Überraschende archäologische Funde in Ueken
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Funde aus der Bronzezeit, von den Römern und Alamannen
Ende Januar begannen am nördlichen Dorfausgang von Ueken die Bauarbeiten für eine Erschliessungsstrasse und die Leitungsanschlüsse für die geplante Überbauung im Gebiet Hoschmet. Bei diesen Arbeiten kamen Spuren früherer Siedlungen zum Vorschein.
In den Profilen der Leitungsgräben fanden sich Hinterlassenschaften aus mindestens drei verschiedenen Epochen: Zwei rechteckige Vorratsgruben aus der Mittelbronzezeit (ca. 1500 - 1300 v. Chr.) enthielten verbrannte Getreidekörner und Scherben von Keramikgefässen. Diese Vorratsgruben gehörten zu einem oder mehreren Gebäuden einer kleinen Siedlung.
Im gleichen Gebiet kam Ziegel- und Mauerschutt eines römischen Gebäudes zum Vorschein, das bislang noch nicht genau lokalisiert werden konnte. Brandspuren an den Ziegeln, Holzkohle und Kalkbruchsteine mit Brandrötung weisen darauf hin, dass das Gebäude durch einen Brand zerstört wurde. Unklar ist, ob es sich bei dem ins 2. und 3. Jh. n. Chr. datierten Gebäude um ein Wohnhaus, einen Speicher oder eine Werkstätte handelte.
Ganz offensichtlich wurden einzelne Ziegel und Kalksteine aus der römischen Ruine später beim Bau eines weiteren Hauses, von dem noch einige Pfostenlöcher festgestellt werden konnten, wiederverwendet. Dieses Haus datiert entweder in die Spätantike (4./5. Jh. n. Chr.) oder ins Frühmittelalter (6.-9. Jh. n. Chr.).Archäologie und Bau Hand in Hand
Die Dokumentation der archäologischen Befunde erfolgte während der vergangenen fünf Wochen in Absprache und in gutem Einvernehmen mit Bauherrschaft, beteiligtem Ingenieurbüro und ausführender Baufirma parallel zu den laufenden Bauarbeiten, ohne dass diese beeinträchtigt wurden.Die Kantonsarchäologie vereinbarte mit der Bauherrschaft, dass der Humusabtrag für die ersten sechs geplanten Einfamilienhäuser etwas früher als geplant durchgeführt wird, wodurch die Archäologie auseichend Zeit erhält, allfällige weitere Befunde zu dokumentieren. Auf diese Weise lassen sich Terminkollisionen vermieden und zusätzliche Kosten für Kantonsarchäologie und Bauherrschaft vermeiden.Weitere Ausgrabungen in Aussicht
Noch wird nicht das gesamte neu erschlossene Gebiet überbaut, doch sind die sechs Einfamilienhäuser zweifellos nur der Anfang weiterer Bautätigkeit in der Hoschmet. Die Kantonsarchäologie wird jeweils vor Baubeginn umfangreichere Untersuchungen durchführen. Durch frühzeitigen Kontakt der Bauherrschaft mit der Kantonsarchäologie können diese Untersuchungen so durchgeführt werden, dass das Land rechtzeitig zum Baubeginn freigegeben werden kann.
Das Beispiel Ueken-Hoschmet zeigt, dass ein Miteinander von Bau und Archäologie durchaus möglich ist! Die Fundstelle ist zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Mitteilung bereits wieder zugeschüttet und nicht mehr sichtbar.