Zschokke-Sammlung geht ans Staatsarchiv
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Übergabe des Nachlasses Julius Zschokke an den Kanton Aargau
Die Heinrich-Zschokke-Gesellschaft unter dem Präsidium von Ständerat Thomas Pfisterer übergibt dem Kanton Aargau eine wertvolle Sammlung von Dokumenten von Julius Zschokke (1816-1845), dem siebenten Sohn von Heinrich Zschokke.
Überraschend kam die Heinrich-Zschokke-Gesellschaft zum Nachlass von Julius Zschokke mit über 300 Originalbriefen, Tagebüchern und Reiseberichten, den sie nun dem Staatsarchiv des Kantons Aargau geschenkt hat. Der offizielle Akt fand am Montag im Departement für Bildung, Kultur und Sport (BKS) statt, im Beisein von Regierungsrat Rainer Huber, dem kantonalen Kulturbeauftragten Hans Ulrich Glarner und der Leiterin des Staatsarchivs, Andrea Voellmin.
Mit diesem Nachlass wird Aarau zu einem Zentrum der Zschokke-Forschung. Was viele nicht wissen: Das Staatsarchiv ist nicht nur Aufbewahrungsort amtlicher Akten, sondern besitzt auch bedeutende schriftliche Nachlässe, darunter den gewichtigen Familienachlass Zschokke. Den Benutzerinnen und Benutzern stehen an der Entfelderstrasse moderne Lesesäle zur Verfügung.
Die Heinrich-Zschokke-Gesellschaft wurde im Jahr 2000 gegründet, um den Schriftsteller, Publizisten, Pädagogen und Politiker Heinrich Zschokke im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern und die Auseinandersetzung mit dieser wichtigen historischen Figur anzuregen. Zum Jubiläumsjahr hat sie in einem Buch Heinrich Zschokkes Wirken im Aargau beleuchtet (Werner Ort: Der modernen Schweiz entgegen. Heinrich Zschokke prägt den Aargau, Verlag hier+jetzt, Baden 2003).
Jetzt startet sie ein neues Projekt, eine umfassende Sicht auf Heinrich Zschokke. Die geplante Zschokke-Biografie wird ein "Jahrhundertwerk", das auf die Unterstützung der Öffentlichkeit und des Staats angewiesen ist. Erstaunlicherweise existiert bisher keine Lebensbeschreibung dieses Aargauer Weltbürgers, der mit halb Europa in Verbindung stand, dessen literarische Werke in alle Kultursprachen übersetzt wurden und vom Wilden Westen bis ins entlegene Sibirien weite Verbreitung fanden.
br>Der Zeitpunkt für eine Zschokke-Biografie ist günstig. Erstmals steht dank eines Projekts des Schweizer Nationalfonds und der Deutschen Forschungsgemeinschaft der Gesamtbriefwechsel Zschokkes mit gegen 6000 Briefen zur Verfügung: ein reichhaltiges Material und eine unentbehrliche Quelle, um sich mit Zschokke zu befassen. Zschokkes Gedanken und Visionen, in einer Zeit des Wertewandels und der Beschleunigung der Lebenswelt entstanden, sind auch heute noch (oder wieder) von teilweise verblüffender Aktualität. Ein Dossier zur geplanten Zschokke-Biografie steht Interessierten zur Verfügung.