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Zum Hinschied von Räto Tschupp :
Departement Bildung, Kultur und Sport würdigt die Leistung des verstorbenen Dirigenten

Der Dirigent Räto Tschupp, der von 1989 bis Mitte letzten Jahres das Aargauer Symphonie-Orchester (ASO) leitete, ist in der Nacht auf Dienstag verstorben. Unter seiner Leitung etablierte sich das ASO als wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens im Kanton Aargau.

Räto Tschupp übernahm das ASO 1989, nachdem das Orchester fast drei Jahre lang ohne Chefdirigent war. Er hat in den zwölf Jahren seinen Wirkens das Orchester von der Substanz her erneuert und auf einen guten Qualitätsstandard geführt. Das ASO etablierte sich unter seiner Leitung als wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens im Kanton Aargau und fand in dieser Zeit seine kulturpolitische Verankerung. Räto Tschupp gab dem Orchester ein Profil als Symphonieorchester, das auch das Kammerorchester-Repertoire pflegt. Mit seiner Unterstützung hat das ASO zudem eine Infrastruktur aufgebaut, die den Ansprüchen eines Symphonieorchesters standhalten kann.

Räto Tschupp spielte mit dem ASO neben dem gängigen Repertoire auch eher selten gespielte ältere Werke. Aber auch die Pflege der neueren Musik war ihm ein wichtiges Anliegen. Einige Höhepunkte sind mit grossen Solisten verbunden, die er in den Aargau holte, unter anderen sind Rudolf Buchbinder, Homero Francesch oder James Galaway zu nennen. Der Kanton konnte dank dem ASO und Räto Tschupp bei der Olma 1994 als Gastkanton mit der grossartigen Produktion von Ferdinando G. Bertonis Oper "Orfeo" auftreten. Das Werk wurde vom ASO bei Jecklin Disco eingespielt und fand international einen solchen Erfolg, dass die CD vergriffen ist. Weiterer kulturpolitischer Höhepunkt war der in die ganze Schweiz übertragene Festakt "150 Jahre Bundesstaat" am 17. Januar 1998 in der Stadtkirche Aarau, den das ASO unter seiner Leitung musikalisch stimmig umrahmte. Das ASO hat unter mit Räto Tschupp zahlreiche weitere Auftritte in den benachbarten Kantonen sowie im angrenzenden Ausland gehabt.

Ein Augenmerk seiner Tätigkeit galt auch dem aargauischen Musikschaffen. Räto Tschupp hat die Orchesterwerke des Brugger Frühromantikers Friedrich Theodor Fröhlich wiederentdeckt, aufgeführt und auf CD eingespielt. Die zweite Einspielung konnte er noch vorbereiten, sie muss nun ohne ihn produziert werden. Daneben hat er Werke von Aargauer Komponisten wie Martin Schlumpf, Jànos Tamàs oder Ernst Widmer uraufgeführt und zahlreiche weitere Werke von Aargauern ins Programm genommen.

Räto Tschupp hat sich auch für den Nachwuchs stark gemacht und die wichtige Institution des Schenk-Workshop in Zofingen initiiert, den die Schenk-Stiftung jedes Jahr mit dem ASO für junge Solistinnen und Solisten durchführt. Damit wurde eine Plattform für den Nachwuchs geschaffen, wo dieser eine Möglichkeit zum Auftritt mit einem Orchester erhält. Paradebeispiel für den Durchbruch, den damit ein junger Musiker schaffen kann, ist der junge Aargauer Pianist Oliver Schnyder, der heute international gefragt ist und das nächste ASO-Konzert mit Beethovens 2. Klavierkonzert spielen wird.

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