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Bibliothek als Raum

Bibliothek & KI – Experiment mit Zukunftspotenzial

KI ist inzwischen in aller Munde. In einem Podcast vom KI-Studio hörte ich sinngemäss: Nicht die KI ersetzt dich – sondern jemand, der KI nutzt, wird dich ersetzen. Das bestätigt meine Annahme, dass es wichtig ist, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Anfangs war ich eher kritisch und vorsichtig, inzwischen aber zunehmend fasziniert von den Fähigkeiten diverser KIs. Vom Expertenstatus bin ich allerdings noch weit entfernt.

Ende März fand das nationale BiblioWeekend statt, bei dem wir unter anderem einen Vortrag über Künstliche Intelligenz (KI) anboten. Passend zum Thema liess ich einen Zeitungsartikel für das gesamte Wochenende direkt von ChatGPT, der wohl bekanntesten KI, generieren. Das Ergebnis war überzeugend: Nach wenigen Klicks und knappen Informationen zu den drei Veranstaltungstagen erhielt ich folgenden Artikel: "BiblioWeekend Möhlin: Die Gemeindebibliothek geht digital – Fricktal.info (PDF, 1 Seite, 97 KB). Mit ein paar Anpassungen meinerseits war er in kürzester Zeit vorzeigbar – ohne KI hätte ich dafür sicherlich ein bis zwei Stunden benötigt. Für mich ein Beispiel, dass KI auch im Bibliotheksalltag genutzt werden muss.

Erkenntnisse aus dem Vortrag

Mit künstlicher Intelligenz erstelltes Bild, zeigt eine illustrierte Frau mit braunen Haaren, Brille und orangenem Oberteil an einem Schreibtisch mit technischen Geräten und umgeben von digitalen Icons. Blauer Hintergrund mit Bücherregalen links und rechts. Darüber der Titel "Biblioweekend 2025. Bibliothek Möhlin goes digital"
Von Bettina Indolese mit KI generiert

Die Entwicklung von KI schreitet rasant voran. Noch vor wenigen Wochen erzeugte sie Bilder, die oft ungenau oder fehlerhaft waren – zum Beispiel mit sechs statt fünf Fingern, unscharfen Hintergründen oder technischen Darstellungen mit fehlerhaften Details. Mittlerweile sind einige Mängel behoben, und viele Bilder wirken nahezu perfekt.

Spannend ist auch die Thematik des Urheberrechts. Von KI generierte Texte müssen nicht als solche deklariert werden, da rechtlich (zurzeit?) nur Menschen Urheberrecht an einem Werk haben können. Wenn ich also einen KI-generierten Text umfassend überarbeite, darf ich ihn durchaus als mein eigenes Werk ausgeben.

Obwohl uns KI zahlreiche Ideen und Anregungen liefert, hängt die Qualität der Ergebnisse stark davon ab, wie präzise und kreativ wir unsere Anfragen formulieren. So entstehen mit entsprechenden Aufforderungen etwa Texte, bei denen jedes Wort mit dem nächsten Buchstaben des Alphabets beginnt (Als Benjamin Carolin draussen erkannte, …) oder aus einem klassischen Gedicht wie der «Erlkönig» lässt sich in wenigen Sekunden eine gerappte Version im Hip-Hop-Stil erstellen.

Nebst der Integration von KI in den Arbeitsalltag, kann sie also durchaus auch als Spielerei genutzt (und dann vielleicht doch in unseren Arbeitsalltag integriert) werden.

Den Mutigen gehört die Welt

Wie in vielen anderen Bereichen gilt auch für die Künstliche Intelligenz: Einfach ausprobieren! Ein Account ist schnell erstellt und mit wenigen Klicks geht es los – ohne grosses Risiko. ChatGPT lässt sich beispielsweise ganz unkompliziert mit lediglich einer Mailadresse nutzen. Wer auf Datensicherheit Wert legt, kann einfach eine Fantasiemailadresse erstellen und sich mit dieser einen Account einrichten.

Stellt Fragen, lasst KI eure Texte redigieren, nutzt generierte Bilder für Flyer oder Social-Media-Auftritte und integriert KI in euren (Arbeits-)Alltag. Schnell ist eine Wochen-Rezeptliste samt entsprechender Einkaufsliste, natürlich saisonal und regional, erstellt – oder ihr erhaltet in Windeseile die besten Ausflugstipps für euer nächstes Ferienziel.

Persönliche Meinung

Besonders Kinder und Jugendliche müssen frühzeitig lernen, dass KI-generierte Antworten stets überprüft und hinterfragt werden müssen. Bei unseren Lesetandems habe ich schon mitbekommen, dass Kinder ihre Schulaufgaben mithilfe von KI lösen. Die richtige Antwort ist schnell gefunden – doch oft verstehen sie nicht, wie sie selbst zu dieser Antwort gelangen. Eine Generation, die sich nur noch auf KI verlässt, wäre gravierend.

Ebenso halte ich einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit KI für essenziell. Sie beschleunigt viele Prozesse erheblich. Wesentlich ist, die gewonnene Zeit sinnvoll zu nutzen, statt den Leistungsdruck weiter zu erhöhen. Die Gesellschaft und wahrscheinlich auch die Politik sind gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die sicherstellen, dass uns KI entlastet, anstatt noch mehr Stress zu erzeugen, weil in der gleichen Zeit mehr geleistet werden muss.

Und was meint die KI ChatGPT zu meinem Text, (den ich übrigens von ihr redigieren liess)? "…1. Praxisbezug… 2. Kritische Reflexion…3. Plädoyer für Experimentierfreude…Insgesamt ein sehr lesenswerter Text, der sowohl informiert als auch zum Nachdenken anregt!"

Hinweis:Aargauer Bibliothekstag 2025

Übrigens: Genau dieses Thema steht im Zentrum des nächsten Aargauer Bibliothekstags. Am Donnerstag, 6. November 2025 erwarten euch spannende Einblicke, inspirierende Impulse und praxisnahe Workshops rund um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Bibliotheken.