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Conny Sander-Reinhardt, Bibliothek Muri
Longevity steht für ein langes, gesundes und selbstbestimmtes Leben. Doch was hat dieser Trend mit Bibliotheken zu tun? Mehr, als man denkt, findet Conny Sander von der Bibliothek Muri. In ihrem Beitrag zeigt sie, wie Bibliotheken Menschen auf ihrem Weg zu einem erfüllten Älterwerden begleiten können – als Orte der Begegnung, des Wissens, der geistigen Fitness und der sozialen Teilhabe.
Longevity – ein Begriff, ein Lebensstil, eine Vision. Dauerpräsent in den sozialen Medien. Das Ziel: länger gesund, fit und selbständig zu leben. Aussehen, körperliche und mentale Fitness und ein erfülltes Sozialleben spielen dabei eine grosse Rolle, und die Schönheits- und Nahrungsmittelindustrie übertreffen sich mit innovativen Hilfsmitteln.
Doch was hat dieser Trend mit Bibliotheken zu tun? Wir bieten weder Schönheits-OPs noch lebensverlängernde Medikamente oder Sportprogramme an.
Aber Bibliotheken verfügen über einen schier unerschöpflichen Informationsfundus zu unterschiedlichsten Trends und Entwicklungen. Das grosse Wissen, das in unseren Medien schlummert, bietet sich geradezu an, Menschen dabei zu unterstützen, an ihrer geistigen und körperlichen Fitness zu arbeiten und sich in unseren Bibliotheken sozial zu vernetzen.
Durch spezielle Angebote können Bibliotheken daher auch bei Longevity eine wichtige Rolle übernehmen (und machen dies häufig bereits heute): indem sie geistige Fitness fördern, digitales Wissen vermitteln, soziale Vernetzung ermöglichen und Informationen zu Gesundheit und Prävention zugänglich machen.
Wir können dazu beitragen, dass gerade ältere Menschen nicht ausgegrenzt werden, sondern sich niederschwellig, sozial und generationenübergreifend engagieren können (z. B. als Lesementorinnen und -mentoren beim "Lesetandem"). Bibliotheken ermöglichen aktive Weiterbildung im Umgang mit digitalen Medien, schaffen Raum für gemeinsame Erlebnisse wie Lesezirkel und motivieren sie dazu, Vorträge und Lesungen zu besuchen.
Bibliotheken vernetzen sich mit unterschiedlichsten Organisationen in ihren Gemeinden und stehen vor der Herausforderung, als 3. Ort zu fungieren. Warum also nicht öffentlich dafür einstehen, dass in unseren Veranstaltungsagenden nicht nur Leseförderung und Integration Platz haben, sondern dass wir auch Teil eines niederschwelligen Angebots sind, das Menschen auf ihrem Weg zu einem gesunden und erfüllten Älterwerden begleitet?
Longevity muss nicht bedeuten, ein paar Pillen zu nehmen und sich in disziplinierter Askese zu üben. Das Ziel sollte doch vielmehr sein, die verbleibende Lebenszeit mit Leben zu füllen und das soziale und geistige Wohlbefinden zu stärken.
Conny Sander-Reinhardt, Bibliothek Muri