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Bibliothek als Raum

Unsere Bibliothek auf Instagram – Erfahrungen, Tipps und ein bisschen Chaos

"Instagram? Muss ich da wirklich mitmachen?" Zwischen Skepsis und Begeisterung bewegen sich viele Bibliotheken. Die Dorfbibliothek Obersiggenthal erzählt von ihrem Einstieg auf Instagram – ohne grosse Strategie, dafür mit viel Pragmatismus, Neugier und Freude am Ausprobieren. Ein Erfahrungsbericht über Sichtbarkeit, Vernetzung und warum "einfach mal machen" manchmal der beste Anfang ist.

"Instagram? Muss ich da wirklich mitmachen?", "Das ist doch nicht meine Welt.", "Ich verstehe so wenig davon.", "Ich nutze privat keine sozialen Medien – damit will ich mich gar nicht auseinandersetzen.", "Ich habe keine Lust."

Kommt dir das bekannt vor?

Und dann gibt es auch die andere Reaktion: "Insta? Eure Bibliothek ist auf Instagram? Das ist ja cool! Was postet ihr denn so? Da folge ich euch gleich!"

Zwischen diesen beiden Polen bewegen sich vermutlich viele Bibliotheken – und genau da standen wir auch.

Einfach mal anfangen

Am 28. August 2018 haben wir unseren ersten Post veröffentlicht. Damals waren noch längst nicht so viele Bibliotheken auf Instagram aktiv. Wir sind ohne grosse Strategie ins Abenteuer gestartet – eher aus einem Gefühl heraus.

Auslöser war eine Kinder- und Jugendveranstaltung mit Bookcasting und Bookselfies. Wir dachten: Wenn wir schon coole Sachen machen, zeigen wir sie auch. Nicht nur vor Ort, sondern auch digital.

Also haben wir einfach begonnen. Klein, unkompliziert und ohne grosses Konzept.

Lehrbücher sagen: Entwickle zuerst eine Strategie. Definiere Zielgruppen, Ziele, Bildsprache und Postingrhythmus. Das ist sicher sinnvoll – kann aber auch eine Hürde sein. Wir haben uns stattdessen für den pragmatischen Weg entschieden: "Einfach mal machen – könnte ja gut werden."

Mehr als nur Werbung

Schnell haben wir gemerkt: Instagram ist nicht nur ein Kanal zur Ansprache von Kundinnen und Kunden. Es ist auch ein riesiges Netzwerk. Wir sehen, was andere Bibliotheken machen, holen uns Ideen für Veranstaltungen, entdecken kreative Vermittlungsformate und kommen unkompliziert miteinander in Kontakt. Der Austausch ist niederschwellig und inspirierend.

Erreichen wir damit unsere klassische Kundschaft? Teilweise. Aber nicht ausschliesslich.

Instagram funktioniert anders. Es geht weniger um reine Information und mehr um Präsenz, Einblicke und Beziehung. Die Bibliothek zeigt, was sie tut. Sie wird sichtbar. Und manchmal erreichen wir dadurch auch Menschen, die sonst kaum Berührungspunkte mit uns hätten.

Was zeigen wir eigentlich?

Im Tun stellen sich plötzlich ganz praktische Fragen – und dabei merkt man, dass ein Konzept vielleicht doch keine schlechte Idee ist:

  • Wem wollen wir folgen? Nur anderen Bibliotheken oder auch unserer lokalen Community?
  • Was wollen wir zeigen? Veranstaltungen, Medien, Einblicke hinter die Kulissen?
  • Und wie möchten wir auftreten? Im einheitlichen, durchgestylten Look oder spontan, authentisch und nahbar?

Wir haben uns für eine bunte Mischung entschieden. Wir posten "querbeet", mit Fokus auf unsere Veranstaltungen. Mal sorgfältig gestaltet, mal ganz spontan. Wichtig ist für uns nicht Perfektion, sondern Aktualität und Persönlichkeit.

Unser Fazit

Instagram hat uns nicht nur Sichtbarkeit gebracht, sondern auch Motivation. Es macht Spass, Neues auszuprobieren, kreativ und Teil einer aktiven Community zu sein. Der Austausch mit anderen Bibliotheken ist wertvoll – und oft überraschend unkompliziert.

Der Aufwand ist da, keine Frage. Aber er ist überschaubar. Zwei Posts pro Monat sind ein realistischer Einstieg.

Und der Nutzen? Inspiration, Vernetzung, Sichtbarkeit – und nicht zuletzt Freude an der eigenen Arbeit.

Also: Nur Mut! Bleiben wir dran – denn das Rad dreht sich weiter. Wir dürfen nicht stehen bleiben.

Unser Motto: "Einfach mal machen."