Vernetzung von Aare und Limmat
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Gewässer-Renaturierung beim Wasserkraftwerk Stroppel
Beim Kraftwerk Stroppel (Gebensdorf) wird die Aare durch ein naturnahes Umgehungsgewässer mit der Limmat vernetzt. Dieses soll sich als eigenständiges neues Fliessgewässer in die Landschaft einfügen und neue Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten bieten. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.
Im März 1995 hat der Regierungsrat die Stroppel-Konzession übertragen und dabei die Auflage gemacht, die Restwassermenge zu erhöhen und die Vernetzung zu verbessern. Die bestehende Fischtreppe erfüllt ihre Funktion nicht optimal. Die Höhenstufen von 30 bis 35 Zentimetern sind nach neusten Erkenntnissen zu hoch und erzeugen eine zu grosse Wassergeschwindigkeit.
Grundsätzlich kamen für eine Verbesserung der Vernetzung drei Möglichkeiten in Frage:
- Reparatur und Verlängerung der bestehenden Fischtreppe.
- Vorschüttung einer naturnahen Blockrampe beim Dachwehr.
- Erstellung eines neuen Umgehungsgewässers auf dem linken Ufer.
Die Erfahrungen der letzen Jahre zeigen, auch international, dass Umgehungsgewässer ökologisch - falls immer möglich - vorzuziehen sind. Der Wirksamkeit der technisch geprägten Fischtreppen sind Grenzen gesetzt. Das Umgehungsgewässer ist günstig (Kosten/Nutzen-Verhältnis; Unterhalt).
Ziel des Projektes ist es, die Barriere zwischen Aare und Limmat auf eine natürliche Art zu umgehen. Die Bedeutung der Vernetzung ist sowohl für Wander- als auch für Standfische sehr wichtig. Laich-, Nahrungs- und Rückzugsgebiete befinden sich oft an verschiedenen Standorten. Die Fische wandern täglich und saisonal.
Das neue Gewässer wird ca. 150 Meter lang und 2 Meter breit und wird im Mittel eine Wassermenge von 800 bis 1000 Litern pro Sekunde aufweisen. Mäandrierende Linienführung, Sohlenverbreiterungen, Inseln, Becken, Unterschlüpfe, Neigungsänderungen in der Böschung etc. sollen das Gewässer möglichst vielfältig machen. Zur Sicherung der steileren Böschungsabschnitte sind ingenieurbiologische Massnahmen vorgesehen oder deren Kombination mit wild verlegtem Blockwurf. Die bestehenden Ufergehölze werden mit diesem Projekt nur im Bereich des Einlaufs tangiert. Die neue Bepflanzung erfolgt in Gruppen mit einheimischen Pflanzen nach bewährtem Konzept.
Dieses Bauprojekt ist ein Gemeinschaftsprojekt. Das Kraftwerks-Unternehmen übernimmt einen Teil der Kosten und nach der Realisierung den Unterhalt. Der Fischereiverein Turgi-Siggenthal wird in freiwilliger Arbeit das Ausholzen und das Bepflanzen übernehmen. Das Baudepartement dankt für die gute Zusammenarbeit.