Swisslos-Fonds Beitrag für 1000 Jahre Kloster Muri
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Unterstützung für die Erforschung der Klostergeschichte
Der Regierungsrat bewilligte einen Beitrag von 2,7 Millionen Franken aus dem Swisslos-Fonds an die wissenschaftliche Erforschung der tausendjährigen Geschichte des Klosters Muri. Bis zum Jubiläumsjahr 2027 erarbeitet eine hochkarätige Fachkommission eine umfassende Gesamtdarstellung.
In seiner bald 1000-jährigen Geschichte bildete das Benediktinerkloster Muri einen Kristallisationspunkt in religiöser, geistlicher, kultureller und herrschaftspolitischer Hinsicht. Dem 1027 von den Habsburgern gegründeten und 1841 vom Grossen Rat des Kantons Aargau aufgehobenen Kloster kommt für die aargauische und schweizerische Geschichte grosse Bedeutung zu.
Das Kloster erlebte Zeiten der Blüte und Macht mit Besitzungen im Freiamt, Sarnen, Bozen (I), Hermetschwil, in der Bodenseeregion sowie in Süddeutschland. Die Aufhebung des Klosters Muri im Jahr 1841 zusammen mit anderen Klöstern, der Aargauer Klosterstreit mit der Zerschlagung und Annexion der Klostergüter und der darauf folgende Sonderbundskrieg haben im geschichtlichen Rückblick einen wichtigen Impuls geliefert, der die Schweiz in der heutigen Form als Bundesstaat hervorbrachte.
Die reiche und wirkungsvolle Geschichte des nach seiner Aufhebung in Muri-Gries (Bozen) weitergeführten Klosters Muri erfuhr bisher keine adäquate Aufarbeitung. Lange Zeit verstellten politische und konfessionelle Spannungen den Blick auf die Geschichte. Die bis heute einzige Gesamtdarstellung stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Geschichtsschreibung mit hochkarätiger Fachkommission
Im Jahr 2010 ergriff Muri Vision die Initiative, im Hinblick auf das 1000-Jahr-Jubiläum die Geschichte des Klosters Muri neu schreiben zu lassen. Zur Bewältigung der langfristigen und umfassenden Aufgaben wurde 2011 die Stiftung Geschichte Kloster Muri als Trägerin des Projekts gegründet. Der Kanton Aargau gehört als Miteigentümer der Klosteranlage Muri und aus kulturhistorischen und kulturpolitischen Gründen zu den Stiftern. Die Regierung hat Landammann Alex Hürzeler in den Stiftungsrat als Vizepräsidenten delegiert. Präsidiert wird der Stiftungsrat von Dr. Benno Malfèr, Abt des Klosters Muri-Gries in Bozen (I).
Im Auftrag der Stiftung leitet eine hochkarätige Fachkommission, in der neben den Universitäten Zürich und Luzern auch das Staatsarchiv Aargau vertreten ist, die wissenschaftliche Aufarbeitung der Klostergeschichte. Weitere Universitäten und Fachpersonen werden dazu stossen. Während der Forschungsarbeit werden auf www.geschichte.kloster-muri.ch regelmässig Zwischenresultate zugänglich gemacht.
Die Stiftung rechnet für die 15-jährige Forschungsarbeit mit Gesamtkosten von 5,6 Millionen Franken. Bereits konnten namhafte Unterstützungsbeiträge von Stiftungen eingeworben werden. Insbesondere sagte die Dr.-Franz-Käppeli-Stiftung einen Betrag von 1,5 Millionen Franken zu. Geplant ist auch ein Antrag beim Schweizerischen Nationalfonds und bei den übrigen beteiligten Kantonen.