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Über 1000 Dienstpflichtige waren im Einsatz :
Hochwasser im Aargau: Anfragen kamen sogar aus Paris

Das Auffahrts-Hochwasser wurde im Aargau von weit über 1000 Dienstpflichtigen der Feuerwehr, des Zivilschutzes und der Führungsstäbe von Gemeinden und Kanton gemeistert. Medien-Anfragen kamen aus der ganzen Schweiz und dem Ausland - selbst aus Paris.

Im Zentrum des Interesses stand Rheinfelden, wo der Rheinpegel in der Nacht auf den 13. Mai (Auffahrtstag) die Rekordmarke von 6.80 m erreichte und die Marktgasse sowie den Zollvorplatz überflutete. Ein Restaurant, mehrere Ladenlokale und Dutzende von Kellern wurden verwüstet. Der Schaden geht in die Millionen.

Hoher Materialschaden, aber keine Verletzten

Während die Materialschäden im ganzen Kanton mehrstellige Millionenbeträge erreichen dürften, wurde glücklicherweise niemand an Leib und Leben geschädigt. In Full, wo ein Dammbruch am Rhein drohte, verbrachten auf Anordnung der Gemeindebehörden rund 100 Personen die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vorsorglich in der Zivilschutzanlage, konnten am Auffahrtsmorgen aber wieder in ihre Häuser zurückkehren. In Leibstadt wurden 2 Häuser evakuiert. In Dottikon mussten 16 Asylsuchende aus einer Baracke in die Zivilschutzunterkunft umziehen. In Teufenthal mussten wegen eines Hangrutsches mehrere Einfamilienhäuser evakuiert werden.

Verkehrsverbindungen wieder offen

Dutzende von Strassen und einzelne Bahnstrecken wurden wegen Überschwemmung oder Unterspülung gesperrt, konnten unterdessen aber bis auf zwei Ausnahmen wieder für den Verkehr freigegeben werden: Voraussichtlich noch mehrere Tage gesperrt bleiben die Aarebrücke bei Vogelsang und die Strasse Zufikon - Berikon (Sädel).

Grossaufgebot der Einsatzdienste

Zwischen dem 12. und dem 17. Mai - vor allem in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag und am Auffahrtstag selber - standen im ganzen Kantonsgebiet insgesamt über 1000 Angehörige der Feuerwehren (zum Teil auch aus dem benachbarten Deutschland), des Zivilschutzes und der kantonalen und kommunalen Polizeikorps im Einsatz, mit Schwerpunkt Rheintal, unteres Aaretal, unteres Bünztal und Reusstal. Einzelne Angehörige der Einsatzkräfte, insbesondere des Zivilschutzes, stehen für Aufräumarbeiten immer noch im Einsatz. Hochbetrieb herrschte aufgrund der unzähligen Schadensmeldungen auch beim Aargauischen Versicherungsamt.

Unterstützt wurden die lokalen Einsatzkräfte und Führungsstäbe vom Kanton, welcher Einsätze koordinierte, Personal- und Materialbegehren erfüllte und überregionale Informationsaufgaben wahrnahm. Der zur Verstärkung der Kantonspolizei eingesetzte Kantonale Führungsstab (KFS) mit Fachkräften aus den Bereichen Zivile Verteidigung, Militärverwaltung, Baudepartement und Information leitete beispielsweise Begehren um Sandsäcke oder Trinkwasseranalysen an die Zeughäuser, bzw. ans Kantonslabor weiter, holte beim Bund Wetter- und Wasserprognosen ein, informierte die betroffenen Gemeinden und orientierte die Öffentlichkeit via Medien. Das Medieninteresse war naturgemäss enorm - selbst aus Paris meldeten sich zwei Radiostationen und wollten wissen, ob Rheinfelden von der Umwelt abgeschnitten sei...Einsatzkräfte auf Pikett
Sowohl in den Gemeinden wie beim Kanton bleiben die Verantwortlichen auf Pikett: Trotz rückläufiger Flussmengen hat sich die Situation im Einzugsgebiet der Aargauer Flüsse noch nicht endgültig entspannt. Die Seen sind nach wie vor übervoll, was dazu führt, dass die Aargauer Flusspegel nur langsam sinken.

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