständige Wohnbevölkerung. Als ständige Wohnbevölkerung zählen seit dem 31. Dezember 2012 die Personen mit Hauptwohnsitz in der jeweiligen Gemeinde und einer schweizerischen Staatsangehörigkeit oder einer ausländischen Staatsangehörigkeit ausserhalb des Asylprozesses und mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung für mindestens zwölf Monate oder mit Kurzaufenthaltsbewilligungen für eine kumulierte Aufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten. Personen im Asylprozess sowie Schutzbedürftige werden nach einer Aufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten in der Schweiz zur ständigen Wohnbevölkerung gezählt.

Bevölkerungsprojektionen

Mit Bevölkerungsprojektionsmodellen werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung der demografischen Parameter (das heisst Geburten, Todesfälle, Zu- und Wegwanderung) getroffen. Da diese Annahmen mit Unsicherheiten behaftet sind, werden die modellierten Entwicklungen meist anhand von drei Zukunftsszenarien dargestellt. Dabei wird das plausibelste Szenario als Referenzszenario bezeichnet.

Die Bevölkerungsprojektionen werden jährlich aktualisiert. Dabei werden der tatsächliche Bevölkerungsbestand am 31. Dezember sowie Zuzüge und Wegzüge in den letzten Jahren als Ausgangslage für die Projektion verwendet. Mit dieser jährlichen Basisstellung wird sichergestellt, dass das Modell auf den aktuellen Bevölkerungsentwicklungen basiert. Die Genauigkeit der Projektionen wird dadurch erhöht.

Szenario

Eine Bevölkerungsprojektion basiert auf dem Wissen über die Vergangenheit, welches die Annahmen über die zukünftige Entwicklung bestimmt. Die Annahmen umfassen die vier Komponenten Geburtenziffer, Sterblichkeit, Wanderung und Einbürgerung. Für jede Komponente werden unterschiedliche Annahmen getroffen, die verschiedene Szenarien darstellen. Die Szenarien definieren einen „kantonalen Zukunftsraum“. Diese Bandbreite beschreibt die Entwicklung der ständigen Wohnbevölkerung, die in den nächsten Jahrzehnten am plausibelsten erscheint.

Jugendquotient

Personen bis 19 Jahre alt je 100 Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren

Altersquotient

Personen ab 65 Jahre alt je 100 Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren

Frühere Publikationen