Tiergerechte Haltung ist kein Luxus
:
Das Pionierprojekt "Landschaftsstall" nimmt Formen an
Auf dem kantonalen Gutsbetrieb des Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrums (LBBZ) in Frick ist die Vorbereitung zu den umfangreichen Sanierungsarbeiten in vollem Gange.
Die Kosten für den Umbau des Gutsbetriebes werden auf 1.7 Millionen Franken veranschlagt. Der Regierungsrat stimmte dem Konzept zu und bewilligte den Kredit. Damit werden realisiert: Ein Landschaftsstall für 45 Grossviehplätze, ein Schweinezuchtstall für 24 Muttersauen, Eber und Ferkel, eine Fahrsiloanlage, ein Ladenlokal für die Direktvermarktung, zwei grosse Kühlräume für die Lagerung von Obst und Gemüse, zusätzliche Remisenfläche für Maschinen sowie ein neues Gülle- und Mistlagerungskonzept. In diesem Zusammenhang werden die bestehende Scheune und die Remise umgebaut. Im Weiteren muss gemäss den kantonalen Vorschriften der auf dem Betriebsareal durchfliessende Rümmetbach auf einer Länge von 150 Metern offen gelegt und renaturiert werden; zudem werden die alten Schweineställe abgebrochen.
Der Vorwurf eines Opponenten, der Kanton betreibe ein Luxusprojekt, muss entschieden zurückgewiesen werden. Ein "Kuhplatz" kostet 14'800 Franken und nicht, wie behauptet, 70'000 Franken. Mit den Neu- und Umbauten kommt der Kanton Aargau seinen Verpflichtungen gegenüber dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) nach. Der Kanton erwirtschaftet durch die Pacht- und Mietzinse marktübliche Einnahmen.
Vor dem Hintergrund der neuen Tierschutz- und Umweltschutzbestimmungen wurde bereits vor rund 10 Jahren mit den Projektierungsarbeiten begonnen. Das heute vorliegende Projekt wurde auf die Bedürfnisse des FiBL abgestimmt, nachdem der Grosse Rat am 12. März 1996 den erforderlichen Kredit bewilligt hatte. Der 1997 an das FiBL verpachtete Betrieb dient der Forschung, der Demonstration und dem Kurswesen.