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Vindonissa: zwischen Aquaedukt und Strasse :
Neue archäologische Entdeckungen im Dorfzentrum von Windisch

Seit Anfang Juli 2011 gräbt die Kantonsarchäologie Aargau mit einem Team von rund 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Dorfzentrum von Windisch. Im Bereich der ehemaligen römischen Zivilsiedlung südlich des Legionslagers von Vindonissa sind bereits nach etwas mehr als einem Monat Grabungszeit zahlreiche interessante Befunde und Funde zu Tage getreten.

Während zweier Grabungsetappen 2011 und 2012 untersucht die Kantonsarchäologie Aargau im Dorfzentrum von Windisch eine Fläche von rund 4'500 m². Die Grabungsfläche liegt unmittelbar südlich des Legionslagers im Bereich der südlichen Zivilsiedlung. Zur römischen Besiedlung in dieser Zivilsiedlung liegen bislang nur wenige Informationen vor. Die aktuelle Grabung bietet daher auf einer der letzten noch nicht überbauten Flächen im Südteil von Windisch die Möglichkeit, Informationen über die Siedlungsgeschichte der letzten 2000 Jahre in diesem Areal zu erhalten.

Fundamente des Aquaedukts

In den ersten sechs Grabungswochen hat das Grabungsteam neun Pfeiler der römischen Frischwasserleitung, des Aquaeduktes, ausgegraben. Die rund 2.1 × 2.3 Meter grossen, rund 1.5 Meter tief aus Bruchsteinen und Mörtel gebauten Pfeiler stehen in dichten Abständen von rund 2 Metern. Sie dürften einen mindestens 9 Meter hohen Aquaedukt getragen haben. Unmittelbar westlich an den Aquaedukt anschliessend sind mehrere, gut erhaltene römische Strassen zum Vorschein gekommen, von denen die jüngste vermutlich zusammen mit dem Aquaedukt angelegt wurde. Die römischen Strassen liegen parallel und teilweise direkt unter der heutigen Hauserstrasse eine 2'000-jährige Kontinuität der Strassenführung.

Eine Menge Funde…

Zwischen den einzelnen Kieskoffern der römischen Strassen liegen bis zu 30 Zentimeter dicke Planierschichten aus denen ein sehr umfangreiches Fundspektrum stammt: Kochgeschirr, Vorratsgefässe, Glasgefässe, Amphoren, Tierknochen, Schmuck und Zierelemente aus Metall, Münzen, Bauteile und Werkzeuge, militärische Ausrüstungsgegenstände und Knochenschnitzereien (z.B. Würfel, Haarnadel).

Bevor der Aquaedukt, vermutlich um die Mitte des 1. Jh. n. Chr. errichtet wurde, bestand in diesem Bereich wohl ein offener, mit einem Kiesbelag befestigter Platz, auf dem oder in dessen näherem Umfeld Handwerk betrieben wurde (Metallverarbeitung, Knochenschnitzerei, Zuschlagen von Mosaiksteinen).

Öffentliche Führung

Die Kantonsarchäologie Aargau bietet der Bevölkerung die Möglichkeit, vor Ort die ersten Ergebnisse der Grossgrabung Windisch-Dorfzentrum zu besichtigen und lädt zu einer öffentlichen Führung am Mittwoch, 24. August 2011 um 18 Uhr. Treffpunkt ist beim ehemaligen Restaurant Harmonie, Seite Hauserstrasse im Dorfzentrum von Windisch.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport