Bevölkerungsbestand und Bevölkerungsbewegung
Die Menschen, die im Kanton Aargau leben, prägen seinen Charakter und seine Entwicklung. Im Bereich Bevölkerungsbestand und Bevölkerungsbewegung werden Zusammensetzung und Veränderung der ständigen Wohnbevölkerung aufgezeigt.
Die Bevölkerung des Kantons verändert sich durch Geburten und Todesfälle, Zu- und Wegzüge sowie Einbürgerungen. In den letzten Jahrzehnten ist sie deutlich gewachsen, älter geworden und weist einen höheren Ausländeranteil auf. Die aktuellen Auswertungen bieten einen Überblick über Bestand, Struktur und Bewegungen bis hinunter auf Bezirks- und Gemeindeebene.
Kantonale Bevölkerungsstatistik
Die kantonale Bevölkerungsstatistik stützt sich auf das kantonale Einwohnerregister, das von den Gemeinden laufend aktualisiert wird. Die Statistik zeigt den Bevölkerungsbestand und die Bevölkerungsentwicklung nach Nationalität und Geschlecht, die Bevölkerungsbilanz, die natürliche Bevölkerungsbewegung (Geburten und Todesfälle), Zu- und Wegzüge, Einbürgerungen sowie die Altersstruktur der Aargauer Bevölkerung. Die Ergebnisse werden einmal jährlich veröffentlicht, zur Jahresmitte erscheinen zusätzlich Halbjahreszahlen in einer separaten Auswertung.
Altersstruktur der Aargauischen Bevölkerung: deutliche Verschiebung zu den höheren Altersklassen
Per Ende 2025 zählen 743'643 Personen zur ständigen Wohnbevölkerung im Kanton Aargau. Gegenüber 1980 entspricht das einem Zuwachs von 290'857 Personen (+64,2 %). Im Jahr 1980 betrug die Gesamtbevölkerung im Kanton Aargau 452'786 Personen, davon 387'804 Schweizerinnen und Schweizer und 64'982 Ausländerinnen und Ausländer. Seither ist die schweizerische Bevölkerung um 146'575 (+37,8 %) auf 534'379 Personen gewachsen. Die ausländische Bevölkerung hat im gleichen Zeitraum um 144'282 (+222,0 %) auf 209'264 Personen zugenommen. Entsprechend ist auch der Ausländeranteil von 14,4 auf 28,1 Prozent gestiegen. Fast drei Viertel der ausländischen Bevölkerung stammen aus Zentral-, Südost- oder Südeuropa. Am häufigsten vertreten sind Personen mit Staatsangehörigkeit aus Deutschland, Italien und Kosovo.
Leicht verändert hat sich auch das Geschlechterverhältnis: Die Anzahl Männer je 100 Frauen ist von 99,6 im Jahr 1980 auf 101,8 im Jahr 2025 gestiegen.
Die untenstehende Grafik zeigt die Altersstruktur der Aargauischen Gesamtbevölkerung, aufgeschlüsselt nach Geschlecht und Nationalität, für die Jahre 1980 und 2025.
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Die Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung betrifft auch die Altersstruktur. Es ist eine Verschiebung zu den höheren Altersklassen zu beobachten. Das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung ist von 34,6 Jahren (1980) auf 42,5 Jahre (2025) gestiegen. Dabei nimmt das Durchschnittsalter sowohl bei der schweizerischen Bevölkerung (von 35,6 auf 44,3 Jahren) als auch bei der ausländischen Bevölkerung (von 28,8 auf 37,7 Jahren) zu. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei den höchsten Altersklassen: Während 1980 lediglich 14 Hundertjährige gezählt wurden, sind es 2025 insgesamt 126 Personen.
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2025; Ganzjahreswerte, Publikation (PDF, 10 Seiten, März 2026, 3,4 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2025; Ganzjahreswerte, eDossier (XLSX, März 2026, 5,9 MB)
- Medienmitteilung: Aargauer Bevölkerung wächst 2025 um 1,1 Prozent
Weitere Informationen:
Kantonale Bevölkerung, Halbjahreszahlen
Die kantonale Bevölkerungsstatistik zum ersten Halbjahr aktualisiert die Bevölkerungszahlen zum Stichtag 30. Juni und erscheint jährlich als Zwischenstand. Sie basiert auf denselben Einwohnerregisterdaten wie die ordentliche Jahresstatistik.
Per 30. Juni 2025 zählte der Aargau 739'156 Einwohnerinnen und Einwohner
Die ständige Wohnbevölkerung im Kanton Aargau nahm während des ersten Halbjahrs 2025 um 3'620 Personen oder 0,49 Prozent zu. Die schweizerische Bevölkerung steuerte 1'089 Personen (30,08 %) zum Wachstum bei, die ausländische Bevölkerung 2'531 Personen (69,92 %). Damit belief sich der Bevölkerungsbestand im Kanton Aargau per 30. Juni 2025 auf 739'156 Personen, davon 532'039 Schweizerinnen und Schweizer sowie 207'117 Ausländerinnen und Ausländer, was einem Ausländeranteil von 28,02 Prozent entspricht.
Die untenstehende Grafik zeigt die Veränderungen des Bevölkerungsbestands, der Geburtenüberschuss und die Wanderungsbilanz des ersten Halbjahres 2025 per 30. Juni für alle elf Aargauer Bezirke.
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Im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2025 verzeichneten alle Aargauer Bezirke ein Bevölkerungswachstum. Die grösste absolute Zunahme wies der Bezirk Baden (+720 Personen) auf, gefolgt von den Bezirken Bremgarten (+429), Laufenburg (+355), Muri (+342), Aarau (+330) und Rheinfelden (+328). Die geringste absolute Bevölkerungszunahme gab es im Bezirk Lenzburg mit 128 Personen. Dies ist auf ein nahezu ausgeglichenes Wanderungssaldo (+7 Personen) zurückzuführen: Die Zahl der Zuzüge (2‘541) und Wegzüge (2‘534) war hier nahezu identisch.
Weitere Bevölkerungskennzahlen im Kanton Aargau
Hier finden sich die wichtigsten Kennzahlen zur Bevölkerung des Kantons Aargau – von Bevölkerungsbestand und -entwicklung über Mutationen bis hin zur kantonalen Einbürgerungsstatistik. Die Auswertungen basieren auf der kantonalen Bevölkerungsstatistik und weiteren Quellen (siehe Quellenangaben im jeweiligen Dokument).
- Bevölkerungsmutationen und -bestand nach Nationalität, Ganzjahreswerte, ab 1972 (XLSX, März 2026, 24 KB)
- Bevölkerungsbestand nach Nationalität und Geschlecht, pro Halbjahr, ab 1972 (XLSX, März 2026, 20 KB)
- Bevölkerungsbestand nach Nationalität, Geschlecht und Fünfjahresaltersklasse, Jahrespublikation per 31. Dezember, ab 2000 (XLSX, März 2026, 94 KB)
- Bevölkerungsbestand nach Nationalität, Geschlecht und Bezirk, per 31. Dezember, ab 2000 (XLSX, März 2026, 73 KB)
- Kantonale Einbürgerungsstatistik 2025 (PDF, Februar 2026, 314 KB)
Bevölkerungsentwicklung in den Aargauer Gemeinden
Für die Aargauer Gemeinden bietet die kantonale Bevölkerungsstatistik einen Überblick über Bevölkerungsbestand und -entwicklung auf Gemeindeebene. Ausgewiesen werden der Bestand der ständigen Wohnbevölkerung sowie die Bevölkerungsmutationen – etwa Geburten, Todesfälle, Einbürgerungen, Zu- und Wegzüge – für jede Gemeinde.
- Bevölkerungsmutationen und -bestand nach Nationalität und Gemeinde, Halbjahreswerte, ab 2013 (XLSX, März 2026, 667 KB)
- Bevölkerungsbestand nach Nationalität, Geschlecht und Gemeinde, per 31. Dezember, ab 1972 (XLSX, März 2026, 995 KB)
- Bevölkerungsbestand nach Nationalität, Geschlecht und Gemeinde, pro Halbjahr, ab 2013 (XLSX, März 2026, 494 KB)
- Bevölkerungsbestand nach Fünfjahresaltersklasse und Gemeinde, per 31. Dezember, ab 1972 (XLSX, März 2026, 1,6 MB)
- Bevölkerungsmutationen und -bestand nach Gemeinde, Ganzjahreswerte, ab 1973 (XLSX, Mär 2026, 1,0 MB)
Bundesstatistiken zur Bevölkerung
Daten zu weiteren wichtigen Bevölkerungskennzahlen stammen aus spezifischen Bundesstatistiken. Informationen zum Bestand der ausländischen ständigen und nicht ständigen Wohnbevölkerung liefert das ZEMIS- (Zentrales Migrationsinformationssystem) des Staatssekretariats für Migration (SEM). Angaben zur natürlichen Bevölkerungsbewegung mit Geburten und Todesfällen stammen aus der Statistik BEVNAT des Bundesamts für Statistik (BFS). Die kantonalen Daten dieser Bundesstatistiken sind über unser Statistikportal einfach zugänglich.
Bestand ausländische ständige und nicht ständige Wohnbevölkerung
Per 31. August 2025 lebten 199'279 ausländische Staatsangehörige im Kanton Aargau. Die grösste Gruppe stellte dabei die deutsche Bevölkerung mit 39'390 Personen, gefolgt von 30'486 italienischen Staatsangehörigen.
- Ausländerstatistik, Staatssekretariat für Migration (SEM)Das Linkziel ist nicht barrierefrei. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an unsere allgemeine Auskunft: Telefon 062 835 35 35, Montag bis Freitag, 07:30 - 17:00 Uhr.
- Weitere Daten zu Ausländerinnen und Ausländern nach Geschlecht und Nationalität, Statistikportal Statistik AargauDas Linkziel ist nicht barrierefrei. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an unsere allgemeine Auskunft: Telefon 062 835 35 35, Montag bis Freitag, 07:30 - 17:00 Uhr.
Natürliche Bevölkerungsbewegung
Im Jahr 2024 sind 2'680 Frauen und 2'703 Männer im Kanton Aargau verstorben. Im selben Jahr wurden 6'536 Kinder geboren, darunter 3'376 Knaben und 3'160 Mädchen. Zudem gab es 3'013 Eheschliessungen, bei denen die Bräute am häufigsten zwischen 25 und 29 Jahre alt waren und die Bräutigame zwischen 30 und 34 Jahren.
- Todesfälle nach Geschlecht und Alter, Statistikportal Statistik AargauDas Linkziel ist nicht barrierefrei. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an unsere allgemeine Auskunft: Telefon 062 835 35 35, Montag bis Freitag, 07:30 - 17:00 Uhr.
- Geburten nach Geschlecht und Zivilstand der Mutter, Statistikportal Statistik AargauDas Linkziel ist nicht barrierefrei. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an unsere allgemeine Auskunft: Telefon 062 835 35 35, Montag bis Freitag, 07:30 - 17:00 Uhr.
- Eheschliessende nach Geschlecht und erfülltem Alter, Statistikportal Statistik AargauDas Linkziel ist nicht barrierefrei. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an unsere allgemeine Auskunft: Telefon 062 835 35 35, Montag bis Freitag, 07:30 - 17:00 Uhr.
Sonderauswertungen
Beliebteste Namen für Neugeborene 2025
Seit dem Höchststand 2021 mit über 7'000 Geburten gehen die Geburtenzahlen im Kanton kontinuierlich zurück. 2025 wurden 6'193 Geburten registriert – 3'218 Knaben und 2'975 Mädchen. Bei den Vornamen lagen 2025 bei den Mädchen Lina (29), Aurora (26), Emilia (25) und Emma (25) vorne, bei den Jungen dominierten Noah (42), Liam (39) und Matteo (29).
Hinweis: Aufgrund unterschiedlicher Datenquellen kann die Rangliste der Namen von der vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichten abweichen.
Weitere Sonderauswertungen
Geburten und Todesfälle im Kanton Aargau 2013–2023
Seit Mitte der Achtzigerjahre spielen Geburten und Todesfälle für die Bevölkerungsentwicklung im Kanton Aargau im Vergleich zu den Wanderungsbewegungen meist eine untergeordnete Rolle. Trotzdem lassen sich im Zeitverlauf interessante Trends und saisonale Muster erkennen. Im Folgenden werden die monatlichen Geburten- und Todesfallzahlen im Kanton Aargau von Januar 2013 bis Dezember 2023 dargestellt. Um die Vergleichbarkeit der Daten über die Zeit zu gewährleisten, wurden diese unter Berücksichtigung der jeweiligen Monatslänge angepasst (standardisiert).
Die Corona Pandemie führte zu starken Ausschlägen bei Geburten- und Todesfallzahlen
In der oberen Grafik sind die Daten für Geburten und Todesfälle als kontinuierliche Zeitreihen von Januar 2013 bis Dezember 2023 dargestellt. Der Monat Januar eines jeden Jahres liegt auf einer vertikalen gestrichelten Linie, die anderen Monate liegen dazwischen. Tendenziell nehmen sowohl die Geburten als auch die Todesfälle im betrachteten Zeitraum leicht zu. Der Geburtenüberschuss war relativ stabil, bis sich die Folgen der Covid-19-Pandemie Ende 2020 manifestierten. Nach höheren Geburtenzahlen im Jahr 2021 gingen diese ab 2022 zurück, während die Zahl der Todesfälle weiter anstieg, was zu einem sinkenden Geburtenüberschuss führte. Von Januar 2013 bis und mit Oktober 2020 blieb die Zahl der Todesfälle niedriger als jene der Geburten. Im November 2020 kehrte sich dieser Trend als Folge der Covid-19 Pandemie erstmals um, wobei die Zahl der Todesfälle erst im Dezember 2020 ihren Höhepunkt erreichte. In den drei Folgejahren 2021, 2022 und 2023 übertrafen die Todesfälle im Monat Dezember wieder die Geburten.
Die unteren Grafiken fassen die Zahlen der Geburten bzw. Todesfälle pro Monat zusammen. Dadurch lassen sich deren saisonale Muster erkennen. So bleibt die Zahl der Geburten von Januar bis Mai relativ stabil. Von Juni bis September bewegt sie sich auf einem höheren Niveau, wobei der höchste Mittelwert über die beobachteten Jahre im Monat September erreicht wird. Danach sinken die Geburtenzahlen in den Herbstmonaten Oktober bis Dezember wieder deutlich. Auffallend sind zudem die hohen Geburtenzahlen im Jahr 2021, insbesondere in den Monaten Januar, März, Juni, Juli und Oktober.
Bei den Todesfällen zeigt sich folgendes Bild: In den Jahren vor der Covid-19 Pandemie (2015 bis 2019) lag die Zahl der Todesfälle in der Regel in den Monaten Januar bis März am höchsten. Für die Jahre während der Pandemie (2020 bis 2022) werden für die Monate November und Dezember hingegen deutlich höhere Todesfallzahlen ausgewiesen. Die hohe Zahl der Todesfälle im Januar 2021 ist der anhaltenden starken Covid-19-Welle geschuldet, die die Schweiz bereits in den Monaten November und Dezember 2020 erfasst hatte.
Status S – Starke Bevölkerungszunahme im 1. Quartal 2023
Per 31. März 2023 zählte die ständige Wohnbevölkerung im Kanton Aargau 716'961 Einwohnerinnen und Einwohner. Das sind 3'844 Personen mehr als am 31. Dezember 2022 (713'117 Einwohnerinnen und Einwohner). In den ersten Quartalen der Jahre 2019 bis 2022 betrug die Bevölkerungszunahme jeweils rund 1'500 bis 2'000 Personen. Die starke Zunahme in den ersten drei Monaten des Jahres 2023 erklärt sich in erster Linie durch die Aufnahme von Personen mit Status S in die ständige Wohnbevölkerung.
Der Status S wurde erstmals im März 2022 mit der Ankunft von Flüchtlingen aus der Ukraine in der Schweiz aktiviert. In den ersten zwölf Monaten ihres Aufenthalts werden Personen mit Status S gleich wie Asylsuchende (Ausweis N) und vorläufig aufgenommene Ausländerinnen und Ausländer (Ausweis F) der nichtständigen Wohnbevölkerung zugewiesen. Nach zwölf Monaten werden sie zur ständigen Wohnbevölkerung gezählt. Per 31. März 2023 befinden sich somit 1'528 Personen mit Status S in der ständigen Wohnbevölkerung.
Die Bevölkerungsbilanz umfasst den Geburtenüberschuss, den Wanderungssaldo und die Bereinigungen. Die Aufnahme der Personen mit Status S in die ständige Wohnbevölkerung wird in den Bereinigungen ausgewiesen.
Wanderungsbewegungen 2012–2022
Die Wanderungsbewegungen im Kanton Aargau, kumuliert über die Jahre 2012 bis 2021, zeigen, dass die Zuzüge insgesamt häufiger sind als die Wegzüge. Besonders mobil sind die 20- bis 40-Jährigen. Bei den 60- bis 70-Jährigen kehrt sich dieser Trend leicht um. In der Altersklasse 70+ gleichen sich die Wanderungsbewegungen zwischen Zu- und Wegzügen tendenziell an. Die Differenz zwischen der Zahl der Zuzüge und der Zahl der Wegzüge ergibt einen insgesamt positiven Wanderungssaldo von 58'731 Personen.
Bei den Schweizerinnen und Schweizern ist die Differenz zwischen den Zu- und den Wegwandernden gering mit einem insgesamt positiven, jedoch relativ kleinen Wanderungssaldo von 8'733 Personen (14,87 % des Wanderungssaldos der Gesamtbevölkerung zwischen 2012 und 2021). Am häufigsten wandern die 24- bis 29-Jährigen aus dem Kanton Aargau aus, in geringerem Masse die 60- bis 67-Jährigen.
Die Wanderungsbewegungen der ausländischen Bevölkerung sind durch eine höhere Zahl von Zuzügen als Wegzügen charakterisiert, was zu einem hohen positiven Anteil des Wanderungssaldos führt (49'998 Personen oder 85,13 % des Wanderungssaldos der Gesamtbevölkerung). Zwischen 2012 und 2021 ist ein positiver Wanderungssaldo von mehr als 1'000 Personen bei den 20- bis 38-Jährigen zu verzeichnen. Ein negativer Wanderungssaldo ist bei den Ausländerinnen und Ausländern ausschliesslich bei den 60- bis 70-Jährigen zu beobachten. Diese Abwanderung ist höher als bei der schweizerischen Bevölkerung.
Geburten und Todesfälle im Kanton Aargau 2013–2022
Die Corona Pandemie führte zu starken Ausschlägen bei Geburten- und Todesfallzahlen.
Geburten und Todesfälle spielen für die Bevölkerungsentwicklung im Kanton Aargau seit Mitte der Achtzigerjahre im Vergleich zu den Wanderungsbewegungen meist eine untergeordnete Rolle. Trotzdem zeigen sie im Lauf der Zeit interessante Trends und saisonale Muster. Hier werden die monatlichen Geburten- und Todesfallzahlen im Kanton Aargau von Januar 2013 bis Dezember 2022 dargestellt. Um die Vergleichbarkeit der Daten über die Zeit zu gewährleisten, wurden diese unter Berücksichtigung der jeweiligen Monatslänge angepasst (standardisiert).
In der oberen Grafik sind die Daten für Geburten und Todesfälle als kontinuierliche Zeitreihen ab Januar 2013 bis Dezember 2022 dargestellt. Der Monat Januar eines jeden Jahres liegt auf einer vertikalen gestrichelten Linie, die anderen Monate liegen dazwischen. Tendenziell nehmen sowohl die Geburten als auch die Todesfälle im betrachteten Zeitraum leicht zu. Dies ist auf die demografische Entwicklung sowie auf die Altersstruktur der Bevölkerung zurückzuführen. Die Zahl der Todesfälle blieb von Januar 2013 bis und mit Oktober 2020 niedriger als jene der Geburten. Im November 2020 war dies jedoch als Folge der Covid-19 Pandemie über den betrachteten Zeitraum zum ersten Mal umgekehrt, wobei die Zahl der Todesfälle erst im Dezember 2020 ihren Höhepunkt erreichte. In den zwei Folgejahren 2021 und 2022 übertrafen die Todesfälle im Monat Dezember wieder die Geburten.
Die unteren Grafiken fassen die Geburten- bzw. Todesfallzahlen pro Monat zusammen. Dadurch lassen sich deren saisonale Muster erkennen. So bleibt die Zahl der Geburten von Januar bis Mai relativ stabil. Von Juni bis September bewegt sie sich auf einem höheren Niveau, wobei der höchste Mittelwert über die beobachteten Jahre im Monat September erreicht wird. Danach sinken die Geburtenzahlen über die Herbstmonate Oktober bis Dezember wieder deutlich. Auffallend sind zudem die hohen Geburtenzahlen im Jahr 2021, insbesondere in den Monaten Januar, März, Juni, Juli und Oktober.
Bei den Todesfällen zeigt sich folgendes Bild: Während den betrachteten Jahren vor der Covid-19 Pandemie bis 2019, lag die Zahl der Todesfälle in der Regel in den Monaten Januar bis März am höchsten. Für die Jahre während der Pandemie (2020 bis 2022) werden für die Monate November und Dezember deutlich höhere Todesfallzahlen ausgewiesen als davor. Die hohe Zahl der Todesfälle im Januar 2021 ist der Fortsetzung der starken Covid-19 Welle geschuldet, die bereits in den Monaten November und Dezember 2020 die Schweiz erfasst hatte.
Zu- und Wegwandernde 2016–2020
Wanderungsverhalten
Seit 2016 kommen im Durchschnitt jedes Jahr rund 25'200 Personen in den Kanton Aargau, während 19'100 Personen diesen verlassen. Die stärkste interkantonale Dynamik findet mit Zürich statt: Seit 2016 gibt es durchschnittlich 2'000 Nettozuzüge pro Jahr.
Auf internationaler Ebene ist der Wanderungssaldo mit Deutschland und Italien mit jeweils etwa 600 Nettozuzügen pro Jahr am höchsten. Die Nettozuzüge aus anderen Ländern der Welt kumulieren sich im Durchschnitt auf etwa 1'400 Personen, was kleiner als der interkantonale Wanderungssaldo mit Zürich ist.
Soziodemografische Merkmale der Zu- und Wegwandernden
Ein Vergleich der Wohnbevölkerung mit den Zuziehenden und Wegwandernden zeigt, dass die beiden Gruppen ähnliche Profile aufweisen, während sie sich von der länger ansässigen Wohnbevölkerung unterscheiden. Personen, die vor zwei Jahren von anderen Kantonen oder Ländern zugezogen sind beziehungsweise in andere Kantone abgewandert sind, sind im Durchschnitt jünger, häufiger erwerbstätig und besitzen deutlich häufiger einen Universitätsabschluss als Personen, die seit mehr als zwei Jahren im Kanton Aargau leben.
Unter den Zuwandernden und Wegwandernden sind 8 von 10 Personen erwerbstätig, während es bei der Wohnbevölkerung nur 6 von 10 Personen sind. Dieser Unterschied ist hauptsächlich auf die Altersstruktur zurückzuführen. Tatsächlich sind die Zuwandernden und Wegwandernden jünger (die Mehrheit ist zwischen 25 und 44 Jahre alt), während 21 Prozent der Wohnbevölkerung 65 Jahre oder älter sind. Etwa ein Viertel der Zu- und Wegwandernden hat einen Universitätsabschluss, während dies nur bei 13 Prozent der seit mehr als zwei Jahren ansässigen Bevölkerung der Fall ist. Fast die Hälfte der neu im Kanton Aargau ansässigen Erwerbstätigen arbeitet ausserhalb des Kantons, bei der Wohnbevölkerung ist es nur ein Drittel.
Diese Ergebnisse werden auf der Grundlage der Strukturerhebung geschätzt, einer vom Bundesamt für Statistik (BFS) organisierten Umfrage, die jährlich an eine Stichprobe der über 15-jährigen Wohnbevölkerung der Schweiz gesendet wird. Da Personen, die ins Ausland abwandern, keinen Fragebogen erhalten, ist es nicht möglich, die Merkmale der internationalen Wegwanderung zu untersuchen.
Umzugsgründe
Um die Gründe für Zu- und Wegzüge besser zu verstehen, hat die Aargauer Staatskanzlei im Jahr 2021 eine Wanderungsbefragung durchgeführt. Die häufigsten Umzugsgründe der Zu- und Wegwandernden waren eine Vergrösserung des Haushalts und eine Veränderung im Zusammenhang mit der Arbeit oder der Ausbildung. Während die Pendelzeit der Wegwandernden am neuen Wohnort ausserhalb des Kantons Aargau verkürzt wurde, blieb sie bei den Zuwandernden etwa gleich. Sowohl Weg- als auch Zuwandernde waren der Meinung, dass Wohnraum im Kanton Aargau günstiger war und sie von einem niedrigeren Steuerfuss profitierten als an ihrem neuen Wohnort ausserhalb des Kantons. Die Wegwandernden waren jedoch der Ansicht, dass die Verbindungen des öffentlichen Verkehrs, die Kinderbetreuungsangebote, die Freizeitangebote und der Zugang zu Dienstleistungen an ihrem neuen Wohnort besser sind als im Kanton Aargau.
Erläuterungen
Beschreibung der Datenquellen
Informationen über die Wohnbevölkerung des Kantons Aargau stammen aus kantonalen Quellen sowie aus Quellen des Bundes. Dabei werden verschiedene Aspekte der Bevölkerung beleuchtet, die mit unterschiedlichen Methoden erhoben werden.
Die Bevölkerungszahlen können sich aufgrund der verschiedenen Datenquellen leicht unterscheiden.
- Die Kantonale Bevölkerungsstatistik basiert auf dem kantonalen Einwohnerregister, welches die Gemeinden nachführen. Als ständige Wohnbevölkerung zählen seit dem 31. Dezember 2012 die Personen mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der jeweiligen Gemeinde und einer schweizerischen Staatsangehörigkeit oder einer ausländischen Staatsangehörigkeit und einer (kumulierten) Aufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten (Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung: Ausweis B, C, F oder EDA-Ausweis bei internationalen Funktionären, Diplomaten und ihren Familienangehörigen; Kurzaufenthaltsbewilligung: Ausweis L; Personen im Asylprozess: Ausweis N; Schutzbedürftige: Ausweis S).
- Informationen zur Bevölkerung und den Haushalten basieren auf der Registererhebung des Bundes (STATPOP) sowie auf Stichprobenerhebungen des Bundes (Strukturerhebung). In der STATPOP werden Informationen aus dem kantonalen Bevölkerungsregister und dem ZEMIS sowie der BEVNAT kombiniert (s. unten).
- Die Statistik der ausländischen ständigen und nicht ständigen Wohnbevölkerung aufgeschlüsselt nach Staatszugehörigkeit stammt aus dem Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) des Staatssekretariats für Migration SEM.
- Die Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung beinhaltet Informationen über Todesfälle, Geburten sowie Eheschliessungen und stammt aus der gleichnamigen Bundesstatistik (BEVNAT).
Begriffsdefinitionen
Bereinigungen
Die Zahl der Bereinigungen gibt die Differenz zum Vorjahresbestand nach Zuzählen von Geburten und Zuzügen beziehungsweise nach Abzählen von Wegzügen und Todesfällen an. In Zusammenarbeit mit den Einwohnerkontrollen der Gemeinden wird daran gearbeitet, diese Zahl gering zu halten und die Genauigkeit der Registerführung zu erhöhen.
Bevölkerungsmutationen / Bevölkerungsbewegungen
Zu Bevölkerungsmutationen oder Bevölkerungsbewegungen werden Geburten, Todesfälle, Zuzüge, Wegzüge und Einbürgerungen gezählt.
Ständige Wohnbevölkerung
Die ständige Wohnbevölkerung ist die Referenzbevölkerung der Bevölkerungsstatistik. Seit 2012 umfasst die ständige Wohnbevölkerung der kantonalen Bevölkerungsstatistik alle schweizerischen Staatsangehörigen mit einem Hauptwohnsitz im Kanton Aargau sowie alle ausländischen Staatsangehörigen mit einer Anwesenheitsbewilligung für mindestens 12 Monate oder ab einer Anwesenheit von 12 Monaten in der Schweiz (Ausweise B/C/L/F/S/N oder EDA-Ausweis, d.h. internationale Funktionäre, Diplomaten und deren Familienangehörige).
Frühere Publikationen
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2025: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, März 2026, 8,5 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2024: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, März 2025, 8,2 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2023: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, März 2024, 4,7 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2022: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, März 2023, 3,0 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2021: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, März 2022, 3,1 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2020: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, März 2021, 2,6 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2019: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, März 2020, 2,6 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2018: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, Mai 2019, 1,5 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2017: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, Oktober 2018, 2,6 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2016: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, April 2017, 2,2 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2015: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, Mai 2016, 1,8 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2014: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, März 2016, 1,4 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2013: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, April 2015, 1,7 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik 2012: Jahrespublikation (ZIP, 2 Dokumente, Juli 2013, 3,2 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik: Entwicklung im ersten Halbjahr 2025 (ZIP, 4 Dokumente, September 2025, 3,5 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik: Entwicklung im ersten Halbjahr 2024 (ZIP, 4 Dokumente, September 2024, 2,5 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik: Entwicklung im ersten Halbjahr 2023 (ZIP, 4 Dokumente, September 2023, 2,6 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik: Entwicklung im ersten Halbjahr 2022 (ZIP, 4 Dokumente, September 2022, 2,2 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik: Entwicklung im ersten Halbjahr 2021 (ZIP, 4 Dokumente, September 2021, 2,0 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik: Entwicklung im ersten Halbjahr 2020 (ZIP, 4 Dokumente, September 2020, 2,6 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik: Entwicklung im ersten Halbjahr 2019 (ZIP, 4 Dokumente, September 2019, 6,7 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik: Entwicklung im ersten Halbjahr 2018 (PDF, 1 Dokument, September 2018, 1,8 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik: Entwicklung im zweiten Halbjahr 2017 (PDF, 1 Dokument, März 2018, 1,7 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik: Entwicklung im ersten Halbjahr 2017 (PDF, 1 Dokument, September 2017, 1,7 MB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik: Entwicklung im zweiten Halbjahr 2016 (PDF, 1 Dokument, März 2017, 798 KB)
- Kantonale Bevölkerungsstatistik: Entwicklung im ersten Halbjahr 2016 (PDF, 1 Dokument, September 2016, 1,0 MB)
- Bevölkerung, Bundesamt für Statistik (BFS)Das Linkziel ist nicht barrierefrei. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an unsere allgemeine Auskunft: Telefon 062 835 35 35, Montag bis Freitag, 07:30 - 17:00 Uhr.
- Ausländerstatistik und Asylstatistik, Staatssekretariat für Migration (SEM)Das Linkziel ist nicht barrierefrei. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an unsere allgemeine Auskunft: Telefon 062 835 35 35, Montag bis Freitag, 07:30 - 17:00 Uhr.