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Bibliothek als Raum

Blind Date mit einem Buch

Verpackte Bücher, ein paar neugierig machende Hinweise und ganz viel Überraschung: Mit der Aktion "Blind Date mit einem Buch" traf die Schul- und Gemeindebibliothek Suhr ihre Kundinnen und Kunden mitten ins Herz. Die unkomplizierte Umsetzung und die grosse Resonanz zeigen, wie einfach sich neue Leseimpulse setzen lassen. Der Erfahrungsbericht von Verena Friedel macht Lust darauf, diese Aktion auch in der eigenen Bibliothek auszuprobieren.

In Geschenkpapier verpackte Bücher mit Valentinstags-Dekoration.
© Schul- und Gemeindebibliothek Suhr

Anlässlich des Valentinstags haben wir in unserer Bibliothek bereits zum zweiten Mal die Aktion "Blind Date mit einem Buch" durchgeführt – und damit bei unseren Kundinnen und Kunden mitten ins Herz getroffen.

Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Eine Auswahl an Büchern wurde von uns in Geschenkpapier verpackt und konnte somit nur "blind" ausgeliehen werden. Statt Cover, Titel oder Klappentext erhielten die Leserinnen und Leser lediglich wenige Hinweise zu Genre, Thema sowie Zielgruppe (Kinder-, Jugend- oder Erwachsenenbuch), die wir von Hand auf den Päckchen notiert hatten.

Überraschung statt Auswahlstress

Gerade in Zeiten grosser Medienvielfalt empfinden viele Menschen die Auswahl eines neuen Buchs als Herausforderung. Mit dieser Aktion haben wir diesen Entscheidungsdruck durch Neugier und Vorfreude ersetzt. Die reduzierten Informationen auf den Paketen reichten aus, um Interesse zu wecken, ohne zu viel zu verraten. So konnten die Kundinnen und Kunden auch Bücher entdecken, zu denen sie sonst vielleicht nie gegriffen hätten.

Einfach umgesetzt mit wenig Aufwand

Die Aktion liess sich sehr schnell und einfach vorbereiten. Die Barcodes der ausgewählten Bücher wurden vorab kopiert und nach dem Einpacken aussen auf die Päckchen geklebt, sodass die Ausleihe problemlos erfolgen konnte. Anschliessend haben wir in den einzelnen Abteilungen jeweils einen Tisch mit einem Info-Aufsteller und den verpackten Büchern dekoriert. Kleine Goodies wie Schokoherzchen auf den Päckchen luden zusätzlich zur Mitnahme eines der Bücher ein. Das kam nicht nur bei den Kleinen gut an. Aber Achtung: Die Schokoherzen werden gerne mal von den Päckchen stibitzt… Wer hier nicht ständig für Nachschub sorgen möchte, sollte sie lieber weglassen.

Alles in allem ist die Aktion mit überschaubarem Zeit- und Materialaufwand umsetzbar. Damit die Umsetzung möglichst einfach gelingt, habe ich hier unsere wichtigsten Materialien zusammengestellt:

  • Eine gute Auswahl an Büchern (pro Abteilung ca. 5 bis 10 Stück)
  • Kopien der Barcodes für die Ausleihe
  • Geschenkpapier oder -tüten
  • Verschiedene Tischdeko: Herzchen, Blumen etc.
  • Gegebenenfalls Post-its oder andere Aufkleber zum Beschriften der Päckchen
  • Schokoherzen zum Anbringen an die Päckchen
  • Kleine Info-Poster für die Kundschaft (mit Canva schnell gemacht)

Ein voller Erfolg mit viel Wiederholungspotenzial

In Geschenkpapier verpackte Bücher mit Valentinstags-Dekoration.
© Schul- und Gemeindebibliothek Suhr

Der Start der Aktion verlief zunächst etwas schleppend. Doch nachdem wir die Kundinnen und Kunden aktiv darauf aufmerksam gemacht hatten, waren die "Blind Dates" schnell vergriffen. Vor allem bei den Kindern und Jugendlichen kamen die Überraschungspakete sehr gut an.

Für uns steht fest, dass diese Aktion nicht nur zum Valentinstag, sondern auch zu anderen Anlässen grosses Potenzial hat. Manchmal braucht es ein wenig Mut, etwas Neues auszuprobieren – nicht nur von der Kundschaft. Deshalb möchten wir euch herzlich dazu ermutigen, diese Idee aufzugreifen. Wer weiss, vielleicht kann so die Liebe zum Lesen auch bei jenen (neu) entfacht werden, von denen wir es nicht erwartet hätten.