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Vor 300 Jahren wurde in Baden ein europäischer Friede beschlossen :
Veranstaltungen zum "Gedenken 1714" stossen auf grosses Interesse

Vor 300 Jahren wurde im Aargau mit dem "Frieden von Baden" ein Vertrag unterzeichnet, der den Spanischen Erbfolgekrieg formell beendete. Der Kanton Aargau und die Stadt Baden veranstalten vom 5.-7. September 2014 in Baden verschiedene Gedenkanlässe als Beitrag zur nationalen Erinnerungskultur. Für Kurzentschlossene sind noch wenige Gratis-Tickets frei.

Am 7. September 1714 unterzeichneten Marschall de Villars und Prinz Eugen von Savoyen in Baden den letzten der drei Friedensverträge, die den Spanischen Erbfolgekrieg formell beendeten. Ein wichtiges Geschichtsereignis, das einen historischen Wendepunkt markiert: Der Dreifachfriede Utrecht-Rastatt-Baden liess erstmals Ansätze eines machtpolitischen Gleichgewichts der Kräfte in Europa erkennen.

Die Verhandlungen in Baden fanden zwischen den Delegationen von Kaiser Karl VI. im Namen des Heiligen Römischen Reiches und des französischen Königs Ludwig XIV. statt. Während der dreimonatigen Verhandlungszeit logierten über 60 Delegationen aus ganz Europa in Baden und brachten viel Geld und Glanz in die Limmatstadt.

An der heutigen Medienkonferenz in Baden unterstrichen der Aargauer Staatsschreiber Dr. Peter Grünenfelder, die für das Ressort Kultur verantwortliche Badener Stadträtin Daniela Berger und die Leiterin des Historischen Museum Baden, Frau Dr. Carol Nater Cartier, die herausragende Bedeutung des Friedensschlusses für die europäische und Schweizer Geschichte. Für die Schweiz bedeutete die Austragung des Friedenskongresses den Beginn einer Tradition der "Guten Dienste", welche die Schweiz 300 Jahre später im diplomatischen wie auch im humanitären Bereich nach wie vor lebt. Dass diese Tradition in Baden, im Kanton Aargau, ihren Anfang nahm, ist kein Zufall. Von der Zeit der Reformation bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts war Baden der wichtigste Standort der eidgenössischen Tagsatzung – der Versammlung der Gesandten der Gliedstaaten der Alten Eidgenossenschaft. Die Tagsatzung war auch Dreh- und Angelpunkt der Diplomatie mit ausländischen Staaten, die mit ihren Gesandten regelmässig vor Ort vertreten waren.

Festakt in der Pfarreikirche Maria Himmelfahrt

Der Festakt zum "Gedenken 1714" Samstag, 6. September 2014 findet ab 15.00 Uhr in der Badener Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt statt. Delegationen aus den 1714 an den Friedensverhandlungen von Baden beteiligten Nachfolgestaaten und den 13 Alten Orten der Eidgenossenschaft werden zu diesem Ereignis anreisen. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und Dr. Jakob Kellenberger, der ehemalige Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz IKRK, werden in ihren Festansprachen eine Einordnung des Friedens von Baden für die Geschichte der Schweiz und Europas vornehmen. Das Capriccio Barockorchester aus Rheinfelden sorgt für die musikalische Umrahmung der öffentlichen Gedenkfeier.

Ausstellung im Historischen Museum Baden

Am 7. September 2014, am Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensvertrags eröffnet das Historische Museum Baden die grossangelegte Ausstellung "Frieden verhandeln – Baden als Zentrum der europäischen Friedensdiplomatie 1714". Es werden einzigartige Schlüsselobjekte präsentiert, die seit über einem Jahr in Europa unterwegs sind und im Rahmen des intereuropäischen Projekts "Peace was made here" nach Utrecht, Madrid und Rastatt nun in Baden ausgestellt werden. Die Sonderausstellung ist auf Baden zugeschnitten und trägt den lokalen Ereignissen in der Kongressstadt ebenso Rechnung wie der Rolle der damaligen Schweiz in Europa. Die Ausstellung dauert bis zum 25. Januar 2015.

Wissenschaftliche Tagung

Am 5. und 6. September 2014 bildet die Fachtagung "Europäische Kongressorte der Frühen Neuzeit im Vergleich: Der Friede von Baden 1714" den Abschluss einer Reihe wissenschaftlicher Veranstaltungen zum Dreifachfrieden Utrecht – Rastatt – Baden. Historikerinnen und Historiker aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden beleuchten in einem multidisziplinären Ansatz unter anderem die Rolle von Baden als Tagsatzungs- und Kongressort im Vergleich mit anderen europäischen Kongressorten des 17. und 18. Jahrhunderts.

Die öffentliche Tagung findet in der Berufsfachschule BBB auf dem Martinsberg in Baden statt. Sie wird in Zusammenarbeit mit der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau, der Abteilung für Neuere Geschichte des Historischen Instituts der Universität Bern, dem Historischen Dienst des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten sowie dem Historischen Lexikon Schweiz organisiert.

Buchvernissage "Diarium von C. J. Dorer"

Im Rahmen der Tagung findet am 5. September 2014 um 17.30 Uhr in den Trafo Hallen in Baden die Vernissage des Kongress-Tagebuchs des Badener Stadtfähnrichs C. J. Dorer statt. Der Augenzeuge hat das Wirken der europäischen Delegationen beobachtet und minuziös festgehalten (laufend zu verfolgen im Blog friedenskongress.blogspot.ch). Das Diarium ist die wichtigste Quelle für Ablauf und Bedeutung des Kongresses und lässt den Friedenskongress und die Stadt Baden im Jahre 1714 auf anschauliche Weise wiederaufleben. Das Tagebuch wurde im Auftrag der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau von Dr. Barbara Schmid ediert und erscheint unter dem Titel "Das Diarium des Badener Friedens 1714 von Caspar Joseph Dorer" im Badener Verlag Hier und Jetzt.

Noch wenige Plätze frei

Die Veranstaltungen zum "Gedenken 1714" sind öffentlich und kostenlos. Die Nachfrage ist entsprechend gross. Zum Festakt werden über 400 Personen aus dem In- und Ausland erwartet. Für Kurzentschlossene stehen noch wenige Gratis-Tickets zur Verfügung.

Die Tickets können noch bis zum 31. August 2014 über www.baden.ch/gedenken1714 oder über Telefon +41 56 200 84 84 bezogen werden.

Weitere Informationen zum "Gedenken 1714" beziehungsweise zum Jubiläum "300 Jahre Friede von Baden" sind im Internet unter www.ag.ch/gedenken1714 erhältlich.

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