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"Wirtschaft darf sich von Armee nicht abmelden" :
Korpskommandant Rudolf Zoller am 50. Habsburg-Rapport

"Die Wirtschaft darf sich von unserer Armee nicht abmelden; sie muss sich bei der Ausgestaltung der neuen Armee einbinden lassen". Mit diesen Worten äusserte sich der Kommandant des Feldarmeekorps 2, Korpskommandant Rudolf Zoller am 50. Offiziersempfang des Aargauer Regierungsrates auf der Habsburg zu den zunehmenden Schwierigkeiten von Milizoffizieren, berufliche und militärische Laufbahn miteinander zu vereinbaren.

Der sogenannte Habsburg-Rapport wurde 1948 vom damaligen Militärdirektor Ernst Bachmann ins Leben gerufen mit dem Ziel, die politische und militärische Führung zusammenzubringen. Gäste des Regierungsrates sind im grossen Rittersaal der Habsburg vor allem die heutigen und früheren Kommandanten der Heereseinheiten, die aus Aargauer Truppen bestehen, die Regimentskommandanten und die scheidenden und neuen Bataillonskommandanten, die Kommandanten der Waffenplätze und Schulen von Aarau, Brugg und Bremgarten sowie zahlreiche weitere Gäste, dieses Jahr allen voran Korpskommandant Arthur Liener, bis Ende 1997 Generalstabchef.

In ihrer Begrüssung zum Habsburg-Rapport erinnerte Landammann Dr. Stéphanie Mörikofer-Zwez daran, dass die moderne Schweiz 1798 mit einer militärischen Niederlage begonnen habe. "1798 zeigt exemplarisch, dass ein Land nur zu verteidigen ist, wenn beide, die Bevölkerung und die führenden Köpfe das Land auch verteidigen wollen".

Am fünfzigsten Habsburg-Rapport hielt für einmal nicht der Militärdirektor oder die Militärdirektorin die Hauptansprache, sondern einer der Gäste. Im Rückblick auf 1997 hob Korpskommandant Rudolf Zoller, Kommandant des Feldarmeekorps 2 unter anderem das sicherheitspoltitische Engagement der Schweiz im Ausland ("Partnerschaft für den Frieden", Gelbmützen in Bosnien) als "verheissungsvollen Anfang" hervor: "Das Image der Schweiz als Trittbrettfahrer, der nur Sicherheit konsumieren, aber nicht produzieren will, lässt sich korrigieren", sagte Zoller. Mit der Publikation des Berichts der Studienkommission für strategische Fragen werde noch dieses Jahr eine Diskussion über die Zukunft der Armee in Gang kommen. Noch vor zehn Jahren habe sich Sinnfrage für die Armee kaum gestellt, für die Zukunft stehe sie aber im Zentrum. Die Fragen für die Armee seien gestellt: "Gegen welche Gefahren und Risiken und zusammen mit wem soll sie Schutz bieten? Ist die Beschränkung auf die autonome Landesverteidigung auch in Zukunft noch das Richtige ? Wie wollen wir es mit unserer Neutralität halten?"

Zoller sieht die Armee zunehmend unter Druck, weil sich viele Milizoffiziere nur noch schwer für eine militärische Laufbahn freistellen könnten. Fragen nach dem direkten Nutzen für Beruf und Unternehmen stünden mehr und mehr im Zentrum. Gewiss seien diese legitim, sagte Zoller. Wenn sich der Entscheid über eine militärische Laufbahn aber auf reine Kosten-Nutzen-Überlegungen reduziere und keine Grundbereitschaft mehr da sei, einen Betrag, ja ein Opfer für die Gemeinschaft zu bringen, "dann stirbt die Idee der Miliz als tragendes Element unseres Staates - nicht nur für die Armee". Zoller forderte Wirtschaft und Hochschulen auf, für sie akzeptable und durchsetzbare Dienstleistungs- und Laufbahnmodelle vorzuschlagen.

Ein Reihe von Traditionen prägen den Habsburg-Rapport - vom Essen (Berner Platte) über die musikalische Unterhaltung durch eine Formation von Aarauer Trompeter- und Tambouren-Unteroffiziersschülern bis zur Verdankung der Einladung. Diese Aufgabe fiel dieses Jahr Oberst i Gst Rainer Huber (Berikon) zu, bis Ende 1997 Kommandant des Infanterieregiments 24. Huber dankte für das Vertrauen, das die politischen Behörden in die Kommandanten setzten: "Dieses Vertrauen setzen wir nur richtig ein, wenn wir dieses Vertrauen auch weitergeben". Wer sein militärisches Kommando abgebe, der nehme für sich persönlich viel selbst mit: "Was wir mitnehmen, ist viel mehr als wir zurücklassen" sagte Huber

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