Trockenheit: Dialog zwischen Verwaltung und Verbänden weitergeführt und vertieft
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Workshop zeigt gemeinsames Grundverständnis zu den Auswirkungen des Hitzesommers und des Klimawandels.
Die zuständigen Stellen der kantonalen Verwaltung und die betroffenen Verbände haben den im Sommer 2018 begonnenen Dialog zum Thema "Trockenheit und Gewässer" Anfang Dezember in einem Workshop weitergeführt und vertieft. In den nächsten Schritten sollen nun die kurzfristigen Massnahmen angegangen werden, die ihre Wirkung bereits in einem allfälligen Hitzesommer 2019 entfalten könnten und mit den vorhandenen finanziellen Mitteln umgesetzt werden müssen. Die einhellige Meinung lautet aber: Kurzfristige Notmassnahmen sind nur sehr beschränkt wirksam; das Hauptaugenmerk muss auf nachhaltigen Massnahmen zur mittel- und längerfristigen Anpassung an den Klimawandel liegen.
Natur, Mensch und Landschaft haben die negativen Auswirkungen der Trockenheit im Hitzesommer 2018 ganz besonders zu spüren bekommen und leiden immer noch an ihren Folgen. Deshalb hat das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) Anfang August 2018 zu einem Runden Tisch Trockenheit und Gewässer eingeladen. Damit wurde ein wichtiger Dialog lanciert, der in einem zweiten Runden Tisch und schliesslich im Workshop vom 3. Dezember 2018 weitergeführt und vertieft wurde. Neben den Vertretern von verschiedenen Fachstellen des BVU sowie der Abteilung Landwirtschaft Aargau des Departements Finanzen und Ressourcen (DFR) haben die Vertreterinnen und Vertreter von betroffenen Verbänden und Organisationen teilgenommen (siehe Box am Schluss dieser Mitteilung).
Langfristig auf den Klimawandel einstellen
Im Workshop wurde eine Reihe von Themen und Fragen intensiv diskutiert: Welche Auswirkungen hatte der trockene und heisse Sommer rückblickend auf den Wasserkreislauf, die Natur und die Landwirtschaft? Wo stehen wir heute? Welche Massnahmen können und sollen prioritär umgesetzt werden, um einem möglichen Trocken-/Hitzesommer 2019 gut vorbereitet zu begegnen? Welche Massnahmen müssen mittel- und langfristig geplant werden, um sich an den Klimawandel anzupassen?
Die einhellige Meinung der rund 25 Workshop-Teilnehmenden: Kurzfristige Notmassnahmen sind nur sehr beschränkt wirksam, doch es braucht sie auch, im Speziellen im Umgang mit dem Wasserverbrauch; das Hauptaugenmerk muss darauf gerichtet werden, sich mit nachhaltigen Massnahmen mittel- und längerfristig auf den Klimawandel einzurichten. Auch wenn die zunehmende Hitze grosse Auswirkungen auf die Bevölkerung – insbesondere für ältere Menschen – haben wird, und die Folgen des Klimawandels in allen Sektoren spürbar sein werden, bleibt der Fokus künftiger Aktivitäten des Runden Tischs Trockenheit und Gewässer auf dem Wasserhaushalt und dessen Auswirkungen auf das Wasserangebot, sowie der gerechten Nutzung und Verteilung des verfügbaren Wassers für Bedürfnisse der Natur und der Gesellschaft im Allgemeinen und der Landwirtschaft im Speziellen.
Die Umfrage bei den verschiedenen Verbänden hat verdeutlicht, dass bis heute noch keine Strategien zur Anpassung an den Klimawandel bestehen, und dass alle Teilnehmenden gewillt sind, gemeinsam nach wirksamen und nachhaltigen Lösungen zu suchen. Die Massnahmen des Runden Tischs Trockenheit und Gewässer sollen dabei in erster Linie auf Hitze, Trockenheit, Gewässer und Wasserhaushalt fokussiert bleiben. Die Themenfelder Energie, Klima und Gesundheit haben im Rahmen des Klimaschutzes zwar eine grosse Bedeutung, sie stehen aber nicht im Fokus des Runden Tisches. Da sie in direktem Zusammenhang zum Thema Trockenheit stehen, sind sie allerdings bei der Bewertung der getroffenen Massnahmen zu beachten und durch andere Gremien zu vertiefen.
Die nächsten Schritte
Prioritär sind nun die kurzfristigen Massnahmen anzugehen. Langfristig ist in einem ersten Schritt der Wasserbedarf zu klären. Wieviel Wasser brauchen die Natur, die Industrie, die Landwirtschaft und die Bevölkerung? Wo bestehen Sparmöglichkeiten? Ebenso zentral ist die Frage nach der jahreszeitlichen räumlichen Verfügbarkeit und Verteilung des Wassers. Diese Grundlagen sollen in den kommenden Monaten – allenfalls mit zusätzlichen Erhebungen – zusammengestellt werden. Diese Erkenntnisse bilden dann die Grundlage für den nächsten gemeinsamen Workshop im 2019. Ziel dieses Workshops wird sein, das weitere Vorgehen zu konkretisieren und das Massnahmenportfolio für den Sommer 2019 zu bestimmen.
Einen grossen Stellenwert für eine erfolgreiche Anpassung an den Klimawandel wird die Sensibilisierung der Bevölkerung und der Politik einnehmen. Auch hier will der Runde Tisch Trockenheit und Gewässer Zeichen setzen.
Trockenheit: Dialog zwischen Verwaltung und Verbänden weitergeführt und vertieft
Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) hat am 3. Dezember 2018 einen Workshop zum Thema "Trockenheit und Gewässer" durchgeführt. Neben den Vertretern von verschiedenen Fachstellen des BVU sowie der Abteilung Landwirtschaft Aargau des Departements Finanzen und Ressourcen (DFR) haben die Vertreterinnen und Vertreter der folgenden Verbände und Organisationen teilgenommen: Kurt Braun (Präsident Aargauischer Fischereiverband), Alois Huber (Präsident Bauernverband Aargau), Matthias Betsche (Präsident Pro Natura Aargau), Regula Bachmann (Präsidentin WWF Aargau), Gertrud Hartmeier (Präsidentin Birdlife Aargau) und Rudolf Jost (Präsident aargauische Fischereikommission). Für den Workshop wurde im Vergleich zu den Runden Tischen Trockenheit und Gewässer der Teilnehmerkreis erweitert. Neben den Präsidentinnen nahmen auch die Geschäftsführenden der Verbände teil. Zudem sind weitere Fachabteilungen des Departements Gesundheit (Amt für Verbraucherschutz und Kantonaler Führungsstab) wie auch der Grundwasserverband Unteres Wiggertal und die Gemeindeammänner-Vereinigung (GAV) Teil des Runden Tischs Trockenheit und Gewässer. Seitens GAV nahm deren Präsidentin Renate Gautschy am Workshop teil.