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Freiwilligenarbeit – was es zu beachten gilt

Damit Freiwilligenarbeit gelingt, sollten einige Grundsätze befolgt werden. Das gilt insbesondere auch im freiwilligen Engagement mit Flüchtlingen. Der Kanton hat ein Merkblatt dazu erstellt, das Empfehlungen enthält und als Orientierungshilfe dient, für Freiwillige, Organisationen, Gemeinden und die neugeschaffenen regionalen Koordinationsstellen, die mit Flüchtlingen zusammenarbeiten.

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Auch Jugendliche leisten Freiwilligenarbeit: Der Deutschtreff "vo Ergendwo" der Pfadi Gofers Lenzburg trifft sich zweimal pro Woche mit jugendlichen Flüchtlingen und Personen mit Migrationshintergrund. Foto: Dunja Pfister.

Ein Drittel der Schweizer Bevölkerung leistet Freiwilligenarbeit. In Zahlen heisst das, dass im Jahr 2013 in der Schweiz rund 665 Millionen Stunden für eine freiwillige Tätigkeit eingesetzt wurden. Im Vergleich dazu, betrug der Zeitaufwand für Hausarbeiten fast das Zehnfache.

Auch im Aargau gibt es viele Freiwillige, die sich in ihrer Freizeit in einem Freiwilligenprojekt engagieren. Beispielsweise indem sie eine Fussballmannschaft trainieren, der betagten Nachbarin den Einkauf erledigen oder Flüchtlingen beim Deutschlernen helfen. Gerade im Bereich der Flüchtlingsbetreuung hat die Freiwilligenarbeit an Bedeutung gewonnen.

Regeln zum Schutz der Freiwilligen und Flüchtlinge

"Es ist wichtig, dass man gewisse Regeln beachtet, damit der Freiwilligeneinsatz für alle Beteiligten einen Gewinn darstellt", sagt Barbara Cavelti, Sektionsleiterin Integration und Beratung im Amt für Migration und Integration. "Als freiwillige Helferin in der Arbeit mit Flüchtlingen wird man oft mit Einzelschicksalen konfrontiert, die einem nahe gehen", sagt sie. Da sei es wichtig, eine gute Balance von Nähe und Distanz zu finden. Das Merkblatt des Kantons, das in Ergänzung zu den bestehenden Standards der Fach- und Vermittlungsstelle für Freiwilligenarbeit Benevol erstellt wurde, soll Freiwillige davor schützen, sich nicht zu überfordern oder zu verausgaben. Deshalb gilt der Grundsatz, nicht mehr als sechs Stunden pro Woche Freiwilligenarbeit zu leisten.

Ebenfalls gilt es, die Flüchtlinge zu schützen. Im Umgang mit Kindern oder unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMAs) ist zu klären, wer die Verantwortung trägt. Aktivitäten mit Freiwilligen erfordern die Absprache mit den Eltern oder den zuständigen Betreuungspersonen. Auch ist es wichtig, dass die Religionsfreiheit der einzelnen respektiert wird. Das heisst zum Beispiel, dass Gebete und Andachten von dem eigentlichen Angebot wie Deutschkurs, Eltern-Kind Treffen etc. getrennt sind und ausserhalb der Projekte in separaten Veranstaltungen angeboten werden.

Strukturen und Verbindlichkeiten notwendig

Auch müsse man sich vor Augen halten, dass Flüchtlinge nicht nur hilfsbedürftig seien. Sie verfügen über viele Kompetenzen und sind oft eigeninitiativ, was sich gut in ein Projekt integrieren lässt. "Der Kontakt muss auf Augenhöhe gepflegt werden", sagt Cavelti. So werde auch die Autonomie der Flüchtlinge gestärkt.

"Auch wenn es sich um Freiwilligenarbeit handelt, braucht es gewisse Strukturen und Verbindlichkeiten", sagt Barbara Cavelti. Auch hier gilt es, den nötigen Ausgleich zu finden, damit die Freude und die Motivation am Engagement nachhaltig erhalten bleiben. Unterstützt wird dieses Anliegen, indem eine Kultur der Wertschätzung innerhalb eines Vereins oder einer Organisation gepflegt wird. Das schätzen Mitarbeitende, die einer bezahlten Arbeit nachgehen ebenso wie freiwillig tätige.

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