Umfahrung Brugg und Brücke Gnadenthal gehen in Anhörung
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Zwei bedeutende Bauprojekte zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse
Der Regierungsrat bringt die Südwestumfahrung in Brugg und den Neubau der Brücke Gnadenthal in die Anhörung. Vom 8. Juni bis 7. September 2012 können die Projektunterlagen beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) sowie auf den Gemeindeverwaltungen in Brugg und Windisch sowie Niederwil und Stetten eingesehen werden.
Das Zentrum von Brugg-Windisch ist chronisch vom Verkehr überlastet, vor allem durch den Verkehr vom unteren Aaretal zu den Autobahnanschlüssen A1 und A3 im Birrfeld. Dies führt zu einem starken lokalen Ausweichverkehr von der Aarauerstrasse (Kantonsstrasse K112) in Brugg über den Bahnübergang Unterwerkstrasse durch das Wohngebiet Rütenen zur Hauserstrasse in Windisch.
Brugg West wird besser erschlossen
Mit dem Bau der Südwestumfahrung soll das Aaretal gut an die Autobahn A3 angebunden werden, ausserdem wird das Zentrum von Brugg-Windisch entlastet und das Rütenenquartier vom Ausweichverkehr befreit.
Durch die neue Umfahrung wird auch der Entwicklungsschwerpunkt Brugg-West dank der verbesserten Erschliessung aufgewertet. Heute ist dieses Gebiet nur über eine private Schwerverkehrspiste und gefährliche Bahnübergange zu erreichen, was für eine weitere Entwicklung im Gebiet Brugg-West ungenügend ist.
Erstes Element einer Gesamtverkehrslösung
Der Grosse Rat hat die Südwestumfahrung Brugg im Rahmen der gesamten Verkehrssanierung Brugg/Windisch im kantonalen Richtplan festgesetzt. Die Südwestumfahrung Brugg hat neben dem lokalen Nutzen eine grosse Bedeutung als erstes Element einer Gesamtverkehrslösung der Region und bildet somit den Auftakt für eine mittel- bis langfristige Entwicklung des Regionalzentrums Brugg-Windisch.
Aufbauend auf der Südwestumfahrung Brugg können das Verkehrsmanagement Brugg Regio, die Nordumfahrung Windisch und der Baldeggtunnel projektiert, genehmigt und realisiert werden. Die vier Elemente sind optimal aufeinander abgestimmt.
Die Kosten für die Südwestumfahrung Brugg betragen 46,45 Millionen Franken. Sie werden zu rund 20 Prozent durch Beiträge von Brugg, Windisch, SBB und Grundeigentümern sowie zu rund 80 Prozent vom Kanton Aargau finanziert.
Ersatz der Reussbrücke Gnadenthal
Die Reussbrücke Gnadenthal zwischen Stetten und Niederwil wurde 1909 erstellt und ursprünglich für 4 Tonnen-Lastwagen ausgelegt, später wurde sie für Verkehrslasten bis 18 Tonnen verstärkt. Die letzte grosse Instandsetzung erfolgte im Jahr 2000. 2011 mussten dringende Verstärkungsmassnahmen getroffen werden. Derzeit gilt für die Brücke eine Gewichtsbeschränkung von 3,5 Tonnen, zudem muss sie bei hohem Wasserstand aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Der Ersatz der Brücke ist deshalb unumgänglich.
Gegenüber dem bestehenden Bauwerk kommt die neue Brücke etwa 70 m flussabwärts zu liegen. Dadurch kann die Linienführung der Kantonsstrasse K 413 so angepasst werden, dass die Klosteranlage Gnadenthal entlastet und die Verkehrssicherheit erhöht wird.
Die Gemeinde Stetten befürchtet, dass der neue Flussübergang den Schwerverkehr einlädt, durch Stetten zu fahren. Um dieser Problematik zu begegnen, wird für die Ortsdurchfahrt von Stetten ein Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) als Grundlage für ein Strassenbauprojekt erarbeitet. Die Kosten für den Ersatz der Reussbrücke Gnadenthal betragen 13,2 Millionen Franken.
Nach der Anhörung überweist der Regierungsrat die beiden Botschaften an den Grossen Rat, der abschliessend über die Vorlagen entscheidet.
Die Anhörung dauert bis zum 7. September 2012, die Unterlagen dazu finden Sie im kantonalen Angebot zu den Anhörungen.