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Vergiftete Dohlen beim Schloss Hallwyl :
60 der geschützten Tiere verendet – Anzeige gegen unbekannt

Am letzten Donnerstag fand das Personal des Schlosses Hallwyl bei Arbeitsbeginn zahlreiche tote oder teilweise gelähmte Dohlen. Die sofort herbeigerufenen Experten der Vogelwarte Sempach konnten einige Tiere retten. Vogelgrippe und atypische Geflügelpest können als Ursache ausgeschlossen werden. Vermutlich haben sich die Tiere vergiftet. Bis zum Wochenende wurden 60 verendete Tiere eingesammelt. Seit Anfang Woche wurden keine weiteren Kadaver gefunden.

Die Turmdohlen stehen auf der Roten Liste der besonders gefährdeten Vögel, weshalb der Kolonie beim Umbau von Schloss Hallwyl in den letzten acht Jahren besondere Beachtung geschenkt wurde. So konnte sich die Kolonie auch während der Renovationsphase auf über 80 Paare mit insgesamt 200 Tieren vergrössern. Ein Drittel des Dohlenbestandes beim Schloss Hallwyl ist der vermuteten Vergiftung zum Opfer gefallen.

Die Experten der Vogelwarte Sempach schlossen nach ersten Untersuchungen schnell auf eine Vergiftung. Erste Laborresultate bestätigen dies auch: Die Dohlen sind nicht an Vogelgrippe (Aviäre Influenza) verendet, ebenso kann die atypische Geflügelpest (Newcastle Krankheit) ausgeschlossen werden. Die Tiere litten auch nicht an anderen Krankheiten.

Welches Gift die Dohlen aufgenommen haben, wird mit weiteren Laboranalysen untersucht. Bis konkrete Resultate vorliegen, können noch Wochen vergehen. Weil auf einem Acker in der Nachbarschaft des Schlosses auch tote Krähen gefunden wurden, liegt der Verdacht nahe, dass sich die Tiere vergiftet haben. Es wurde Anzeige gegen unbekannt eingereicht.

  • Departement Bildung, Kultur und Sport