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Verein eHealth Aargau nimmt Arbeit auf

Ende September haben die Branchen im Gesundheitswesen zusammen mit dem Kanton den Verein "eHealth Aargau – Gesundheit digital vernetzt" gegründet. Er wird das Terrain vorbereiten für die Einführung des elektronischen Patientendossiers im Kanton Aargau.

Vertreterinnen und Vertreter der Branchen der stationären und ambulanten Leistungserbringer im Gesundheitswesen des Kantons Aargau (VAKA, Aargauischer Ärzteverband, Aargauischer Apothekerverband, Spitexverband Aargau), die Kantonsspitäler Aarau und Baden sowie Vertreter des Departements Gesundheit und Soziales (DGS) haben am 25. September 2014 den Verein "eHealth Aargau – Gesundheit digital vernetzt" (eHAG) gegründet. eHAG will in den nächsten Jahren eine sogenannte eHealth-Gemeinschaft aufbauen. Innerhalb einer solchen Gemeinschaft werden die behandlungsrelevanten Daten von Patientinnen und Patienten elektronisch zugänglich gemacht. Ein Zugriff auf diese Daten ist nur mit dem Einverständnis des jeweiligen Patienten möglich. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom elektronischen Patientendossier (ePatientendossier).

Bevölkerung spielt aktive Rolle

Der Aufbau einer eHealth-Gemeinschaft ist im Entwurf des Elektronischen Patientendossiergesetzes (EPDG) festgeschrieben. Der Nationalrat behandelt diesen Entwurf als Zweitrat voraussichtlich im Winter 2014. An einer eHealth-Gemeinschaft können ausschliesslich Gesundheitsfachpersonen und ihre Institutionen teilnehmen. Um aber eine solche eHealth-Gemeinschaft aufzubauen ist aus übergeordneten Gründen auch eine aktive Rolle des Kantons zwingend. Vor diesem Hintergrund haben Leistungserbringer und Kanton den Verein eHAG gegründet.

Der Verein bereitet in den nächsten Jahren das Terrain weiter vor für den Aufbau der eHealth-Gemeinschaft. Konkret geht es um Fragen rund um die Organisation, die Finanzierung und die Technologie. Dabei stützt sich der Verein neben den rechtlichen Grundlagen von Bund und Kanton auch auf die Empfehlungen von eHealth Suisse, dem Koordinationsorgan Bund–Kantone. Es geht schliesslich auch darum, der Bevölkerung die Möglichkeit zu bieten, künftig den Fluss der eigenen behandlungsrelevanten Daten zwischen den Gesundheitsfachpersonen und ihren Institutionen aktiv mitzusteuern.

Rechtliche Grundlagen in Vorbereitung

eHAG ist das Ergebnis des mehrjährigen Programms eHealth Aargau 2015 des Kantons Aargau. Der Regierungsrat hat dieses Programm 2012 ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Grundlagen für die Einführung des ePatientendossiers vorzubereiten. Dabei sind einerseits die kantonal relevanten, rechtlichen Grundlagen entstanden. Der Grosse Rat wird das angepasste Gesetz über die Information der Öffentlichkeit, den Datenschutz und das Archivwesen (IDAG) sowie das ergänzte Gesundheitsgesetzes in zweiter Lesung voraussichtlich im November 2014 diskutieren.

Andererseits sind durch das zuständige Departement die Leistungserbringer im Gesundheitswesen frühzeitig einbezogen worden, um die Umsetzung des EPDG aktiv und koordiniert voranzutreiben. Der Kanton übernimmt dabei eine fördernde, steuernde und koordinierende Rolle. Das Programm eHealth Aargau 2015 endet im Dezember 2015.

Digitale und physische Vernetzung

Seitdem der Kanton das Thema eHealth im Jahr 2012 aktiv an die Hand genommen hat, haben sich unter direktem oder indirektem Einfluss des Programms eHealth Aargau 2015 unterschiedliche Projekte im Kontext verschiedener Akteure im Gesundheitswesen entwickelt. Andere, bereits laufende Projekte, sind im Rahmen der Projektgruppe des Programms eHealth Aargau 2015 unter Einbezug der Leistungserbringer koordiniert worden.

Anfang 2014 hat mit der Lancierung des Projekts Masterplan Integrierte Versorgung 2017 zudem ein Schulterschluss stattgefunden: Seitdem koordinieren die Verantwortlichen der beiden Themenfelder eHealth und integrierte Versorgung ihre Aktivitäten auf breiter Basis. Während im Kontext von eHealth von einer digitalen Vernetzung des Gesundheitswesens gesprochen wird, spricht man im Kontext der integrierten Versorgung von einer physischen Vernetzung. Physische und digitale Vernetzung führen gemeinsam zu einer effizienteren Behandlungskette.

  • Departement Gesundheit und Soziales