Von der Quelle bis zur Kloake – Wasserversorgung in römischer Zeit
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Neue Sonderausstellung "Vindonissa Quellfrisch" im Vindonissa-Museum
Das Vindonissa-Museum in Brugg zeigt vom 5. August bis 11. November 2011 in einer neuen Sonderausstellung, wie die Wasserversorgung im Legionslager von Vindonissa und in anderen römischen Siedlungen funktioniert hat. Studierende der Universität Basel entwickelten die Ausstellung zusammen mit dem Museum und der Kantonsarchäologie Aargau.
Die Systeme der römischen Wasserversorgung gehören zu den Wunderwerken der Antike. Die Ausstellung "Vindonissa Quellfrisch" zeigt, wie gekonnt die Römer die Wasserversorgung auch fernab von Rom organisierten. Am Beispiel des Legionslagers Vindonissa und anderer Siedlungen nehmen die Ausstellungsmacher die Besucher mit auf den Weg des Wassers von der Quelle bis zur Kloake. Eine römische Wasserleitung windet sich als "blauer Faden" durch die Ausstellung und zeigt, über welch vielfältiges technisches Wissen die römischen Wasseringenieure verfügten: Wasserleitungen transportierten das Wasser unterirdisch und über kunstvolle Aquädukt-Brücken zu den Siedlungen. In der Stadt sammelten die Ingenieure das Wasser in Türmen, bevor sie es in Druckleitungen zu den öffentlichen Brunnen und den privaten Haushalten leiteten. Am Ende der Reise wurde das Abwasser in riesigen Kloaken entsorgt.
Unmengen an Baumaterial
Für den Bau einer römischen Wasserleitung waren Unmengen an Baumaterial nötig. Allein für die Herstellung des wasserdichten Verputzes der 7,3 Kilometer langen Wasserleitung von Lausen nach Augusta Raurica benötigten die römischen Bauarbeiter rund 600 m3 Ziegel: Diese Menge hätte ausgereicht, um zwei Fussballfelder zu decken. Die jungen Ausstellungsmacherinnen und -macher zeigen nicht nur auf, wie die Wasserversorgung in römischer Zeit funktionierte, sondern auch, dass sie verblüffende Ähnlichkeiten mit der heutigen Wasserversorgung aufweist.
Spannende Exponate warten auf
Die Besucher erwartet das Plätschern eines nachgebauten römischen Brunnens. Faszinierende Exponate wie Bleirohre, Wasserspeier aus Bronze und die Handkurbel eines Sodbrunnens machen die Antike lebendig. Besucher erleben das einmalige Gefühl, auf einem antiken WC einer rekonstruierten Latrine zu sitzen. Sie können auch selbst zum Archäologen werden und das Innere einer römischen Wasserleitung erkunden.
Die Ausstellung "Vindonissa Quellfrisch" wurde von Studierenden der ur- und frühgeschichtlichen und provinzialrömischen Archäologie der Universität Basel konzipiert. Das Projekt entstand im Rahmen von Lehrveranstaltungen der vom Kanton Aargau mitfinanzierten Vindonissa-Professur. Die Studierenden und ihre Betreuer realisierten die Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit dem Vindonissa-Museum und der Kantonsarchäologie Aargau.
Die Vernissage der Sonderausstellung, zu der auch Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich eingeladen sind, findet am Donnerstag, 4. August, 18.15 Uhr im Vindonissa-Museum in Brugg statt.