Zwei bedeutende Projekte gehen in die Anhörung
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Verkehrsentlastung in Sins, optimierter A1-Zubringer in Lenzburg
Der Regierungsrat bringt die Südwestumfahrung in Sins und den Ausbau des A1-Zubringers am Knoten Neuhof in Lenzburg in die Anhörung. Die zwei Grossprojekte ermöglichen die Verflüssigung des Verkehrs und verbessern die Sicherheit auf der Strasse. Vom 16. Mai bis zum 10. August 2012 können die Projektunterlagen beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) sowie auf den Gemeindeverwaltungen in Sins und Lenzburg eingesehen werden.
Die Gemeinde Sins, wo die beiden Nord-Süd-Hauptverkehrsachsen des Bünz- und Reusstals aufeinandertreffen, ist schon seit Jahrzehnten stark vom Durchgangsverkehr betroffen. Heute zählt man täglich 18'000 Fahrzeuge, die das Dorfzentrum passieren. In den nächsten Jahren wird eine weitere Verkehrszunahme im südlichen Freiamt erwartet, sodass bis 2025 über 20'000 Fahrzeuge erwartet werden müssen. Das ist viel. Die Südwestumfahrung von Sins bringt eine wesentliche Erleichterung, indem die Zufahrtsachse und die Luzernerstrasse um die Hälfte vom Verkehr entlastet werden.
Die Südwestumfahrung besteht aus einem 912 Meter langen Tunnel und einer 67 Meter lange Brücke über das Bachtal. Sie wird mit zwei Verkehrskreiseln im Süden und Norden an die Luzerner- und Aarauerstrasse angeschlossen, wobei der Kreisel Nord neu gebaut wird und der Kreisel Süd in einen zweispurigen Kreisel umgebaut wird. Die Gesamtkosten für die Südwestumfahrung betragen 88,4 Millionen Franken, wovon der Kanton 78,6 Millionen Franken übernimmt. 9,8 Millionen Franken entfallen auf die Gemeinde Sins. Mit dem Bau kann voraussichtlich ab 2015 gestartet werden, falls keine Einsprachen dieses wichtige Projekt verzögern.
Knoten Neuhof Lenzburg
Der A1-Autobahnzubringer am Knoten Neuhof in Lenzburg stösst mit 27'000 Fahrzeugen pro Tag schon lange an seine Leistungsgrenze. Bereits heute bilden sich zu Spitzenstunden weitläufige Rückstaus zu den Autobahnausfahrten von Zürich und Bern sowie in Richtung Stadt und ins Bünztal. In den nächsten Jahren ist mit einem weiteren Verkehrswachstum zu rechnen. Um die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer und die Leistungsfähigkeit der Anlagen zu verbessern, steht bei diesem Projekt die Entflechtung der verschiedenen Verkehrsbeziehungen im Zentrum.
Kernstück der baulichen Massnahme ist der 350 Meter lange Tunnel. Dieser gewährleistet einen kreuzungsfreien Direktanschluss des Bünztals an die A1. Neben dem unterirdischen Bypass umfasst das Projekt den Kreisel Horner auf der Hendschikerstrasse (K 123) und die Spange Hornerfeld. Letztere ist ein 300 Meter langer Strassenneubau, der das neue Industriegebiet Hornerfeld und den Links-Zubringer zu Othmarsingen erschliesst. Die Kosten des Gesamtprojekts belaufen sich auf 75,3 Millionen Franken, wovon der Beitrag der Stadt Lenzburg für Massnahmen innerorts 2,8 Millionen Franken beträgt. Nicht Bestandteil des Projekts ist die neue Einfahrt Lenzburg Richtung Zürich und die Neugestaltung der Abzweigung von der Autobahnausfahrt nach Othmarsingen. Beide Projekte liegen im Perimeter der Nationalstrassen und sind daher in der Kompetenz des Bundes. Der Regierungsrat erwartet, dass diesen Projekten von Bundesseite die erforderliche Priorität eingeräumt wird, damit sie zeitgerecht realisiert werden können.
Nach der Anhörung überweist der Regierungsrat die beiden Botschaften an den Grossen Rat, der abschliessend über die Vorlagen entscheidet.