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Optimierung der präklinischen Versorgung

Sirene auf einem Rettungsfahrzeug.
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Damit die rettungsdienstliche Versorgung der aargauischen Bevölkerung auch in Zukunft garantiert ist, plant das Departement Gesundheit und Soziales mehrere Optimierungsschritte.

Das Rettungswesen der Schweiz befindet sich in einem Konzentrationsprozess: Waren im Jahr 1993 etwa 250 Rettungsdienste aktiv, sind aktuell noch rund 100 Rettungsorganisationen tätig. Im Kanton Aargau gibt es aktuell acht durch den Interverband für Rettungswesen (IVR) anerkannte Rettungsorganisationen, wovon sechs an Spitäler angebunden sind. Der kleinste Rettungsdienst leistete im Jahr 2021 rund 1'500, der grösste etwa 12'300 Einsätze.

Neben der Notfallrettung stellen die Aargauer Rettungsdienste zudem den qualifizierten Krankentransport sicher. Bei Bedarf unterstützen die Rettungsdienste der Nachbarkantone bei ca. 600 Einsätzen pro Jahr den Kanton Aargau. Umgekehrt erbringen Aargauer Rettungsdienste auch ausserkantonale Einsätze. Die Einsatzkategorien P1 + S1 werden mit Sondersignal (Blaulicht und Sirene), diejenigen der Kategorie P2 + S2 dringlich durchgeführt.

Anzahl Einsätze; Quelle: Gesundheitsversorgungsbericht, Kanton Aargau, 2020

Um weiterhin eine leistungsfähige und qualitativ hochstehende Versorgungsqualität im Rettungswesen anzubieten, plant der Kanton Aargau folgende Schritte:

  • Eine Standort- und Potenzialanalyse zeigt optimal geografisch ausgerichtete rettungsdienstliche Standorte bzw. Einsatzgebiete unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung, der Verkehrsanbindung und zahlreichen weiteren Faktoren auf.
  • Die Standorte und Einsatzgebiete werden in einem Bewerbungsverfahren an die Rettungsdienste vergeben, welche die geltenden notfallmedizinischen Richtlinien umsetzen und durch den IVR zertifiziert sind.
  • Der Kanton betreibt die Sanitätsnotrufzentrale (SNZ) 144 und gewährleistet die gebotene Neutralität gegenüber den angeschlossenen Rettungsdiensten.
  • • Für die bodengebundene Rettung und die Luftrettung gilt konsequent das Nächst-Best-Prinzip. Das bedeutet, dass die SNZ 144 immer das geeignete Rettungsmittel aufbietet, das zeitlich am schnellsten den Einsatzort erreichen kann.
  • First Responder (in Erster Hilfe ausgebildete Personen) ergänzen flächendeckend die präklinische Versorgung von Patientinnen und Patienten und reduzieren das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdiensts.

Die rechtliche Verankerung des präklinischen Bereichs und die Überarbeitung des "Rettungskonzepts 2005" sorgen langfristige für Versorgungssicherheit auf hohem Niveau.