Zusätzliche S-Bahnen fürs Untere Aaretal
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Vernehmlassung für Ausbau der Bahninfrastruktur gestartet
Die Bahnkundschaft im Unteren Aaretal soll von zusätzlichen und attraktiveren S-Bahn-Verbindungen ins Limmattal und nach Zürich profitieren. Dafür werden die Bahnhöfe Bad Zurzach, Döttingen und Koblenz modernisiert. Gleichzeitig ersetzen die SBB die veralteten Stellwerkanlagen.
Die S-Bahnlinie S27 Baden-Koblenz-Waldshut/Bad Zurzach weist eine steigende Nachfrage auf. Mit über 6'000 Fahrgästen im Querschnitt Turgi-Siggenthal-Würenlingen sind die Frequenzen auf hohem Niveau. Wenn voraussichtlich ab Dezember 2011 neue Domino-Züge auf der S27 fahren, ist das Rollmaterial auf dem aktuellen Stand. Demgegenüber ist die Bahninfrastruktur nicht mehr zeitgemäss, wenig kundenfreundlich und weist betriebliche und technische Mängel auf. Zudem sind die Fahrplanstabilität und die Zuverlässigkeit der Anschlüsse in Baden gefährdet, weil Abhängigkeiten zum Fernverkehr bestehen und mit der einspurigen Strecke Turgi-Koblenz-Bad Zurzach die nötige Betriebsflexibilität fehlt.
Nach der Inbetriebnahme der Durchmesserlinie von Zürich Oerlikon via Zürich Löwenstrasse nach Zürich Altstetten verkehrt ab Dezember 2015 halbstündlich die neue Linie S19 von (Pfäffikon-) Effretikon via Zürich Löwenstrasse nach Dietikon. Geplant ist, diese S19 in den Spitzenzeiten von Montag bis Freitag stündlich nach Koblenz zu verlängern. Sie ersetzt die heutigen Direktzüge in den Hauptverkehrszeiten, fährt aber häufiger und sowohl am Morgen als auch am Abend in beiden Richtungen. Die S19 wird mit Doppelstock-Rollmaterial betrieben, bietet höhere Platzkapazität und ermöglicht neue Direktverbindungen vom Unteren Aaretal nach Zürich Nord.
Die Strecke Döttingen-Bad Zurzach soll automatisiert und die Bahnstationen Bad Zurzach, Döttingen und Koblenz sollen modernisiert werden. Die veralteten Stellwerkanlagen werden ersetzt. Für einen komfortablen, behindertengerechten und sicheren Zugang zu den Zügen werden die Perronanlagen ausgebaut und mit Personenunterführungen, Treppen und Rampen/Lift erschlossen. Eine kurze Doppelspur südlich von Koblenz erhöht die Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs im gesamten Ostaargau.
Von der Investitionssumme von total 70,5 Millionen Franken übernehmen die SBB rund 80 Prozent beziehungsweise 56,7 Millionen Franken. Das Automatisierungsprojekt und die Aufwendungen für den Substanzerhalt werden dabei vollständig von den SBB finanziert. Der Kanton Aargau sieht vor, sich mit einem Pauschalbeitrag von 11,2 Millionen Franken zu beteiligen. Die Gemeinden Bad Zurzach, Döttingen und Koblenz haben sich am Ausbau der Publikumsanlagen, an der Aufwertung des Bahnhofbereichs sowie an den Anlagen für den Velo- und Busverkehr mit total 2,65 Millionen Franken zu beteiligen.
Der Regierungsrat schickt nun den Bericht zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs im Unteren Aaretal sowie zur Anpassung des Richtplans in die Vernehmlassung. Diese dauert vom 15. Februar bis zum 26. März 2010. Die Vorlage kann ab Montag, 15. Februar unter www.ag.ch/vernehmlassungen eingesehen werden. Die Beratung der Vorlage im Grossen Rat erfolgt voraussichtlich im Sommer 2010.