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Stärkere Vernetzung der Leistungserbringer ist nötig

Zwei Hände, welche weisse Puzzleteile nebeneinander halten. Es ist ersichtlich, dass sie zusammenpassen.
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In Anbetracht der Megatrends im Gesundheitswesen wie etwa der Leistungsfragmentierung, der steigenden Kosten, der Überalterung der Bevölkerung oder der Zunahme chronischer Krankheiten und Mehrfacherkrankungen benötigt es eine stärkere Vernetzung der Leistungserbringer.

Eine vertikale und horizontale Vernetzung zwischen den Leistungserbringern und die Förderung der Durchgängigkeit im Behandlungsprozess wird immer bedeutender. Denn nur so kann eine bedarfsgerechte, qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung für Patientinnen und Patienten erhalten werden.

Grafik mit Horizontaler und Vertikaler Vernetzung von Behandlungen und Fachpersonal sowie Institutionen
Quelle: Schweizer Forum für integrierte Versorgung, Trendszenarien integrierte Versorgung Schweiz, 2014

Mit förderlichen Rahmenbedingungen sollen einerseits integrierte Versorgungs- und Kooperationsmodelle vorangetrieben werden, zum Beispiel mit der seit dem 1. Januar 2022 geltenden Pilotnorm im Gesundheitsgesetz, die es dem Kanton ermöglicht, sich an Pilotprojekten zu beteiligen, wenn diese der Erzielung medizinischer, versorgungstechnischer oder wirtschaftlicher Verbesserung dienen. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Unterstützung beim Aufbau übergeordneter Versorgungsstrukturen wie multiprofessionellen Gesundheitszentren oder interdisziplinären Regionalspitälern.

Andererseits sollen die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt werden. Sie ermöglicht zum Beispiel die durchgängige Vernetzung aller behandlungsrelevanten Akteure und berücksichtigt Bürgerinnen und Bürger, ambulante Leistungserbringer, stationäre Einrichtungen und weitere Institutionen. Digitaler Informationsaustausch erfolgt entlang der gesamten Behandlungskette, und erfasste Patientendaten können mehrfach Anwendung finden. In der Folge reduziert sich eine Doppeldiagnostik bei steigender Behandlungsqualität und erhöhter Patientensicherheit, da alle behandlungsrelevanten Daten ortsunabhängig, aktuell und zeitnah zur Verfügung stehen.

Einen wichtigen Schritt in der Digitalisierung stellt das elektronische Patientendossier (EPD) dar, das im Kanton Aargau von der Stammgemeinschaft eHealth Aargau (SteHAG) vorangetrieben wird. Über 80 Aargauer Leistungserbringer und Verbände haben sich auf Initiative des Kantons Aargau zusammengeschlossen. Die SteHAG koordiniert und erarbeitet die organisatorischen und technischen Grundlagen für das elektronische Patientendossier (EPD), das im Kanton Aargau unter dem Namen "emedo – Mein elektronisches Gesundheitsdossier" umgesetzt wird.