Start der neuen Informatikmittelschule in Baden
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Schuljahresbeginn für 100 000 Schülerinnen und Schüler
Für knapp 100 000 Schülerinnen und Schüler und 8 000 Lehrpersonen hat am Montag das neue Schuljahr begonnen. Rund 6 000 Kinder gingen erstmals in den Kindergarten, für 5 500 Kinder war es der erste Schultag. Im Kindergarten wird neben Mundart jetzt auch Hochdeutsch gesprochen, ab der dritten Klasse der Primarschule werden neu drei Lektionen Englisch unterrichtet. In Baden haben 19 Jugendliche ihre Ausbildung an der neuen Informatikmittelschule aufgenommen. Zudem gelten neue Bedingungen für den Übertritt an die Mittelschulen. Alle Infos zum neuen Schuljahr sind im Internet unter www.ag.ch/bks.
An der Kantonsschule Baden und an der BBB IT-School startet die erste Klasse der neuen Informatikmittelschule (IMS). Die IMS ist ein Lehrgang, der nach einer dreijährigen schulischen Ausbildung und einem Praxisjahr zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis Informatiker/Informatikerin und gleichzeitig zur kaufmännischen Berufsmaturität führt. IMS-Absolventinnen und -Absolventen können nach ihrer Ausbildung entweder direkt ins Berufsleben einsteigen oder prüfungsfrei an der Fachhochschule ihre Ausbildung fortsetzen.
"Fricktaler Regelung" für den Übertritt an die Mittelschulen
Neu gelten ab diesem Schuljahr im ganzen Kanton die Regelungen wie sie bis anhin für den Übertritt der Schülerinnen und Schüler aus dem Fricktal an die basellandschaftlichen Gymnasien galten. Bisher mussten Schülerinnen und Schüler, die nach der Bezirksschule ihre Ausbildung an einer aargauischen Mittelschule fortsetzen wollten, an der Bezirksschulabschlussprüfung einen Notendurchschnitt von 4,7 erreichen. Ein Notendurchschnitt von 4,4 berechtigte zum Eintritt in die Fach-, Handels- oder Berufsmittelschule.
Neu erfolgt die provisorische Aufnahme in eine Mittelschule bereits im Januar. Wer im ersten Semesterzeugnis der 4. Bezirksschule die Note 4,7 erreicht, kann provisorisch in das Gymnasium eintreten. Die Note 4.4 berechtigt für den provisorischen Eintritt in die Fachmittelschule, die Handelsmittelschule, die neue Informatikmittelschule oder die Berufsmittelschule. Wer an der Bezirksschulabschlussprüfung diese Note bestätigen kann (oder sie erstmals erreicht), ist definitiv aufgenommen. Die anderen müssen für die definitive Aufnahme eine Probezeit von einem Semester bestehen.
Für viele Schülerinnen und Schüler, für ihre Eltern und für die planenden Schulen bestand mit der alten Regelung bis kurz vor Ende der obligatorischen Schulzeit eine gewisse Unsicherheit, wie es nach den Sommerferien weitergeht. Der Hauptgrund für die Änderung der Übertrittsbedingungen liegt aber in der tiefen Maturitätsquote im Aargau. Bei der gymnasialen Maturitätsquote liegt der Aargau verglichen mit den anderen Kantonen an drittletzter Stelle (14,1 Prozent), bei der beruflichen Maturitätsquote (11,1 Prozent) knapp unter dem schweizerischen Durchschnitt.
Mundart und Standarddeutsch im Kindergarten
Im Kindergarten erfolgt der Unterricht neu in Mundart und Standarddeutsch. Während mindestens der Hälfte der Zeit sollen die Kinder und ihre Lehrpersonen in Standarddeutsch miteinander sprechen. Durch Vorlesen, Erzählen und Spielen erhalten die Kinder Zugang zum Hochdeutsch, damit sie es später unverkrampft, leicht und selbstverständlich verwenden können. Zur Unterstützung der Kindergartenlehrpersonen hat das Departement Bildung, Kultur und Sport im Lehrmittelverlag eine Broschüre zum Thema herausgegeben.
Englisch ab der dritten Primarschulklasse
An der Primarschule besuchen ab diesem Schuljahr alle Drittklässler drei Wochenlektionen Englisch. Vom Englischunterricht profitieren rund 7 000 Schülerinnen und Schüler, erteilt wird der Unterricht von 220 Lehrpersonen.
Schulsport ab dem Kindergarten möglich
Der freiwillige Schulsport kann neu bereits ab dem Kindergarten angeboten werden. Im letzten Jahr wurden dazu 131 Lehrpersonen und Sportleiterinnen und Sportleiter aus Vereinen ausgebildet, die über 100 Sportkurse für Fünf- bis Zehnjährige anbieten. Die meisten Kurse sind polysportive Angebote, zudem gibt es spezielle Angebote für Nichtschwimmer und Kinder mit Gewichtsproblemen.
Nachwuchsförderung im Leistungssport
Der Kanton Aargau hat jetzt ein gesamtheitliches, vernetztes Leistungssportkonzept, das Jugendlichen ermöglicht, den Leistungssport und ihre Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Bereits wurden die Sportschule Buchs-Rohr und die Alte Kantonsschule Aarau von Swiss Olympic als Label-Schulen ausgezeichnet. Künftig sollen auch Lehrbetriebe ausgezeichnet werden, die Leistungssportlerinnen und -sportler unterstützen. Die Mountainbiker Petra Henzi und Florian Vogel vertreten den Aargau dieses Jahr in Peking an der Olympiade. An den Spielen 2016 will der Aargau dank des speziellen Förderkonzepts mit acht Sportlerinnen und Sportlern vertreten sein.