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Zusätzlicher Raumbedarf an den Aargauer Mittelschulen :
Provisorien, Zumietungen und kleine Umbauten sollen benötigten Raum bringen

Der Schülerbestand an den Mittelschulen hat in den letzten Jahren stärker zugenommen als es die offiziellen Prognosen errechnet hatten. Bereits heute weisen die Mittelschulen grosse Klassen auf und die Schulräume sind überbelegt, so dass keinerlei Raumreserven mehr vorhanden sind. Um für das kommende Schuljahr genügend Schulräume zur Verfügung zu haben, sollen an den Standorten Baden und Wohlen Pavillons errichtet und in Aarau Räume zugemietet werden.

Das demografische Wachstum, die Attraktivität des Aargaus als Wohnkanton für bildungsnahe Familien, die Möglichkeit für Bezirksschülerinnen und -schüler, sich bereits nach dem ersten Semester der 4. Bezirksschulklasse an die Mittelschulen anzumelden (Fricktaler-Regelung) sind Faktoren, die in den vergangenen Jahren zu einem Anstieg der Schülerzahlen an den Mittelschulen führten sowie auch in den kommenden Jahren führen werden. Dies ist eine erfreuliche Entwicklung, da auch die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften gross ist. Diese Schülerzunahme hat aber zu Platzproblemen an den Kantonsschulen geführt, da die Raumverhältnisse bereits heute knapp und die Klassen gross sind.

Optimierungsmöglichkeiten sind ausgeschöpft

Jahr für Jahr haben die Kantonsschulen im vergangenen Jahrzehnt das stetige Schülerwachstum bei gleichzeitig recht stabiler Maturquote aufgenommen und sich arrangiert. Fachunterrichtsräume wurden umfunktioniert, teilweise der Unterricht in Halbklassen aufgehoben, die Mittagszeit im Schichtbetrieb organisiert und an mehreren Schulen der Stundenplan in den Abend hinein verlängert. Seit zwei Schuljahren wird an der Alten Kantonsschule Aarau auch in zugemieteten Räumen unterrichtet und seit dem laufenden Schuljahr hat die Kantonsschule Wettingen mehr zugemieteten Raum zur Verfügung. Nun sind diese Möglichkeiten jedoch ausgereizt. Da auch für die nächsten fünf Jahre eine Zunahme der Schülerzahlen vorausgesagt wird, beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat die Erweiterung der Kapazitäten ab Schuljahr 2012/13 mit Pavillons und mit zusätzlichen Zumietungen in der Grössenordnung von 12,8 Millionen Franken. Der Grosse Rat wird im Januar 2012 darüber entscheiden.

Mit kurzfristigen Massnahmen gegen die Raumnot

An den Kantonsschulen Baden und Wohlen sollen auf das Schuljahr 2012/13 Provisorien errichtet werden. Für die Alte Kantonsschule Aarau besteht die Möglichkeit, in naher Fussdistanz zusätzliche Räume zu mieten. An den Kantonsschulen Baden, Wohlen, Aarau und Zofingen soll mit kleineren Umbauten auf das kommende Schuljahr die Raumknappheit entschärft werden. Auch die Kantonsschule Wettingen und die Neue Kantonsschule Aarau sind überbelegt, doch gibt es zurzeit weder verfügbaren Raum in deren Nähe noch Optimierungsmöglichkeiten mittels Umbauten. Einzig die Kantonsschule Zofingen verfügt noch über gewisse Raumkapazitäten und soll daher ab nächstem Schuljahr zwei zusätzliche Klassen aufnehmen.

Langfristige Lösungen dank einer umfassenden Raumstudie

Die Provisorien sollen allerdings in fünf bis acht Jahren abgelöst werden. Dann soll nämlich aufgrund der Raumanalyse der Berufsfachschulen, die der Regierungsrat im Oktober 2011 in Auftrag gegeben hat, in einer Gesamtschau ein Raumkonzept umgesetzt werden, das allen Mittel- und Berufsfachschulen den erforderlichen Platz sichern wird.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport