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Kurze Verweildauer im Job verschärft Fachkräftemangel

Person im Ärztekittel im Vordergrund. Silhouetten von Personen im Hintergrund, zwei davon im Rollstuhl
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Der Mangel an Fachkräften ist in aller Munde. Auch im Kanton Aargau verschärft sich der Mangel an Fachkräften zunehmend. Dies zeigt sich in diversen Berufsgruppen innerhalb des Gesundheitswesens.

Trotz der kantonalen Verpflichtung zur praktischen Ausbildung in Spitälern, Pflegeheimen und Spitex-Organisationen und dadurch gesteigerter Anzahl Abschlüsse zeichnet sich eine Verschärfung des Fachkräftemangels beim Gesundheits- und vor allem beim Pflegepersonal ab. Die Statistik des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zum Bestand Pflege- und Betreuungspersonal bis 2029 verdeutlicht den grösser werdenden Mangel an Pflege- und Betreuungspersonal bis 2029.

Bestand Pflege- und Betreuungspersonal bis 2029; Quelle BAG 2021

Die knappe personelle Situation der Pflegefachkräfte resultiert zum einen aus der Zunahme von medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Leistungen und zum anderen aus der geringen Verweildauer im erlernten Beruf. Die Abbildung zeigt die Berufsaustritte von Gesundheitsfachpersonen während der letzten Jahre. Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig, die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern und damit die Abwanderung in andere Berufe zu vermeiden.

Berufsaustritte Gesundheitsfachpersonen 2013 und zwischen 2016 und 2018 in Prozent; Quelle Obsan 2021

Dazu gehören zum Beispiel die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, eine gute Einarbeitung (zum Beispiel mit Mentoring-Modellen) oder eine bessere Laufbahnplanung. Verantwortlich für förderliche Arbeitsbedingungen sind primär die Leistungserbringer.

Der Fachkräftemangel hat aber viele Gesichter. In der Grundversorgung führen der Anstieg der Lebenserwartung, die bevorstehende Pensionierungswelle der praktizierenden Hausärztinnen und Hausärzte sowie der Trend zu mehr Teilzeitarbeit dazu, dass es schwierig geworden ist, die Nachfolge für eine Hausarztpraxis zu regeln. Besonders betroffen von der Personalknappheit ist auch die Psychiatrie, vor allem im Kinder- und Jugendbereich.

Deshalb prüft der Kanton verschiedene Massnahmen, so auch eine kantonale Ausbildungsverpflichtung im universitären Bereich. Gesundheitsberufen aller Ausbildungsstufen sollen attraktive Berufs-, Aus- und Weiterbildungsperspektiven geboten werden. Das Bildungsangebot im Kanton Aargau soll so ausgestaltet sein, dass es für kantonal, aber auch ausserkantonal wohnhafte Ausbildungsinteressierte attraktiv ist.