Suche nach PCB in Schulen, Kindergärten und Spitälern
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Untersuchungen auch im Kanton Aargau
Der Kanton Aargau beteiligt sich an einer gesamtschweizerischen Untersuchung von Fugendichtungen auf PCB. Im Zentrum stehen Gebäude, die zwischen 1955 und 1975 gebaut oder umfassend saniert wurden. Resultate liegen frühestens im Herbst 2001 vor.
Alarmiert durch deutsche Untersuchungen haben drei Schweizer Kantone PCB (Polychlorierte Biphenyle) in Fugendichtungen von öffentlichen Gebäuden gesucht und auch gefunden. Rund ein Drittel der beurteilten Fugendichtungen enthielten die gefährliche Chemikalie PCB, im Extremfall bis zu 20 Prozent der Dichtmasse. Der Bund hat daraufhin mit den Kantonen eine Projektgruppe gebildet, die eine gesamtschweizerische Bestandesaufnahme gestartet hat.
Sanierungen: vorläufig abwarten!
Das Kantonale Laboratorium warnt vor unsachgemäss und unsorgfältig geplanten Sanierungen, da die Raumluft danach höher belastet sein kann als zuvor. Bevor Entscheide zur Sanierung getroffen werden, sollen die Empfehlungen der Arbeitsgruppe des Bundes abgewartet werden. Diese werden frühestens im kommenden Herbst erwartet.
Kantonslabor untersucht 30 Gebäude
Die Verwaltung des Kantons Aargau hat eine Arbeitsgruppe aller betroffenen Amtsstellen gebildet: Industrie- und Gewerbeaufsicht (Arbeitnehmerschutz), Kantonales Laboratorium (Gesundheitsschutz/Wohngifte) sowie die Abteilungen Umweltschutz (Entsorgung) und Hochbau (kantonale und subventionierte Bauten). Die Projektleitung liegt beim Kantonalen Laboratorium.
Das Kantonslabor nimmt und untersucht zuhanden der gesamtschweizerischen Untersuchung Proben aus 30 öffentlichen Gebäuden der Jahre 1955 bis 1975 (Schulhäuser, Kindergärten, Spitäler, Büros von Kanton oder Gemeinden).
Die Projektgruppe des Bundes wird in der Folge in einem Teil der PCB-haltigen Gebäude Luftmessungen vornehmen und Empfehlungen bezüglich Sanierungsbedarf herausgeben. Bei Überschreiten von kritischen PCB-Gehalten kämen dann je nach Art der Nutzung Sanierungs- oder Lüftungsmassnahmen zum Zuge.
Gefährdung durch PCB
PCB bergen ein grosses Risiko für Mensch und Umwelt. Der Stoff ist schwer abbaubar und reichert sich über die Nahrungskette im Fettgewebe von Mensch und Tier an. Man geht davon aus, dass der Fischotter in der Schweiz ausgestorben ist, weil er sich wegen hormonaktiver Substanzen wie PCB nicht mehr fortpflanzen konnte. Die Verwendung von PCB wurde 1972 auf geschlossene Systeme (Transformatoren u.a.) beschränkt und ab 1986 generell verboten. Trotzdem kommt PCB aber noch in gewissen Elektrogeräten und im Baubereich - so auch in Fugendichtungen - als unerwünschtes Relikt vor.
PCB kann aus der Dichtmasse von Beton- oder Fensterfugen in den Innenraum ausgasen und dann eingeatmet werden. Da die PCB-Aufnahme hauptsächlich auf dem Nahrungsweg erfolgt, wird die zusätzliche Belastung für den Menschen erst bei grösseren PCB-Belastungen der Luft wichtig. Solche hohen Gehalte werden allerdings nur in einem kleinen Teil der Gebäude erwartet.
Weitere Informationen:http://www.buwal.ch